Versicherung gegen die Kosten einer Wahlwiederholung

Die Pannen rund um die Bundespräsidentenwahl 2016 sorgten nicht nur für internationales Kopfschütteln und schadeten dem Image Österreichs, mit der Wahlwiederholung sind auch enorme Kosten verbunden. Um dasselbe Geld hätte man zum Beispiel 100 Familienwohnungen errichten können. Könnte sich der Staat Österreich oder gar Privatpersonen zukünftig gegen eine solche Wahlwiederholung versichern? Unsere Experten haben sich erkundigt.

Pokémon-Go-Versicherung, Hochzeitswetterversicherung, Atomversicherung, diverse Körperteil-Versicherungen usw. – die Versicherungsbranche ist mittlerweile so kreativ geworden, dass man das Gefühl hat, alles sei versicherbar. Nun ja, eine Wahlversicherung für den Staat und auch für Private ist jedenfalls schon möglich.

Staat: Versicherung gegen Wahlwiederholung

Durch die Wiederholung einer ungültigen Wahl entstehen zusätzliche Kosten in der Höhe von ca. 10 – 15 Mio. €. Diese setzen sich großteils zusammen aus den Personalkosten für die Vorbereitung und Durchführung der Wahl sowie aus den Postgebühren für die Briefwahl.

Die Republik Österreich könnte sich mit einer Spezialversicherung gegen die zusätzlichen Kosten einer Wahlwiederholung absichern. Die Versicherungsprämie dafür würde nur einen marginalen Betrag der tatsächlichen Kosten ausmachen und wäre bei einer Versicherungssumme von 15 Mio. € bereits ab einer Prämie von ca. 40.000 € möglich – und das für alle im Land abgehaltenen Wahlen eines Jahres.

Privatpersonen: Versicherung gegen ein „unerwünschtes Ergebnis“

Trotz großer Polarisierung wird der einzelne Österreicher unabhängig vom Wahlausgang vermutlich durch keine direkten Auswirkungen betroffen sein. Brennende Autos auf Grund von Unruhen nach Wahlen gibt es zwar in anderen Ländern, in Österreich herrscht aber zumindest auf Bevölkerungsebene eine kultivierte Politikkultur. Sollte es dennoch zu Sachbeschädigungen (Autos, Fassaden, Fensterscheiben) aufgrund von Demonstrationen in städtischen Gebieten kommen, sind solche Schäden in den gängigen Eigenheim- oder Kaskoversicherungen meist leider ausgeschlossen.

Grundsätzlich wäre es aber möglich, sich gegen ein negatives Ergebnis bzw. den „falschen Wahlsieger“ zu versichern. Möchte man etwa im Extremfall das Land für die nächsten Jahre verlassen, wäre es etwa denkbar, im Rahmen der bestehenden Haushalts- oder Eigenheimversicherung eine Betreuung des Heimes während der Abwesenheit zu organisieren. Dies geht vom Rasenmähen, über das Entleeren des Briefkastens bis zu den notwendigen Wartungsarbeiten (z.B. Gastherme). Man könnte auch weitergehen und die Kosten decken die ein Umzug ins Ausland verursachen würde. Private könnten zum Beispiel einen Abwesenheits- oder Umzugskostenschutz bis 10.000 € um eine Prämie von 50 € im Jahr kaufen.

Manch einer könnte jetzt denken, dass mit solchen Ideen nur zur Überversicherung der Österreicher beigetragen wird. Aber wer weiß, vielleicht wäre eine solche Versicherung aufgrund der polarisierten Massen und der etwas angeknacksten politischen Lage in Österreich für die Nationalratswahlen eine Überlegung wert?

Thomas
Thomas ist Mitglied des LAMIE Teams und „Wächter“ über die Presse. Gibt es Neuigkeiten rund um Versicherungen, berichtet er darüber im LAMIE Versicherungsblog. Für Anregungen, Wünsche oder detaillierte Fragen erreichen Sie Thomas unter blog@lamie-direkt.at