Unwetter: Was tun, damit die Versicherung bei Schäden zahlt?

Dachziegel kaputt, Dellen im Auto, Fernseher tot – ein Unwetter kann eine Spur der Verwüstung anrichten. Wenn es einen selbst trifft, ist man froh, dass es Versicherungen gibt. Bei Haushaltsversicherung & Co sind jedoch einige Pflichten einzuhalten, damit der Versicherer bei einem Schaden zahlt. LAMIE verrät euch welche.

Je nachdem wer oder was dem Unwetter zum Opfer fällt, kommen unterschiedliche Versicherungen zum Tragen sowie unterschiedliche Obliegenheiten vor oder nach Eintritt des Schadens.

Welche allgemeinen Obliegenheiten bei allen Versicherungen gelten, können Sie hier nachlesen. Dazu gehören unter anderem: Schaden dokumentieren, melden, klein halten und Folgeschäden vermeiden.

Schäden an Wohnung oder Haus

Die Eigenheimversicherung deckt Unwetterschäden am Gebäude, die Haushaltsversicherung ist für Schäden am Wohnungsinhalt zuständig. Versichert sind unter anderen Gefahren wie Sturm, Blitzschlag, Hagel, Schneedruck, Dachlawinen, Felssturz, Erdrutsch, Erdbeben, Überschwemmung etc. Mit den HORA Kartendarstellungen können Sie mögliche Gefährdungen durch Naturgewalten in Ihrem Gebiet abrufen und so feststellen, welche Gefahren für Sie besonders relevant sind. Prüfen Sie Ihren Versicherungsvertrag danach!

To-Do: Sämtliche Türen und Fenster müssen bei drohenden Unwettern und Stürmen geschlossen werden. Ebenso sind sämtliche Gegenstände auf Balkon, Terrasse oder im Garten zu sichern (Schadenminderungspflicht) und potentielle Schadenquellen zu beseitigen (z.B. morsche Bäume im Garten, lockere Dachziegel).

LAMIE-TIPP Prüfen Sie, ob auch der indirekte Blitzschlag in Ihrer Haushaltsversicherung mitversichert ist. Schlägt ein Blitz in der Nähe Ihres Zuhauses auf dem Boden ein, kann die Spannung über Strom- und Telefonleitungen ins Haus geleitet werden. Dies kann mit einem Schlag Ihre elektronischen Geräte beschädigen.

LAMIE-TIPP In guten Verträgen sind auch die Kosten für Aufräumarbeiten versichert. Dokumentieren Sie die durch Aufräumen entstanden Kosten und Ihre geleistete Arbeit.

Schäden am Auto

Wenn Ihr Auto plötzlich nicht mehr auf Ihrem Parkplatz steht, weil es durch eine Überschwemmung an den nächstbesten Baum katapultiert wurde, zahlt die Kaskoversicherung den Schaden. Auch mögliche Abschleppkosten zur nächsten Werkstatt sind versichert.

Achtung: Beim Fahren während eines Unwetters ist höchste Vorsicht geboten. Wenn Sie durch ein Fehlverhalten einen Schaden am eigenen Auto schuldhaft verursachen, kann die Versicherung die Zahlung ablehnen. Ein paar Beispiele dazu:

  • Sie fahren während eines Sturms zu schnell und übersehen aufgrund schlechter Sicht einen umgestürzten Baum auf der Fahrbahn.
  • Sie erschrecken aufgrund eines Blitzeinschlags in Ihrer Nähe und verlieren dabei die Kontrolle über Ihr Fahrzeug.
  • Sie fahren bei einsetzendem Hagel weiter, obwohl Sie die Möglichkeit haben, Ihr Auto in einer Garage zu parken.
  • Sie passen Ihre Fahrweise nicht dem aufziehenden Sturm an und werden aufgrund überhöhter Geschwindigkeit von Seitenwinden gegen die Leitplanke gedrückt.

Unwetter, Gewitter, Sturm, Unwetterschäden Auto, Versicherung,

To-Do: Parken Sie Ihr Auto nicht an einer gefährdeten Stelle (z.B. unter einem morschen Baum, in der Nähe großer Wassermengen). Bei einem drohenden Wasserschaden (z.B. wenn das Auto in 1 Meter hohem Wasser steht) sollten Sie auch den Motor nicht mehr starten. Die Versicherung kann die Leistung sonst mit dem Einwand der groben Fahrlässigkeit ablehnen. Ein bereits entstandener Schaden muss dem Versicherer gemeldet und darf nicht ohne dessen Zustimmung repariert werden.

Wer nur haftpflichtversichert ist, muss Sturmschäden zumeist aus der eigenen Tasche zahlen. Denn Schäden durch umfallende Bäume gelten als „durch höhere Gewalt verursacht“, egal ob sie parkende, haltende oder fahrende Autos beschädigen. Anders sieht es aus, wenn der Schaden durch einen Dritten schuldhaft verursacht worden ist wie z.B. ein Werbeunternehmen, das herabgestürzte Plakatwände zuvor mangelhaft montiert hat. In diesem Fall haftet dieses für den Schaden, den die Plakatwerbung an Ihrem Auto verursacht hat.

Jemand wird verletzt

Wird durch die eigene Unachtsamkeit jemand geschädigt oder verletzt – wenn z.B. ein Sturm Ihre Blumentöpfe vom Balkon weht und dabei ein Fußgänger schwer verletzt wird – springt die (Privat-)Haftpflichtversicherung ein. Achten Sie auf eine ausreichend hohe Haftpflichtsumme (nie unter 1 Mio. €).

To-Do: Ohne Zustimmung der Versicherung dürfen Sie Schadensersatzansprüche nicht anerkennen bzw. Ihre Schuld bestätigen. Melden Sie den Schaden unverzüglich Ihrer Versicherung und befolgen Sie deren Anweisung.

Verletzt sich aber ein Mitglied des Haushalts, hilft bei (selbst verschuldeten) Unfällen in der Freizeit die private Unfallversicherung. Wird man am Arbeitsplatz oder auf dem Weg dorthin von einem herumfliegenden Ast getroffen, kommt die gesetzliche Unfallversicherung ins Spiel.

To-Do: Man muss selbstverständlich den Schaden der Unfallversicherung melden, sich unverzüglich ärztlich behandeln lassen (evtl. wird der Arzt von der Versicherung bestellt), die Behandlung auch abschließen und sollte sämtliche Bestätigungen bzw. Belege aufheben.

 

Kennen Sie noch ein Szenario, dass wir hier nicht erwähnt haben? Dann schreiben Sie uns doch einfach einen Kommentar.

Sie möchten wissen, ob Sie ausreichend gegen Unwetter abgesichert sind, blicken aber bei Ihrem Versicherungsvertrag nicht durch? Der LAMIE Schadenshelfer prüft das gerne kostenlos für Sie. Einfach Ihre Fragen hier einsenden.

 

Alexandra
Alexandra bloggt für den LAMIE Versicherungsblog über allgemeine Versicherungsthemen und Tipps. Außerdem erstellt sie leidenschaftlich gerne Checklisten. Wie alle Mitglieder des LAMIE Teams, möchte sie schwierige Versicherungsfragen auf einfache Weise darstellen. Für Anregungen, Wünsche oder detaillierte Fragen erreichen Sie Alexandra unter blog@lamie-direkt.at