Social Media, Fotos und das Urheberrecht

In Zeiten von Social Media hat so gut wie jede Person, egal ob jung oder alt, einen eigenen privaten Online-Bereich, auf dem nach Lust und Laune gepostet werden kann, was einem so gefällt und was man für ein Posting als würdig erachtet. So gut wie allen Altersklassen kann es aber passieren, dass das falsche Katzenfoto aus den weiten des Internets regepostet wird, da der Schöpfer des Bildes keine Zustimmung zur Verwendung gegeben hat. Es kann auch Vorkommen, dass der Urheber des Bildes es genau auf solche Fälle abgesehen hat und nur darauf wartet, dass jemand unbedacht sein Bild verwendet – ein Verwendungsanspruch in Kombination mit anwaltlichem Einschreiten kann mehrere Tausend Euro kosten! Wir verraten Ihnen, woran Sie beim Posten fremder Inhalte denken sollten.

Was ist eigentlich urheberrechtlich geschützt?

Das Urheberrecht selbst, ist das Recht an einem „Werk“ von demjenigen, der es geschaffen hat. Ein Werk im Sinne des Urheberrechtgesetzes ist eine sogenannte „eigentümliche geistige Schöpfung“, die unter anderem auf den Gebieten der Literatur, der Tonkunst, der bildenden Künste oder der Filmkunst vorliegen kann. Als Beispiel entsteht das Urheberrecht an einem Foto automatisch mit der Aufnahme des Bildes – es bedarf keiner Anmeldung oder dergleichen. Möchten Sie das Urheberrecht eines Ihrer Bilder behaupten, müssen Sie zweifelsfrei nachweisen können, dass es sich bei dem Foto um Ihr Werk handelt (beispielsweise durch Logdateien, Urkunden, Zeugenaussagen, etc.). Hauptaspekt des Urheberrechts ist die umfassende Möglichkeit zu bestimmen, wie und von wem das Werk verwendet werden darf. Dritte müssen also in jedem Fall vor der Verwendung des Bildes um Erlaubnis bitten. Tun sie das nicht, liegt eine Urheberrechtsverletzung vor.

Kosten eine Urheberrechtsverletzung

Bei einer Verletzung des Urheberrechts hat der Rechteinhaber nach österreichischer Rechtslage Anspruch auf angemessenes Entgelt und bei Verschulden (wenn vom Rechteinhaber vor Veröffentlichung keine Zustimmung eingeholt wurde) auch Schadenersatz. Der Begriff „angemessen“ ist damit beziffert, wieviel der Rechteinhaber üblicherweise am Markt für eine gleichartige Nutzung hätte verlangen können (fiktive Lizenzgebühr). Verständlicherweise fällt das in der Praxis oft sehr ungenau aus und führt zu einer gewissen Rechtsunsicherheit. Oft sind auch genau aufgrund dieser Unsicherheit die Forderungen der fiktiven Lizenzgebühr von vornherein erhöht. Wer es genauer wissen möchte, kann sich zunächst grundsätzlich an den Honorarempfehlungen entsprechender Fachverbände orientieren:

Gemäß Urheberrechtsgesetz gebührt, auch ohne konkreten Nachweis, dem Rechtsinhaber das Doppelte des zuvor erwähnten angemessenen Entgelts als Schadenersatz (sofern nicht sogar ein höherer Schaden nachgewiesen wird!). Als Richtschnur kann man sagen, dass eine Bildnutzungslizenz für die Verwendung auf einer Webdomain über einen längeren Zeitraum hinweg ungefähr 500 € (laut Berechnung einer Fachvertretung) kostet. Man könnte somit auf einen Streitwert von 1000 € schließen, bei welchem man dann mit zusätzlichen ungefähren Anwaltskosten von 200 € (gem Rechtsanwaltstarifgesetz) zu rechnen hat. Als unverbindlichen und groben Richtwert kann man für ein Bild also mit einer gesamten tatsächlichen (und auch gerechtfertigten) Forderung von 1200 € sprechen.

Wie sieht die Abmahnung aus?

Wenn ein Urheberrecht verletzt wurde und der Verletzung nachgegangen wird, kann es sein, dass man Post von einem Anwalt bekommt. Für gewöhnlich enthält dies folgende Punkte:

  • die Forderung, die konkrete Verletzung zu unterbinden (oder das Foto zu löschen)
  • eine Unterlassungserklärung (aktuell und für die Zukunft)
  • eine Lizenzgebühr für die bisherige Nutzung
  • Schadenersatz für die zustimmungslose Verwendung des Bildes
  • die angefallenen Anwaltskosten

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Urheberrechtsverletzung: Zahlt die Versicherung?

Die meisten Personen haben im Rahmen ihrer Haushaltsversicherung auch eine Privathaftpflichtversicherung. Diese schützt vor Schadenersatzverpflichtungen die alltäglichen Risiken entspringen und trägt bei unbegründeten Ansprüchen auch die Verteidigungskosten. Urheberrechtsverletzungen sind jedoch keine alltäglichen Risiken und deshalb in der Regel ausgeschlossen.

Auch in den diversen Rechtsschutzversicherungen findet sich meistens ein Ausschluss für sogenannte Immaterialgüterrechte – dazu zählen neben Patent- und Musterstreitigkeiten auch Urheberrechtsverletzungen. Bei einem Standardversicherungspaket, ohne für solche Risiken einen speziellen Deckungsbaustein mitvereinbart zu haben, ist man als Durchschnittsperson also nicht gegen dieses Risiko versichert.

Bei einem Vorwurf kann man sich zunächst kostenlos an den österreichischen Internetombudsmann wenden. Hier wird man konkret beraten, welche nächsten Schritte notwendig sind. Zusätzlich finden sich auf der Plattform noch ausgebarbeitete FAQs zum Thema.

Was kann man tun um Urheberrechtsverletzungen zu vermeiden?

Es ist grundsätzlich egal, ob bei einem Foto ein Copyright-Vermerk (©) oder ein sonstiger Hinweis fehlt. Sie müssen bei einem Posting immer die Zustimmung des Urhebers einholen. Man sollte also keine Fotos posten, wenn man sich ihrer Herkunft nicht sicher ist und man nicht das Einverständnis des Inhabers hat.

Fotos, welche man schon posten darf, sind solche mit einer sogenannten „Creative Commons“ Lizenz. Die Verwendungsrechte wurden vom Rechteinhaber „freigegeben“. Aber auch in diesem Fall empfiehlt es sich nachzuprüfen, dass es sich bei dem „Freigebenden“ auch tatsächlich um den Rechteinhaber handelt und nicht um einen Dritten, sonst werden wiederum Urheberrechte verletzt. Um absolut sicher zu gehen, sollte man generell nur die eigenen Fotos im Internet und auf Social Media Seiten posten.

Zusätzlich zur Creative Commons Zero (CC0) Lizenz gibt es noch andere Bilddatenbanken, die eine freie und auch kommerzielle Nutzung erlauben. Diese Datenbanken haben sowohl Bilder ihre eigene, freie Lizenz, als auch zum Teil Fotos mit CC0 Lizenz. Zum Beispiel:

Alexandra
Alexandra bloggt für den LAMIE Versicherungsblog über allgemeine Versicherungsthemen und Tipps. Außerdem erstellt sie leidenschaftlich gerne Checklisten. Wie alle Mitglieder des LAMIE Teams, möchte sie schwierige Versicherungsfragen auf einfache Weise darstellen. Für Anregungen, Wünsche oder detaillierte Fragen erreichen Sie Alexandra unter blog@lamie-direkt.at