VERSICHERUNGSWIKI

Die Versicherungswelt ist voll von Fachbegriffen und Bezeichnungen, deren Kenntnis von den Experten der Branche gerne mal vorausgesetzt wird. Wir übersetzen Ihnen das Versicherungschinesisch und erklären die gängigsten Begriffe in einfachen Worten und praktischen Beispielen.

ANZEIGEPFLICHT bzw. MELDEPFLICHT

Bei Abschluss eines Versicherungsvertrags sind sämtliche risikorelevante Umstände (z.B. bei der Haushaltsversicherung die Wohnungsgröße, Ausstattungswerte, Angabe hochwertiger Gegenstände etc.) vollständig und wahrheitsgemäß bekanntzugeben (vorvertragliche Anzeigepflichten).
Bei bestehenden Verträgen müssen Sie der Versicherung Folgendes sofort melden (vertragliche Anzeigepflichten): jede Gefahrenerhöhung (z.B. Wegfall der Alarmanlage), jeder Schadenfall, den Verkauf oder den Wegfall einer versicherten Sache. Wird diese Obliegenheit verletzt, gefährden Sie Ihren Versicherungsschutz, denn der Versicherer wird womöglich leistungsfrei und hat das Recht Sie zu kündigen.

AUSKUNFT- UND BELEGPFLICHT

Nach Eintritt eines Schadenfalls besteht Auskunfts- und Belegpflicht, das heißt Sie müssen dem Versicherer den Schadenfall nachweisen. Bringen Sie dem Versicherer die erforderlichen Belege und unterstützen Sie ihn bei der Aufklärung des Schadens. Kurz gesagt, dokumentieren Sie den Schaden bestmöglich! Rechnungsbelege und Fotos erleichtern die Abwicklung im Schadenfall.

EINBRUCHDIEBSTAHL

Einbruchdiebstahl VersicherungEinbruchdiebstahl bedeutet, dass der Dieb in versperrte oder verschlossene Räumlichkeiten eindringt und zwar durch Aufbrechen von Türen, Fenstern oder anderen Gebäudeteilen oder indem er durch Öffnungen einsteigt, die nicht zum Eintritt bestimmt sind. Das Aufbrechen von Schlössern mittels Werkzeugen oder falscher Schlüssel – oder mit richtigen Schlüsseln, die durch Einbruchdiebstahl in andere Räumlichkeiten oder durch Anwendung oder Androhung von Gewalt an sich gebracht wurden – zählt auch zu Einbruchdiebstahl.

EINFACHER DIEBSTAHL

einfacher Diebstahl Versicherung Ein häufiger Ausschluss bei Versicherungen ist der einfache Diebstahl. Dieser liegt vor, wenn Sie dem Langfinger ungehinderten Zugang zu Ihren Sachen gewähren. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn Sie Ihre Wohnung – wenn auch nur für kurze Zeit – unbeaufsichtigt lassen und dabei die Fenster offen stehen, oder wenn die Wohnungstür nur eingeschnappt, aber nicht zugesperrt ist. Teilweise gibt es Versicherungen, die den einfachen bzw. Einschleichdiebstahl mitversichern. Das klingt gut, bringt meist aber nichts, denn der Versicherer kann unter Verweis auf grobe Fahrlässigkeit ablehnen.

DAUERRABATT

Dauerrabatt VersicherungBei Versicherungen mit langer Vertragsdauer (bis zu 10 Jahre), wird häufig im Vorhinein ein Rabatt in Form einer günstigen Prämie gewährt. Laut Gesetz können Verbraucher Versicherungsverträge aber jedenfalls nach 3 Jahren kündigen. In diesem Fall ermöglicht die Dauerrabattklausel dem Versicherer, den vorher gewährten Rabatt wieder zurückzuverlangen – und das geht ganz schön ins Geld!

Zum Glück kann man bei LAMIE jährlich kündigen – unkompliziert & ohne Rabattrückforderung.

