Cybercrime: 15 einfache Tipps gegen Internetbetrug und Hackerangriffe

Es hat den Anschein, als würden Hackerangriffe und Internetbetrug schön langsam das analoge Verbrechen ablösen. Die Zahl an Cybercrime Fällen steig mittlerweile jedes Jahr, ein Plus von 16,8% gab es allein im Jahr 2018. Durch schlecht gesicherte Webplattformen, aber vor allem die Unachtsamkeit der Nutzer gelingt es Betrügern, jedes Jahr Unmengen an Daten zu stehlen, Geräte zu verschlüsseln oder sich auf sonst irgendeine raffinierte Art und Weise viel Geld zu erschleichen. Wir haben zwanzig relativ einfache Tipps für Sie, wie Sie im Alltag Betrugshandlungen im Internet vorzeitig erkennen oder Ihre Geräte vor Schadsoftware schützen können.

Abofallen, Scamming (Vorschlussbetrug), Phishing (Links in betrügerischen E-Mails), Social Media Bezahlfallen, Malware, Data Leaks – die Begrifflichkeiten sind vielseitig. Eines haben sie jedoch gemeinsam: Cyber Kriminelle kommen irgendwie an Ihre Daten, um in weiterer Folge damit Geld zu machen oder Sie für etwas zahlen zu lassen. Sollten Sie auch einmal ins Visier eines solchen Betrügers gelangen, können Sie das Gröbste verhindern, indem Sie nur ein wenig achtsam sind und die gängigsten Cybertipps kennen. Ein gesundes Misstrauen gegenüber Anrufern und Nachrichten ist auch ratsam. Niemand schenkt Ihnen etwas und aus „billig“ wird meistens „sehr teuer“.

1. Ein sicheres Passwort verwenden

Ja, das sagt einem schon der Hausverstand. Für ein tatsächlich sicheres Passwort gibt es jedoch ein paar strenge Regelungen:
 

 
Tipp: Mit dem Identity Leak Checker  lässt sich überprüfen, ob das Passwort eines E-Mail-Accounts ausgespäht wurde.

2. Gesundes Misstrauen gegenüber unbekannten Absendern

Spam-Mails gehören zu den häufigsten Cybercrime Gefahren für Privatpersonen. Die meisten sind ziemlich offensichtlich erkennbar durch einen komischen Betreff oder einer eigenartigen E-Mail Adresse. Wieder andere machen das etwas besser und verwenden beispielsweise leicht veränderte Adressen von vertrauenswürdigen Seiten, Unternehmen und Institutionen. Deshalb sollte man sich den Inhalt der Mail und den Absender immer genau ansehen, bevor man Anhänge oder Links öffnet. In vielen Spam-Mails ist der Betreff bewusst vage formuliert, wie „ihre Rechnung“, „Mahnung“ oder „Dringende Nachricht“. E-Mails von unbekannten Sendern sollten Sie lieber gleich löschen.
Und noch ein wichtiger Hinweis: Auch wenn der Absender vertrauenswürdig scheint, Banken und andere Unternehmen bitten ihre Kunden niemals, vertrauliche Daten online preiszugeben.

3. Regelmäßige Updates durchführen

Führen Sie regelmäßige Updates und Patches Ihrer Endgeräte (Router, Smartphones, PCs, etc.) durch. Das sorgt dafür, dass diese sicherheitstechnisch auf dem neuesten Stand sind. Auch Apps und Browser sollten immer auf dem aktuellen Stand sein. Achten Sie auch darauf, Ihre Geräte nicht mit Apps zuzumüllen und löschen Sie Anwendungen, die Sie nicht mehr nutzen.

4. Firewall und Virenschutz

Eine Sicherheitssoftware für Ihren Computer ist immer noch eines der wirksamsten Methoden gegen Cyber Angriffe.
 

 

5. Bei Apps und Cloud-Services vorsichtig sein

Die Nutzung ungeprüfter Dienste oder Apps, z.B. für Notizen, den Austausch von Dateien oder das Konvertieren von PDF-Dateien, stellen ein hohes Risiko dar. Hier gilt es abzuwägen, wie vertraulich und wertvoll die angegebenen Daten sind und wie vertrauenswürdig der Cloud-Service Anbieter ist. Laden Sie Apps stets aus offiziellen App-Stores herunter, da diese auf Schadsoftware geprüft sind.

Schauen Sie sich außerdem auch die Bewertungen von Apps genauer an und wie seriös diese sind. Ebenso die Zugriffsrechte. Eine Kalender-App, die auf Kamera, Mikro, Galerie, das Adressbuch und Geodaten zugreifen möchte, sollten sie lieber nicht installieren. Wurden Apps schon von Millionen Anwendern heruntergeladen, ist das ein gutes Zeichen.

6. Vor Spionage schützen

Falls Sie einen Bildschirm oder Fernseher mit integrierter Kamera haben, kleben Sie diese zu oder decken sie ab, wenn Sie diese nicht in Gebrauch haben. Vor allem dann, wenn Sie jemand bei sehr privaten Dingen beobachten könnte. Dieser jemand könnte dies nämlich später gegen Sie verwenden.

