Umzug – wer haftet bei Schäden?

Fast jeder kennt die Situation: Ein Wohnungswechsel steht bevor und man steht vor der Frage, ob man den Umzug alleine „schultert“ oder von Profis durchführen lässt. Oft spielen die hohen Kosten von Umzugsunternehmen eine wesentliche Rolle; doch diese Sparsamkeit kann sich bei eventuellen Schäden rächen. LAMIE klärt auf wer, wann und wie haftet.

Umzug und Haushaltsversicherung

Natürlich versucht man alles, um Schäden während des Umzugs zu vermeiden. Falls es dann doch passiert, kommt die Haushaltsversicherung in der Regel für Schäden durch z.B. Feuer, Sturm, Einbruch, Leitungswasserschäden etc. auch während des Umzugs auf. Die Haushaltsversicherung übersiedelt bei den meisten Versicherungsanbietern mit, sofern der Umzug gemeldet wird. Das bedeutet, dass die Versicherung vorübergehend sowohl für die alte, als auch die neue Wohnung besteht. Abhängig vom Versicherer kann auch während des Transports Versicherungsschutz bestehen. Zu beachten ist in dieser Hinsicht die „örtliche Geltung“ in den Allgemeinen Bedingungen der jeweiligen Haushaltsversicherung (Unterpunkt: Wohnungswechsel). Achtung: Meistens sind aber Schäden durch einfachen Diebstahl und Glasbruch beim Umzug selbst ausgeschlossen.

Ist keine Haushaltsversicherung oder eine Transportversicherung vorhanden, muss der privat Umziehende selber für etwaige Schäden am Umzugsgut aufkommen.

LAMIE-TIPPDie LAMIE direkt Haushaltsversicherung Premium ersetzt Schäden am Hausrat, wenn professioneller Umzugsservice angeheuert wurde und das neue Heim auch von LAMIE direkt versichert wird.

Privater Umzug

Aus Kostengründen entscheiden sich viele Österreicher für einen privaten Umzug. Verpflegung für die Helfer, die Kosten für den gemieteten Sprinter und Umzugskartons – mehr braucht es meistens nicht. Doch wer haftet, falls einem Helfer die teure Vase aus der Hand fällt und zu Bruch geht? Grundsätzlich gilt: Wer schuldhaft einen Schaden verursacht, muss auch dafür gerade stehen. Bei freundschaftlicher Umzugshilfe wird es meistens keine Leistung aus der Privathaftpflichtversicherung des Helfers geben, da laut dem Großteil der allgemeinen Bedingungen sogenannte Tätigkeitsschäden (oder das Be- und Entladen von Fahrzeugen) ausgeschlossen sind. Das sind solche Schäden, die bei Bearbeitung, Benützung, Verwahrung oder Beförderung einer Sache entstehen. Wer in einem solchen Fall dann den Schaden zu tragen hat, hängt von den einzelnen Umständen ab. Aus praktischer Sicht, wird aber der Umziehende von seinen privaten Mithelfern ohnehin keinen Schadenersatz für etwaige Missgeschicke verlangen.

Organisierter Wohnungsumzug mit einer Umzugsfirma

Die Haftungsregelungen sind deutlich klarer, wenn eine professionelle Umzugsfirma beauftragt wird. So haftet die Umzugsfirma prinzipiell für Schäden an den transportierten Möbeln. Was nicht heißt, dass für den Möbeltransport automatisch eine Haftpflichtversicherung besteht – eine Versicherungspflicht im Verbrauchergeschäft (anders als im Unternehmerschaft) gibt es nicht.

LAMIE-TIPPLassen Sie sich also unbedingt eine Versicherungsbestätigung für den Möbeltransport vorlegen; nicht dass Sie beim Umzugsunternehmen auf Ihrem Schaden sitzen bleiben.

Achtung: Die KFZ-Haftpflichtversicherung des Spediteurs reicht nicht.

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Bei österreichischen Umzugsspediteuren kommen bei privaten Umzügen häufig Beförderungsbedingungen für den Möbeltransport zur Anwendung, die den Spediteur verpflichten, eine Speditionsversicherung auf Kosten des Versenders abzuschließen. Achtung: Auch hier gibt es meist Haftungsausschlüsse und -beschränkungen, wie etwa:

Ausnahmen bei der Haftung eines Spediteurs
  • Schäden, die der Unternehmer auch bei größter Sorgfalt nicht vermeiden konnte (zum Beispiel bei Naturkatastrophen)
  • Schäden an Gegenständen, die der Spediteur nicht selber verpackt hat; besonders bei Schäden an schlecht gekennzeichnetem oder unzulänglich verpacktem Umzugsgut
  • Schäden an leicht „zerbrechlichem“ Umzugsgut (z.B. Glas, Porzellan, Marmorplatten etc.), sofern dafür keine besondere Versicherung abgeschlossen wurde.
  • Pflanzen, Tiere, Juwelen, Geld, Dokumente u.Ä.
  • Beschädigungen beim Be- und Entladen, wenn dafür nicht ausreichend Platz zur Verfügung steht (z.B. wenn große, sperrige Möbel nicht durch das Stiegenhaus passen)

LAMIE-TIPPSchäden, die nicht sofort erkennbar sind, müssen dem Unternehmen laut allgemeinen Beförderungsbedingungen für den Möbeltransport grundsätzlich bis spätestens sechs Tage nach der Lieferung gemeldet werden. Prüfen Sie daher immer die Fristen zur Schadensmitteilung!

Wir empfehlen besonders bei teuren Möbeln und Gegenständen lieber auf Nummer Sicher zu gehen und diese von Profis befördern zu lassen.

Sie hatten bereits einen komplizierten Umzugsschaden und möchten wissen, wer die Haftung trägt? Wir helfen Ihnen gerne und freuen uns auf Ihre Kommentare.

Links zum Thema:

Praktische Umzugschecklist downloaden

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Alexandra
Alexandra bloggt für den LAMIE Versicherungsblog über allgemeine Versicherungsthemen und Tipps. Außerdem erstellt sie leidenschaftlich gerne Checklisten. Wie alle Mitglieder des LAMIE Teams, möchte sie schwierige Versicherungsfragen auf einfache Weise darstellen. Für Anregungen, Wünsche oder detaillierte Fragen erreichen Sie Alexandra unter blog@lamie-direkt.at