DOPPELVERSICHERUNG

Von einer Doppelversicherung spricht man, wenn für eine versicherte Sache gegen dieselbe Gefahr zwei oder mehrere Versicherungen bestehen und die Versicherungssummen insgesamt den versicherten Wert übersteigen. In der Praxis passiert das häufig dann, wenn Paare bzw. Freunde zusammenziehen und zwei bestehende Haushaltsversicherungen auf eine Wohnung übergehen. Hier geht sozusagen das Alter vor und die „jüngere“ Versicherung kann – einen Monat ab Kenntnis – gekündigt oder verhältnismäßig angepasst werden.

GROBE FAHRLÄSSIGKEIT

grobe Fahrlässigkeit VersicherungGrob fahrlässig handelt, und das sei notiert,
wer ohne böse Absicht aber sorglos agiert.
Ist die Handlung für den Eintritt des Schadens förderlich,
die Ablehnung der Versicherung ist nicht verwunderlich.

Grobe Fahrlässigkeit wird regelmäßig dann angenommen, wenn die erforderliche Sorgfalt in besonders schwerem Maße verletzt wurde. Sprich: Man handelt sorglos, aber nicht vorsätzlich. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn man offenes Feuer unbeaufsichtigt lässt und ein Wohnungsbrand ausbricht oder wenn ein Autofahrer während der Fahrt einen Gegenstand auf dem Rücksitz sucht und daraufhin einen Unfall verschuldet.

INDIREKTER BLITZSCHLAG

Blitzschlag VersicherungEr ist neben Wasser der größte Feind Ihrer elektronischen Geräte: der indirekte Blitzschlag. Schlägt ein Blitz in der Nähe Ihres Zuhauses ein, kann die Spannung über Strom- und Telefonleitungen ins Haus geleitet werden. Diese Überspannung kann mit einem Schlag viele Ihrer Geräte vernichten. Prüfen Sie, ob auch der indirekte Blitzschlag in Ihrer Haushaltsversicherung mitversichert ist. Im LAMIE Blog gibt es einen Beitrag mit näheren Infos zum Thema Blitzschlag.

 

KÜNDIGUNGSFRIST VS. KÜNDIGUNGSTERMIN

Kündigungsfrist VersicherungDie Unterscheidung zwischen Kündigungsfrist und Kündigungstermin ist sehr wichtig. Der Kündigungstermin ist nicht der Tag, an dem man kündigt, sondern das Versicherungsende. Die Kündigungsfrist hingegen beginnt, je nach Versicherung, 1-3 Monate vor Versicherungsende bzw. Kündigungstermin. Ein häufiger Grund, warum Versicherer Kündigungen zurückweisen, ist weil die Kündigungsfrist nicht eingehalten wurde. Das Kündigungsschreiben muss demnach VOR Beginn der Kündigungsfrist beim Versicherer einlangen, nicht erst danach. Mehr Informationen dazu finden Sie in unserer Kündigungschecklist.

NEUWERTERSATZ

Wer bei seiner Versicherung Neuwertersatz vereinbart, 
dem bleibt im Schadenfall der Streit um den Wert einer Sache erspart.
Denn wird dein Ledersessel durch ein Feuer zerstört,
dann bekommst du das Teil in gleicher Art und Funktion wie es sich gehört.

Neuwertersatz, Neuwert

Der Neuwert ist der Wiederbeschaffungspreis von versicherten Sachen gleicher Art und gleicher Funktion in einem neuwertigen Zustand. Dazu zählen u.a. Kosten, die erforderlicher Weise anfallen, um die versicherte Sache neu zu beschaffen oder um dessen Urzustand wiederherzustellen (z.B.: Reparatur).

Beispiel: Wird Ihr Fernseher durch ein Feuer zerstört, zählt nicht der Preis zum Zeitpunkt der Anschaffung, sondern der aktuelle Marktpreis eines neuen und gleichwertigen Fernsehers.

