Welche Versicherungen braucht man mit Kind?

Mit der Gründung einer Familie wächst die eigene Verantwortung enorm. Man muss nicht mehr nur für sich selbst denken, sondern auch für das (zukünftige) Wohl der Kinder Sorge tragen. Eines ist klar: Das Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit können nur Eltern Ihren Kindern vermitteln. Das kann keine Versicherung der Welt übernehmen. Aber braucht es nun zusätzliche Versicherungen oder gar spezielle Kinderversicherungen?

Die Antwort lautet JEIN. Zunächst nützt es einem Kind wohl am meisten, wenn seine Eltern richtig abgesichert sind. Neben den gesetzlichen Pflichtversicherungen und den Versicherungs-Basics wie Haushalts- oder Eigenheim- und Privathaftpflichtversicherung, sollten Eltern zur Absicherung der Kinder ernsthaft über eine Ablebensversicherung nachdenken. Besonders wichtig ist hier die Kapitalabfindung, mit der Hypotheken im Todesfall getilgt werden und den Hinterbliebenen zumindest eine schuldenfreie Wohnung zum Leben verbleibt.

Je nach individueller Lebenslage sind zusätzlich eine private Unfall- oder Krankenversicherung sowie eine Berufsunfähigkeitsversicherung für die Eltern relevant. Die folgenden Versicherungen sollte man jedenfalls noch bedenken bzw. erweitern, wenn man Kinder hat.

Private Krankenversicherung

Zunächst einmal sind Ihre Kinder über einen Elternteil in der Sozialversicherung mitversichert, womit auch Anspruch auf tarifliche Gesundheitsdienstleistungen durch Vertragskrankenhäuser und -ärzte besteht. Mit einer privaten Krankenzusatzversicherung sind darüber hinausgehende Annehmlichkeiten verbunden, wie etwa kürzere Wartezeiten beim Wahlarzt oder auf MRT- oder CT-Termine. Kosten für Wahlärzte, alternative Heilbehandlungen, Sonderklassezimmer und freie Arztwahl bei Operationen übernimmt in der Regel nur die private Krankenzusatzversicherung. Die Leistungen der privaten Versicherungen sind allerdings unterschiedlich und sollten bei Interesse unbedingt verglichen werden.

LAMIE-TIPPBei privaten Krankenversicherungen gibt es in der Regel Wartezeiten von bis zu 9 Monaten bevor voller Versicherungsschutz besteht (Achtung z.B. bei einer Schwangerschaft). Häufig werden Vorerkrankungen ausgeschlossen bzw. können nur gegen Mehrprämie eingeschlossen werden. Der Abschluss einer privaten Krankenversicherung zu einem bestimmten Zweck (z.B. bevorstehende Operation) ist daher nur schwer möglich. Denken Sie bereits frühzeitig über eine private Zusatzversicherung für Sie oder Ihre Kinder nach. Je später der Einstieg, desto teurer wird die Prämie (Alter, Vorerkrankungen).

Haftpflichtversicherung unverzichtbar

Die kleine Lena lässt ihren Puppenwagen in den Porsche des Nachbarn rollen oder der Sohnemann kickt beim Spielen versehentlich eine teure Vase im Haus seines Freundes um – Eltern kennen solche Szenarien. Spätestens wenn man Kinder hat, wird eine Haftpflichtversicherung unverzichtbar. Diese sorgt für Versicherungsschutz bei Schäden, die Eltern oder ihre Kinder anderen zufügen. Die Haftpflichtversicherung ist in Österreich üblicherweise in der Haushaltsversicherung enthalten.

Private Unfallversicherung für Kinder relevant

Erst mit Eintritt in das letzte, verpflichtende Kindergartenjahr unterliegt Ihr Kind der gesetzlichen Unfallversicherung. Dabei sind nur Unfälle versichert, die sich im Kindergarten, in der Schule oder auf dem Weg dorthin ereignen (sogenannte Wegunfälle). Mehr als zwei Drittel aller Unfälle passieren in der Freizeit oder im Haushalt und sind deshalb von der gesetzlichen Unfallversicherung nicht abgedeckt.
Das bedeutet nicht, dass Ihre Kinder deshalb außerhalb von Kindergarten und Schule völlig schutzlos sind. Heilbehandlungen bei Krankheit und Unfall werden von der gesetzlichen Krankenversicherung bezahlt. Zur Abdeckung der möglichen Langzeitschäden eines Freizeitunfalls ist jedoch eine private Unfallversicherung für Ihre Kinder bzw. eine Familienunfallversicherung unbedingt empfehlenswert. Der wichtigste Bestandteil dieser Versicherung ist die Invaliditätsleistung (als Rente oder Einmalleistung), die bei bleibender Invalidität ausbezahlt wird.

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Zu den häufigsten Unfallursachen bei Kindern zählen laut Kuratorium für Verkehrssicherheit übrigens Stürze, Fensterstürze und Verbrennungen. Eine nützliche Checklist für die private Unfallversicherung finden Sie hier.

LAMIE-TIPPDamit Sie auch im alljährlichen Familienurlaub geschützt sind, wählen Sie am besten eine Polizze, die weltweit gültig ist.

Auslandsreisekrankenversicherung für Familienurlaube

Für Familienreisen in Länder ohne Sozialversicherungsabkommen ist eine Auslandsreisekrankenversicherung sehr zu empfehlen. Diese ersetzt Heil- und Behandlungskosten, die bei unvorhersehbaren Erkrankungen oder Unfällen während der Reise entstehen. Besonders die USA sind für hohe Behandlungskosten in Spitälern berüchtigt. Außerdem gibt es Länder, in denen eine Reisekrankenversicherung verpflichtend ist (z.B. Kuba, Ukraine).

Für Urlaubsreisen  in EU-Staaten, EWR-Staaten, der Schweiz, Mazedonien, Serbien und Bosnien-Herzegowina reicht die E-Card grundsätzlich aus. Aber Achtung: Die E-Card gilt nicht bei privaten Gesundheitsdienstleistern. In diesem Fall muss man die Kosten vor Ort bezahlen und in Österreich beim Sozialversicherungsträger einreichen. Dieser übernimmt die Kosten aber nur nach Tarif. Darüber hinausgehende Kosten werden ggf. von einer privaten Reisekrankenversicherung übernommen. Mehr Tipps zur Reiseversicherung finden sie hier.

 

Zusätzlich können Sie bei Ihren weiteren Versicherungen wie z.B. eine vorhandene Rechtschutzversicherung überprüfen, ob Kinder mitversichert sind und dieses gegebenenfalls in den Vertrag mitaufnehmen.

Sie haben noch Fragen oder weitere Aspekte zur Mitversicherung von Kindern? Gerne erweitern wir unsere Liste. Schreiben Sie uns doch im Kommentar!

Alexandra
Alexandra bloggt für den LAMIE Versicherungsblog über allgemeine Versicherungsthemen und Tipps. Außerdem erstellt sie leidenschaftlich gerne Checklisten. Wie alle Mitglieder des LAMIE Teams, möchte sie schwierige Versicherungsfragen auf einfache Weise darstellen. Für Anregungen, Wünsche oder detaillierte Fragen erreichen Sie Alexandra unter blog@lamie-direkt.at