Versicherungstipps für Startups

Land der Berge, Land am Strome, Land der Bürokratie. Gerade das Gründen eines Unternehmens ist in Österreich ein Ausflug in den Dschungel der Ungewissheit. Oftmals wird dadurch übersehen, sich oder das Unternehmen angemessen zu versichern. Dies kann ein fataler Fehler sein, wenn etwa durch unerwartete Ereignisse der Traum vom Startup und vom selbstständigen Geldverdienen zum Albtraum wird. Um diese Gefahr zu vermeiden, haben wir für Sie fünf Tipps rund um das Thema Versicherungen für Startups zusammengefasst.

1. An Versicherungen denken: Ein oft vergessener Schritt in der Selbstständigkeit

Es mag den ein oder anderen wundern, aber viele Unternehmer denken vorerst gar nicht an eine Versicherung für das Unternehmen. Gründe hierfür sind einerseits Unwissenheit, denn die wenigsten sind sich bewusst, welche Versicherungen es überhaupt für Unternehmer gibt und welche man benötigt. Andererseits denken viele während ihrer Karriere als Gründer gar nicht daran, da sie von anderen Problemen oder Aufgaben völlig eingenommen sind. Gerade in der Gründungsphase schaut ein Unternehmer auf die Finanzierung und das Kundenwachstum. Ist ja verständlich. Sie sollten sich aber auch überlegen, welche Risiken Sie zu Anfang besonders hart treffen könnten.

2. Branchenabhängige Risiken analysieren – Welche Versicherung macht Sinn?

Um von vornherein schon abzuwägen welche Art der Versicherung in Frage käme, ist es unabdingbar, eine kurze Risikoanalyse durchzuführen. Es empfiehlt sich, Ihre branchenspezifische Risiken in niedrige, mittlere und hohe Risiken zu kategorisieren. Jede Branche benötigt somit auch andere Versicherungen. Katastrophenrisiken, die für das Unternehmen das Aus bedeuten würden, sollten zuallererst abgesichert werden. Bei Transportunternehmen sollte daher der Transport mit einer guten Verkehrshaftungs- und Betriebshaftpflichtversicherung versichert werden, für den Fall, dass zum Beispiel große Mengen an Waren beschäftigt werden. Analog dazu wäre eine Berufshaftplichtversicherung für ein IT-Unternehmen sinnvoll, da beispielsweise Programmierfehler schnell große Schäden anrichten können. Wurden hohe Investitionen in Betriebsanlagen und die Einrichtung investiert, sollten diese mit maßgeschneiderten Sachversicherungen inkl. Betriebsunterbrechung abgedeckt werden.

3. Branchenunabhängiges Risiko – Cyber Crime

Auch wenn Risiken größtenteils branchenabhängig sind, gibt es einige Gefahren, die für die meisten Branchen gelten. Die am stärksten wachsende Bedrohung findet sich etwa im IT-Bereich. Listige Cyber-Angriffe können schnell ganze Websites lahmlegen oder zum völligen Datenverlust führen. Dies bedeutet für ein junges Startup schnell den finanziellen Ruin, wenn das so mühsam aufgebaute Vertrauen bei den ersten wichtigen Kunden verloren geht. Neben der rechtzeitigen Investition in Cyber Security, einer ordentlichen Passwortsicherung und der Aufklärung von Mitarbeitern gegen Social-Engineering-Attacken, sollte auch mit einer Cyberversicherung vorgesorgt werden.

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4. Allgemeine Versicherungen für Startups

Im Folgenden wird ein kurzer Überblick über die wichtigsten, allgemeinen Versicherungen im Startup Bereich gegeben:

Betriebshaftpflichtversicherung

Diese ist das unternehmerische Pendant zur Privathaftpflichtversicherung. Dadurch werden das Unternehmen, sowie die zugehörigen Mitarbeiter, bei Ausführung ihrer betrieblichen Tätigkeit versichert, wenn fahrlässig fremde Sachen oder Personen geschädigt werden. Das heißt, dass Ansprüche auf Schadenersatz zuerst geprüft werden und sollte es zu einem begründeten Schadensersatzanspruch kommen, wird der Schaden im Ausmaß des Deckungsumfanges von dieser Versicherung reguliert. Sinnvoll ist die Betriebshaftpflichtversicherung vor allem für Unternehmen mit mehreren Mitarbeitern. Klassischerweise passieren solche Vorfälle oft bei handwerklichen Berufen, wo Fehler im Arbeitsprozess entstehen und sich diese nachher auf den Kunden auswirken.