OBLIEGENHEIT

Obliegenheiten VersicherungBei Obliegenheiten handelt es sich um sogenannte Rechtspflichten minderer Art. Das heißt konkret, dass ihre Einhaltung gerichtlich nicht durchgesetzt oder eingeklagt werden kann. Sie sind aber als „Verhaltensvorschriften“ für Versicherungsnehmer zu betrachten, welche in den Versicherungsbedingungen zu finden sind. Bei einer Obliegenheitsverletzung gefährden Sie Ihren Versicherungsschutz, denn der Versicherer wird womöglich leistungsfrei und hat das Recht Sie zu kündigen. Im Blog finden Sie einen eigenen Artikel zu den 3 wichtigsten Obliegenheiten bei Versicherungen im Rahmen des Versicherungsabschlusses, neuer Risikoumstände sowie auch im Schadenfall.

SCHADENABWENDUNGS- UND SCHADENMINDERUNGSPFLICHT

Die Schadensabwendungs- und Minderungsobliegenheit besagt, dass Sie als Versicherungsnehmer einen drohenden Schaden soweit es geht verhindern oder möglichst klein halten müssen. Am besten befolgen Sie bei einem Schadenfall folgende Schritte: 1. Dokumentieren Sie den Schaden. 2. Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei (nur bei Einbruch oder Feuer). 3. Melden Sie den Schaden bei der Versicherung. 4. Befolgen Sie die Anweisungen des Versicherers.
Ist sofortiges Handeln gefragt, weil sich der Schaden sonst vergrößern würde: Schaffen Sie sofort Abhilfe (z.B. Abdrehen des Hauptwasserhahns bei einer undichten Wasserleitung). Vergessen Sie nicht alles gut zu dokumentieren (mit Fotos!)

Mehr dazu finden Sie in der LAMIE Schadens-Checklist.

SCHADENKÜNDIGUNG

Nach einem Schadenfall können Sie Ihre Versicherung kündigen. Die Kündigung muss dabei meist innerhalb eines Monats ab Abschluss des Schadenfalls (endgültige Ablehnung oder Scheitern der Verhandlungen) erfolgen. Die Schadenkündigung ist sogar möglich, wenn die Versicherung den Schaden vollständig bezahlt.
Achtung: Das Schadenkündigungsrecht ist beiderseitig, das heißt auch der Versicherer kann Sie kündigen. Die Schadenkündigungsklausel muss für beide Seiten völlig gleich ausgestaltet sein und darf den Versicherungsnehmer nicht benachteiligen.

SELBSTBEHALT

Selbstbehalt VersicherungJe höher der Selbstbehalt, desto geringer ist die Prämie. Aus diesem Grund wählen bei Versicherungsabschluss viele Kunden einen höheren Selbstbehalt. Im Schadenfall wird dieser Betrag dann von der Zahlung des Versicherers in Abzug gebracht. Das bedeutet aber auch, dass Schäden, die nicht an die Höhe des Selbsthalts heranragen, dann zur Gänze selbst zu tragen sind. Hier sollten Sie sich überlegen, ob Ihnen das die Prämienersparnis persönlich wert ist.

TÄTIGKEITSSCHADEN

Tätigkeitsschaden, Tätigkeitsschäden VersicherungIhre private Haftpflichtversicherung kommt grundsätzlich für Schäden auf, die Sie jemandem Dritten unabsichtlich verursachen. Davon ausgenommen sind jedoch meist sogenannte Tätigkeitsschäden. Das sind Schäden, die bei aktiver Verwendung, Bearbeitung, Verwahrung oder Beförderung einer Sache entstehen – also wenn Sie sich zum Beispiel das Fahrrad eines Freundes ausleihen und damit stürzen, oder wenn Sie beim Umzug eines Freundes mithelfen und unabsichtlich dessen Fernseher zu Boden werfen.
Man hat jedoch die Möglichkeit Tätigkeitsschäden mittels zusätzlichen Deckungsbausteinen und Aufhebung des Ausschlusses mitzuversichern. Mehr Ausnahmen und häufige Irrtümer in Sachen Privathaftpflichtversicherung finden Sie hier.

