Unfall in der Freizeit: Was die Sozialversicherung nicht zahlt

Die meisten Unfälle – nämlich 75% – passieren im Haushalt oder bei Freizeitaktivitäten. In Österreich waren es 2018 rund 800 Haushaltsunfälle täglich. Durch die gesetzliche Unfallversicherung sind nur Unfälle in der Arbeit oder auf dem Weg dorthin abgesichert – also nur ein kleiner Teil aller Verunglückten. Die Sozialversicherung bietet zwar ein Auffangnetz was die Behandlung betrifft, kommt jedoch längst nicht für alles auf, was so ein Freizeitunfall mit sich ziehen kann. Wir geben dazu einen kleinen Überblick.

In der gesetzlichen Unfallversicherung sind nur Unfälle versichert, die sich am Arbeitsplatz, in Uni, Schule und Kindergarten oder auf dem Weg dorthin ereignen (sogenannte Wegunfälle). Fällt man nun in der Freizeit vom Fahrrad, bedeutet das natürlich nicht, dass man komplett schutzlos ist. Die gesetzliche Krankenversicherung kommt für die Behandlungskosten auf, nicht aber für die Folgeschäden.

Bei bleibender Invalidität kann dies Ihren Alltag stark einschränken. Sie benötigen vielleicht einen Rollstuhl, können nicht mehr Autofahren und müssen beispielsweise für den behindertengerechten Umbau der Wohnung selbst aufkommen. Im schlimmsten Fall können Sie Ihren Beruf nicht mehr ausüben.
 
Unfallfolgen
 

Leistungen, welche die gesetzliche Kranken- und Unfallversicherung bei einem Freizeitunfall nicht übernimmt:

  • Jegliche Unfallfolgekosten
  • Heilbehelfe (Rollstuhl, Prothesen etc.) über einem bestimmten Betrag
  • Heilkosten (erstmaliger Zahnersatz, Krankentransporte)
  • Bergungskosten und Rückholkosten (z.B. bei einem Skiunfall im Gebirge): Bei einem Hubschraubereinsatz entstehen schnell Kosten bis zu 10.000€.
  • Alternativmedizinische Therapiekosten und Spezialbehandlungen
  • Kosmetische Operationen
  • Rentenzahlung für die Unfallfolgekosten
  • Spitalgeld (Kostenbeitrag pro Pflegetag eines stationären Aufenthalts)
  • Entgeltfortzahlung bei Verdienstausfall aufgrund längerer Arbeitsunfähigkeit: Als sozialversicherungspflichtiger Angestellter oder Arbeiter erhält man nur bis zu sechs Wochen der Arbeitsunfähigkeit über Ihren Dienstgeber die vollen Bezüge. Danach gibt es ein geringes gesetzliches Krankengeld für bis zu einem Jahr. Selbstständige bekommen dies nicht und auch Berufe mit Schichtzulagen und Trinkgeldern verlieren dadurch einen erheblichen Anteil. Das gesetzliche Krankengeld kann mittels privater Unfallversicherung durch ein sogenanntes Taggeld aufgestockt werden.

Therapie nach Unfall, Unfallfolgekosten
 
Diese Lücken können nur mit der Renten- oder Einmalzahlung aus einer privaten Unfallversicherung gedeckt werden.

Bei Berufsunfähigkeit nach einem Unfall

Im Falle der Berufsunfähigkeit gibt es zwar eine staatliche Invaliditätspension, diese ist aber gering und erhält meist nicht annähernd den gewohnten Lebensstandard. Vor allem dann nicht, wenn sich der Unfall schon in jungen Jahren ereignet hat. Durch private Vorsorge kann diese gesetzliche Rente aufgestockt werden. Wobei was den Beruf betrifft zwischen der privaten Unfallversicherung und der Berufsunfähigkeitsversicherung unterschieden werden muss.

Unfälle im Urlaub

Auf Reisen, besonders bei sportlichen Aktivurlauben, sollten Sie an eine Unfallversicherung mit weltweiter Deckung denken. Da sich die Gültigkeit der Europäischen Krankenversicherungskarte (EKVK) – diese befindet sich auf der Rückseite Ihrer E-Card – nur auf EU-Mitgliedsstaaten, EWR-Staaten, die Schweiz, Bosnien und Herzegowina, Montenegro, Serbien sowie Nordmazedonien beschränkt und es generell bei Arztbesuchen im Ausland viele Ausnahmen gibt, ist eine umfassende Reisekranken- und Reiseunfallversicherung empfehlenswert.
 

 

Alexandra
Alexandra bloggt für den LAMIE Versicherungsblog über allgemeine Versicherungsthemen und Tipps. Außerdem erstellt sie leidenschaftlich gerne Checklisten. Wie alle Mitglieder des LAMIE Teams, möchte sie schwierige Versicherungsfragen auf einfache Weise darstellen. Für Anregungen, Wünsche oder detaillierte Fragen erreichen Sie Alexandra unter blog@lamie-direkt.at