Berufshaftpflichtversicherung

Dies ist eine branchenspezifische Versicherung, die für viele Selbstständige und auch Freiberufler von Relevanz ist. Das gilt vor allem für Branchen mit schweren Folgefehlern. Zudem gibt es auch Berufsgruppen, die von Gesetzes wegen eine Berufshaftpflichtversicherung abschließen müssen. Die Berufshaftpflichtversicherung unterscheidet sich von der Betriebshaftpflichtversicherung in der Regel durch den Versicherungsschutz. Sie deckt in der Regel reine Vermögensschäden, wobei die Betriebshaftpflicht auf Personen- und Sachschäden abzielt. Zu den oben erwähnten Berufsgruppen zählen beispielsweise Steuerberater, Rechtsanwälte oder Architekten. Diese Art der Versicherung ist auch für Startups mit risikoreichen Fehlern, wie etwa in der IT-Branche, sehr zu empfehlen.

D&O-Versicherung

Auch Schlüsselpersonen sollten entsprechend abgesichert werden, denn sie gehen meist ein sehr hohes Risiko ein. Geschäftsführer und Manager haften dem Unternehmen für schuldhaft begangene Pflichtverletzungen mit Ihrem Privatvermögen. Wenn man als Geschäftsführer nachlässig agiert und dadurch in die Geschäftsführerhaftung fällt, kann es in manchen Fällen bis zur Insolvenz führen. Die Directors-and-Officers-Versicherung schützt das private Vermögen des Geschäftsführers und die Vermögen der leitenden Angestellten.

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Firmenrechtsschutzversicherung

Die Berufshaftpflichtversicherung deckt bereits den passiven Rechtsschutz ab, die Firmenrechtsschutz übernimmt dagegen den aktiven Rechtsschutz. Im Falle einer Klage übernimmt die Firmenrechtsschutzversicherung die Prozesskosten, welche sich aus u.a. aus Gerichts- und Anwaltskosten zusammensetzen.

Um eine auf die eigenen Bedürfnisse maßgeschneiderte Versicherung zu finden, kann ein Berater sinnvoll sein, der einem mögliche Optionen erklärt. Die Integral Insurance Broker GmbH steht Ihnen gerne mit Rat und Tat zur Seite.

5. Betriebliche Vorsorge und private Pensionsversicherung

Als Gründer eines Startups lebt man ja eigentlich den Fortschritt der Zukunft. Nur an das Älterwerden wird oftmals nicht gedacht, obwohl Gründer auch hier eine enorm hohe Eigenverantwortung haben.

In Österreich gibt es die gesetzliche, die private und die betriebliche Altersvorsorge. Letztere gibt es nur für Angestellte, weshalb Selbstständige meistens mit einem hohen Privatanteil vorsorgen müssen. Möglichkeiten dazu sind langfristige Investitionen in Immobilien oder Aktien, traditionell Geld für das Alter zu sparen oder in eine gute private Pensionsversicherung zu investieren. Im Rahmen der Pensionszusage können Sie für unentbehrliche Arbeitskräfte oder für den Firmeninhaber selbst, Firmenvermögen steuerbegünstigt in Privatvermögen umwandeln, und zwar durch die Investition in eine Rentenrückstellungsversicherung.

Aber auch für die Mitarbeiter von Start-ups sind Pensionskassen oder betriebliche Kollektivversicherungen eine gute Maßnahme in Sachen Personalpolitik. Die zusätzliche finanzielle und solide Vorsorge für die Zukunft ist für viele junge Menschen ein Anreiz. Was wichtig ist, in Anbetracht der Tatsache, dass kleine, junge Unternehmen oftmals bei der Entlohnung einen Wettbewerbsnachteil haben. Bei Investition in eine betriebliche Altersvorsorge sind die Prämienzahlungen nicht nur von Sozialabgaben und sonstigen Lohnnebenkosten befreit, sondern auch als Betriebsausgabe absetzbar.

Alexandra
Alexandra bloggt für den LAMIE Versicherungsblog über allgemeine Versicherungsthemen und Tipps. Außerdem erstellt sie leidenschaftlich gerne Checklisten. Wie alle Mitglieder des LAMIE Teams, möchte sie schwierige Versicherungsfragen auf einfache Weise darstellen. Für Anregungen, Wünsche oder detaillierte Fragen erreichen Sie Alexandra unter blog@lamie-direkt.at