UNTERVERSICHERUNGUnterversicherung

Bei der Unterversicherung ist die Versicherungssumme niedriger als der Wert der versicherten Sachen. Werden zum Beispiel neue Werte in die Wohnung eingebracht (neue Küche), erhöht sich der Versicherungswert. Wird die Versicherungssumme in Folge nicht daran angepasst, besteht das Risiko einer Unterversicherung. Im Schadenfall werden die Leistungen dann verhältnismäßig gekürzt. Achten Sie auf Unterversicherungsverzicht, dann leistet die Versicherung bei einem Schaden bis zur Höhe der vereinbarten Versicherungssumme. 

URLAUBSKLAUSEL

Urlaubsklausel Gefährliche Sportarten wie Paragleiten, Fallschirmspringen etc. sind in der privaten Unfallversicherung meist nicht versichert. Manche Versicherer bieten aber eine sogenannte „Urlaubsklausel“. Damit sind diese Aktivitäten gedeckt, wenn sie im Rahmen eines Urlaubs ausgeübt werden, sofern sie nicht den Hauptzweck der Reise ausmachen. Fragen Sie Ihren Versicherer nach dieser Klausel!

VERSICHERUNGSSUMME

Die Versicherungssumme ist die Entschädigungsgrenze des Versicherers; mehr als die Versicherungssumme wird er also nicht bezahlen. Damit Sie Ihren Schaden auch zu 100% ersetzt bekommen, sollte sie also ausreichend hoch sein. Denn ist die Versicherungssumme am Versicherungswert bemessen zu klein (Unterversicherung), wird der Entschädigungsanspruch im selben Verhältnis reduziert. Da im Versicherungsrecht ein generelles Bereicherungsverbot gilt, werden Sie andererseits nie mehr erhalten als der Schaden tatsächlich ausmacht; insofern hat auch eine Überversicherung oder Doppelversicherung nur wenig Sinn.

VINKULIERUNG

Vinkulierung ist eine Art „Verpfändung light“. Es bedeutet, dass die Auszahlung durch den Versicherer im Schadenfall an die Zustimmung eines Dritten (des Vinkulargläubigers; das ist meist die Bank) gebunden ist. Dieser kann zwar nicht die Auszahlung an sich selbst verlangen, allerdings kann er die Auszahlung an der Versicherten verhindern. Gewöhnlich werden Unfall- und Lebensversicherungen vinkuliert. Vinkulierungen sind aber auch bei Kreditkäufen geläufig, vor allem wenn zugunsten des Verkäufers bzw. Kreditgebers ein Eigentumsvorbehalt bis zur letzten Teilzahlung vereinbart ist. In der Sachversicherung (z.B. Haushalt- und Eigenheimversicherung) spricht man meist vom Sperrschein.

VORLÄUFIGE DECKUNG

vorläufige Deckung VersicherungVollen Versicherungsschutz genießt man normalerweise erst mit der Annahme des Versicherers bzw. wenn der Kunde die Polizze erhalten und die erste Prämie eingezahlt hat. Braucht man jedoch sofortigen Versicherungsschutz, kann man um einen vorläufige Deckungszusage ersuchen.

WARTEZEIT

In der Regel besteht Versicherungsschutz bereits mit Versicherungsbeginn. Bei einigen Versicherungen, etwa bei der privaten Krankenversicherung, muss aber erst eine Wartefrist von einigen Monaten abgewartet werden bevor voller Versicherungsschutz besteht.

72-STUNDEN-KLAUSEL

72 Stunden KlauselWer über das verlängerte Wochenende wegfährt, sollte die sogenannte 72-Stunden-Klausel beachten. Diese besagt: Ist mehr als 72 Stunden am Stück niemand zu Hause, muss der Hauptwasserhahn abgedreht werden. Ebenso sind Vorkehrungen gegen Frostschäden zu treffen (im Winter die Heizung nie ganz abdrehen). Verletzt man diese Obliegenheit, wird der Versicherer im Schadenfall (z.B. bei Rohrbruch) möglicherweise leistungsfrei. Also Wasser ab, sonst fließt kein Geld.