Unterversicherung: Was sind die Folgen bei zu niedriger Versicherungssumme?

Wenn man eine neue Versicherung abschließt, liest man spätestens bei Durchsicht der Vertragsdokumente das ominöse Wort „Versicherungssumme“. Doch was ist, wenn diese zu niedrig ist? Und was heißt in diesem Zusammenhang das Wort „Unterversicherung“? Wir haben die wichtigsten Begriffe für Sie zusammengefasst und klären auf.

Versicherungssumme: Der richtige Betrag ist entscheidend

Ganz grundsätzlich stellt sich die Frage, was genau dieser Begriff „Versicherungssumme“ eigentlich beschreibt. Bei der Versicherungssumme geht es um die Summe der versicherten Gegenstände. Es handelt sich also um jenen Betrag, der im Falle eines Schadens im Höchstfall von der Versicherung ausbezahlt wird.

Ein kleines Beispiel: Wenn Sie eine Haushaltsversicherung abschließen, sollten Sie mitbedenken, wie viel die Gegenstände in Ihrer Wohnung in etwa wert sind. Konkret geht es hierbei um die Möbel, Dinge wie Technik oder Kleidung und sonstige Einrichtung. Wenn Sie die Werte dieser Gegenstände zusammenrechnen, sollte dies in etwa der Versicherungssumme entsprechen. Das heißt also, wenn beispielsweise der Wert Ihrer Gegenstände 60.000 Euro beträgt, sollte auch die Versicherungssumme mindestens 60.000 Euro betragen. Wichtig ist daher, dass die Versicherungssumme dem bzw. den tatsächlichen Wert(en) entspricht.

Unterversicherung Versicherungssumme

Aber warum ist das so wichtig? Dies ist deshalb so, damit Sie im Schadensfall ausreichend versichert sind.

Was passiert, wenn der Betrag nicht stimmt?

Wenn der Betrag der Versicherungssumme nicht stimmt, kann dies aus zwei Gründen der Fall sein: Entweder er ist zu hoch oder zu niedrig.

Wenn die Versicherungssumme zu hoch ist, haben Sie als Kunde den Nachteil, dass Sie zu viel Prämie bezahlen. (Die Prämie ist der einmalige oder regelmäßige Betrag, den Sie für die Versicherung bezahlen.) Dazu ein kleines Rechenbeispiel: Wenn der Wert Ihrer Gegenstände 60.000 Euro beträgt, dann sollte Ihre Versicherungssumme eben auch (in etwa) so hoch sein. Sagen wir, dass Sie für die Versicherungssumme von 60.000 Euro beispielsweise 50 Euro Prämie pro Monat bezahlen. Der tatsächliche Wert wäre aber nur 40.000 Euro. Somit sind Sie um 20.000 Euro über dem eigentlichen Wert versichert, also überversichert. Die eigentliche von Ihnen zu bezahlende Prämie würde bei der Versicherungssumme von 40.000 Euro aber nur 35 Euro betragen. Wenn es dann zu einem Schadenfall in einer Höhe von sagen wir einmal 1.000 Euro kommt, dann bekommen Sie aber bei der Überversicherung nicht mehr ausbezahlt, weil Sie mehr Prämie bezahlt haben, sondern es bleibt bei den 1.000 Euro. Der Grund ist, dass Sie immer nur den tatsächlichen Wert des Schadens ersetzt bekommen können. Der Nachteil für Sie, dass Sie 15 Euro pro Monat zu viel bezahlen, bleibt.

Daher ist es in so einem Fall der Überversicherung am besten, Sie treten mit Ihrem Versicherer, Versicherungsmakler oder Versicherungsagenten in Kontakt und besprechen gemeinsam, ob es auch möglich ist und Sinn macht, einen Vertrag zu einer niedrigeren Versicherungssumme und somit geringeren Prämie abzuschließen.

Unterversicherung Versicherungssumme
Damit Sie sich nicht grün und blau ärgern, sollte die Versicherungssumme dem tatsächlichen Wert entsprechen.

Der zweite Fall einer falschen Versicherungssumme ist, dass Sie zu niedrig versichert sind. Der Betrag liegt somit unter dem bzw. den tatsächlichen Wert(en). Daher spricht man auch von einer sogenannten „Unterversicherung“. Konkret kann Ihnen bei einer Unterversicherung Folgendes passieren: Zum einen könnte im Fall eines großen Schadens, wie beispielsweise Brand, Ihr Schaden wie ein Wiederaufbau nicht ausreichend gedeckt sein. Die Kosten aus der Differenz der Versicherungssumme und des tatsächlichen Schadens müssen Sie dann selbst bezahlen. Oder es könnte auch sein, dass die Versicherung auch im Falle eines kleineren Schadens den Einwand erhebt, dass Sie unterversichert waren und daher Ihren Schaden (obwohl er innerhalb der Versicherungssumme liegt) nur anteilig bezahlt (das bedeutet, also die Auszahlung ist im Verhältnis der Versicherungssumme zum eigentlichen Wert der versicherten Sachen).