7. Fake Shops erkennen

Fake Shops wachsen wie „Unkraut“. Bevor Sie im Internet bei einem neuen Shop etwas bestellen und am Ende mit Nichts dastehen, sollten Sie ein paar Dinge checken:
 

 
Häufige Internettricks und bekannte Fake-Shops finden Sie unter anderem auf der Seite watchlist-internet.at oder im Bericht von konsument.at.

 8. Vermeiden Sie ungeschützte Websites

Verschlüsselte Websites sind mittlerweile fast Standard. Sie erkennen sie daran, dass die Adresse im Browser mit „https:“ beginnt und in- oder neben der Adresszeile ein Schlosssymbol anzeigt wird. Dabei sind sämtliche Informationen, die dort ausgetauscht werden, verschlüsselt. Dennoch gibt es noch Websites, die diese Verschlüsselung nicht haben und mit „http“ beginnen. Wenn das S fehlt, werden die Daten im Klartext über das Internet übertragen – eine gute Gelegenheit für Kriminelle diese Daten abzufangen und zu missbrauchen.

9. Cookies löschen

Beim Surfen im Netz sammeln die meisten Webseiten Daten in Form von sogenannten Cookies. Löschen Sie diese regelmäßig in Ihren Browsereinstellungen oder blockieren Sie Cookies von Drittanbietern von vornherein in Ihren Internetoptionen.

10. Cyber-Versicherung für Private

Es gibt auch zwei Mobilfunkanbieter, die Privatpersonen einen guten Versicherungsschutz gegen Online Betrug und Datendiebstahl bieten. Sowohl der A1 Cyberschutz als auch der Drei Cyberschutz können für verschiedene Geräte und für die gesamte Familie abgeschlossen werden, und das schon für wenige Euro im Monat.

11. Auf Meldungen und Hinweise achten

Lesen Sie Meldungen und Hinweise, die sich beim Öffnen einer Website aufbauen, stets sorgfältig. Schnelles Weiter- oder Wegklicken führt häufig zu ernsten Problemen, wenn man dadurch einem unbekannten Programm die Erlaubnis erteilt, sich auf PC, Laptop oder Smartphone zu installieren.

12. Achtung bei öffentlichen Netzwerken

Online Shopping oder Bankangelegenheiten über ein öffentliches WLAN-Netzwerk sind ein absolutes No-Go. Denn hier ist es für Hacker besonders leicht, an diese heranzukommen.
 

 

13. Daten regelmäßig sichern

Egal ob Hackerangriff oder kaputtes Smartphone, es kann immer passieren, dass sämtliche Daten auf einem Gerät plötzlich gelöscht oder unauffindbar sind. Speichern Sie Ihre Dateien zusätzlich in einer Cloud sowie auf einer externen Festplatte.

14. Keine unüberlegte Selbstdarstellung in sozialen Medien

Zuallererst: Auf allen seriösen sozialen Netzwerken finden Sie in den Einstellungen auch Konfigurationen zu Ihrer Privatsphäre. Wenn Sie das noch nicht gemacht haben, dann sollten Sie das umgehend erledigen.
Bevor Sie etwas Privates (z. B. Urlaubspläne, Wohnort oder Job) posten, hinterfragen Sie noch einmal, ob diese Informationen eventuell zu viel Einblick gewähren und missbraucht werden könnten. Tägliche Instastories über den Städtetrip signalisieren beispielsweise, dass Sie in nächster Zeit nicht Zuhause sein werden.

15. Zwei-Faktor-Authentifizierung

Aktivieren Sie in sämtlichen Konten die sogenannte „Zwei-Faktor-Authentifizierung“. Damit erhalten Sie jedes Mal eine Benachrichtigung, wenn sich jemand mit einem unbekannten Gerät in Ihr Profil einloggen möchte. Zudem wird ein einmaliger Code benötigt, der per SMS an Ihre Handynummer geschickt wird.

TO-Dos bei Hackerangriff

Mal abgesehen vom offensichtlichen Hinweis, dass Abbuchungen über das Konto gemacht wurden, gibt es noch andere Hinweise auf einen Hackerangriff. Beispielsweise wenn man von Freunden und Bekannten gefragt wird, warum man unsinnige Nachrichten verschickt, Programme ungewöhnlich schnell abstürzen oder sich der Browser ganz kurz öffnet und danach wieder schließt. Sollten Sie einen Angriff vermuten, dann kappen Sie am besten die Internetverbindung und schalten das Gerät aus. Möglicherweise können Sie dadurch Ihre Daten retten. Oder Sie verhindern vielleicht, dass sich die Malware selbst löscht und haben für später einen Beweis.

Im nächsten Schritt sollten Sie sämtliche Passwörter auf alle Konten ändern, die sie auf dem jeweiligen Gerät gespeichert haben. Danach sollte der Vorfall noch der Polizei gemeldet werden.
 

Alexandra
Alexandra bloggt für den LAMIE Versicherungsblog über allgemeine Versicherungsthemen und Tipps. Außerdem erstellt sie leidenschaftlich gerne Checklisten. Wie alle Mitglieder des LAMIE Teams, möchte sie schwierige Versicherungsfragen auf einfache Weise darstellen. Für Anregungen, Wünsche oder detaillierte Fragen erreichen Sie Alexandra unter blog@lamie-direkt.at