Versicherung mit oder ohne Selbstbehalt?

Selber zahlen müssen, ist immer unangenehm. Vor allem, wenn es sich um Kosten aus einem Schaden handelt, für den man eigentlich eine Versicherung abgeschlossen hat. Doch halt: Was bei Versicherungen unter dem sperrigen Begriff „Selbstbehalt“ daherkommt, kann manchmal für den Versicherten von Vorteil sein. Und zwar dann, wenn die Prämienzahlungen dadurch geringer werden. Aber alles der Reihe nach.

Was ein Selbstbehalt oder eine Selbstbeteiligung ist, ist schnell erklärt: Der Versicherte trägt im Schadenfall einen Teil der Kosten selber. Das kann ein Prozentsatz sein oder ein Fixbetrag. Meist bewegt sich der Selbstbehalt in Höhe von einigen hundert Euro.
Der Clou beim Selbstbehalt: Er reduziert meine Prämienzahlung und das ist angenehm. Doch soll nun jede Versicherung mit Selbstbehalt abgeschlossen werden? Und gibt es denn Versicherungen ohne Selbstbehalt? Ein genauer Blick in die Versicherungswelt zeigt: Ein Selbstbehalt kann zwar immer vereinbart werden, doch wirklich sinnvoll ist er nicht immer.

Zum Beispiel bei einer Reiserücktrittsversicherung. Eine Besichtigungsreise in die USA muss wegen akuter Erkrankung abgesagt werden, der Badeurlaub fällt wegen einer unerwarteten Schwangerschaft ins Wasser – ein Selbstbehalt senkt zwar die Prämie um ein paar Euro, doch das kann rasch teuer werden. Durch den Selbstbehalt bekomme ich nämlich nicht den vollen Preis der Reise zurück, den ich ursprünglich bezahlt habe. Es entstehen mir also Kosten für eine Reise, die ich gar nicht genossen habe. Das soll doch vermieden werden. Daher: Um den vollen Preis ersetzt zu bekommen, auf den Selbstbehalt verzichten und lieber ein paar Euro mehr für die Prämie zahlen.

Diffiziler ist die Lage bei der Haftpflichtversicherung. Und hier gebietet es eigentlich die Vernunft, die Versicherungsvariante mit Selbstbehalt zu wählen. Oft geht es um kleinere Schadenfälle, wo der Selbstbehalt um einiges höher ist als der eigentliche Schaden. Aber es kann auch – Gott bewahre – ganz anders kommen. Wenn man z.B. einen tödlichen Unfall verursacht, wird man womöglich mit Schadenskosten konfrontiert, die einem ein Leben lang belasten. Gut, wenn man eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen hat – den Mehraufwand durch den Selbstbehalt nimmt man in so einem Fall gerne in Kauf.

Etwas klarer ist die Sache bei der Versicherung fürs Auto oder die private Zusatzkrankenversicherung. Die Kosten für einen Schaden- bzw. Krankheitsfall sind meist viel höher als der Selbstbehalt. Was diesen aber wirklich bestechend macht, ist der oben erwähnte Vorteil: Die zu zahlende Prämie wird dadurch um einiges geringer. Hier kann sich sogar ein höherer Selbstbehalt bezahlt machen, vor allem dann, wenn man viele Jahre unfallfrei fährt bzw. gesund bleibt.

Ob man sich für oder gegen einen Selbstbehalt entscheidet, kann natürlich auch immer von der persönlichen Lebenssituation abhängen. Für die Studenten in der WG kann der akut zu bezahlende Selbstbehalt belastender sein als ein paar Euro mehr für die Versicherungsprämie übers Jahr gerechnet. Der Selbstbehalt muss selbstverständlich für den einzelnen tragbar sein. Generell sollte man sich aber die Frage stellen, ob mir die Prämienersparnis nicht mehr wert ist, als der gegebenenfalls zu zahlende Selbstbehalt, rät LAMIE direkt. Vor allem bei der Haushalts- und Eigenheimversicherung. Die Schäden zuhause – etwa durch einen Wohnungsbrand oder eine Überschwemmung – können nämlich ziemlich hoch sein. LAMIE direkt bietet für die Haushalts- und Eigenheimversicherung drei Stufen von Selbstbehalten an – keiner, 100 oder 250 €. Und mit dem praktischen Online-Rechner sieht man sofort, wie sich die Höhe des Selbstbehalts auf die Prämie auswirkt.

Faustregel: Je kleiner der mögliche Schadenfall, desto weniger Sinn hat es, einen Selbstbehalt zu vereinbaren.

LAMIE-TIPP

  1. Um unliebsame Überraschungen zu vermeiden: Schauen Sie sich Ihre Versicherungsverträge genau an. Manchmal enthalten sie nämlich Selbstbehalte ohne, dass es Ihnen bewusst ist.
  2. Bei der Haushalts- bzw. Eigenheimversicherung von LAMIE direkt gibt es den dreistufigen Selbstbehalt zum Auswählen. Passend für jede Lebenslage und jährlich veränderbar.
Lisa
Die Gastredakteurin Lisa bloggt für LAMIE direkt über alle möglichen Versicherungsthemen. Sie bringt den Außenblick mit und beschreibt, worauf es bei Versicherungen ankommt. Für Anregungen, Wünsche oder detaillierte Fragen erreichen Sie Lisa unter blog@lamie-direkt.at