Auch hier ein kleines Rechenbeispiel dazu: Gehen wir wieder vom obigen Fall aus: Sie haben in Ihrem Versicherungsvertrag eine Versicherungssumme von 60.000 Euro und zahlen eine monatliche Prämie von 50 Euro. Der tatsächliche Wert der versicherten Sache liegt aber bei 80.000 Euro. Für diesen Betrag müssten Sie monatlich eigentlich 75 Euro Prämie bezahlen. Wenn Sie nun beispielsweise einen Brandschaden haben und die Gegenstände im Wert von 80.000 Euro alle vernichtet werden, dann zahlt die Versicherung Ihnen nur 60.000 Euro aus, da Sie ja nur für diesen Betrag auch Prämie bezahlt haben. Die restlichen 20.000 Euro müssen Sie dann selbst tragen.

Wie oben angeführt, kann Ihnen aber auch etwas Ähnliches passieren, wenn der Schaden nicht so groß ist und unter den 60.000 Euro liegt. Haben Sie nämlich einen Schaden in der Höhe von 1.000 Euro, dann zahlt Ihnen die Versicherung womöglich auch nicht 1.000 Euro aus, sondern bezahlt nur anteilig, das bedeutet also, die Summe des Schadens wird im Verhältnis zur vereinbarten Versicherungssumme gesetzt. Bei einer Versicherungssumme von 60.000 Euro und einem tatsächlichen Wert von 80.000 Euro entsteht ein Verhältnis von 1:1,3. Somit würden Sie dann nicht 1.000 Euro ausbezahlt bekommen, sondern nur 750 Euro. Die übrigen 250 Euro müssten Sie dann aufgrund der Unterversicherung selbst bezahlen.

Somit bezahlen Sie bei einer Unterversicherung zwar weniger Versicherungsprämie, jedoch kann das wie in den Beispielen deutlich gezeigt, im Schadensfall ein deutlicher Nachteil für Sie sein.

Wie kann ich eine Unterversicherung vermeiden?

Damit Sie nicht in einer der soeben angeführten Situationen einer Unterversicherung kommen, sollten Sie beim Abschluss der Versicherung überlegen, ob die Versicherungssumme mit dem bzw. den tatsächlichen Wert(en) übereinstimmen kann. Wenn es sich um mehrere Gegenstände handelt, die Sie versichern möchten (beispielsweise bei einer Haushaltsversicherung), dann rechnen Sie den Wert der Gegenstände zusammen. Diese Summe vergleichen Sie dann mit der Versicherungssumme.

Natürlich kann es sein, dass man die genauen Beträge nicht mehr 1:1 weiß. Oder es kann auch sehr mühsam sein, alle Beträge aufzusummieren. Als LAMIE bieten wir daher für unsere Kunden beim Online Abschluss unserer Haushaltsversicherung die Möglichkeit an, die Ausstattung detailliert anzupassen. Konkret können unsere Kunden durch Mausklick zwischen „Standard-Ausstattung“, „gehobener Ausstattung“ und „exklusiver Ausstattung“ in den Bereichen Möbeln, Kleidung, Technik, Küche und Bad wählen. Zusätzlich ist zu jeder Kategorie eine eigene Erklärung angeführt, die Ihnen die Einordnung Ihrer Gegenstände zusätzlich erleichtern soll.

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Außerdem haben Sie beim Abschluss einer Haushaltsversicherung über unsere LAMIE Homepage bei unserem Bewertungssystem einen weiteren tollen Vorteil: In diesem Falle verzichten wir auf unser Recht eine Unterversicherung im Schadensfall als Einwand zu erheben. Dies wäre nach allgemeinem Versicherungsrecht (konkret § 56 VersVG) möglich. Weil unsere Kunden bei uns aber an erster Stelle stehen, verzichten wir aber darauf. (Stand 12.03.2021; genauere Informationen entnehmen Sie bitte aus unseren aktuellen Allgemeinen Versicherungsbedingungen)

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Sophia
Sophia ist Mitglied des LAMIE Teams und hilft anderen die komplexe Welt des Versicherungsrechts leichter zu verstehen. Daneben liebt sie fremde Länder und Tee in allen nur möglichen Variationen. Für Anregungen, Wünsche oder detaillierte Fragen erreichen Sie Sophia unter blog@lamie-direkt.at