Terrasse und Balkon: Was ist versichert?

Wer zu den Glücklichen gehört, der einen Balkon oder eine Terrasse sein Eigen nennen darf, kann im Sommer nach der Arbeit täglich den verdienten Urlaub auf „Balkonien“ genießen. Da investiert man gerne in schöne Gartenmöbel und Pflanzen. Doch die Ausstattung des Balkons ist äußeren Einflüssen und somit erhöhten Schadensrisiken ausgesetzt. Ist der Außenbereich in Haushaltsversicherung & Co überhaupt versichert? Wir klären auf!

Bewegliche Gegenstände wie Möbel und Geräte am Balkon, auf Terrasse oder im Garten, die bestimmungsgemäß dort belassen und verwendet werden, sind in der Regel in der Haushaltsversicherung versichert. Das Balkon- bzw. Terrassengeländer selbst, sowie auch Topf- und Terrassenpflanzen, sind in der Wohngebäude- bzw. Eigenheimversicherung versichert. Außenanlagen wie Carports oder Whirlpools muss man in der Eigenheimversicherung meist extra beantragen.

Ein paar Aspekte und wichtige Ausnahmen gibt es dabei aber zu beachten:

Achtung bei Sturm und Unwetter!

Schäden durch Sturm und Blitzschlag sind grundsätzlich in der Haushalts- bzw. Eigenheimversicherung gedeckt. Bei drohendem Unwetter sind jedoch potentielle Schadenquellen zu beseitigen (z.B. loser Blumentopf am Geländer), sämtliche Gegenstände zu sichern (Schadenminderungspflicht) und die Balkon- und Terrassentüren zu schließen.

Außerdem sollte man in Hinblick auf einen Sturmschaden folgendes wissen:  Die Versicherer kommen nicht für Schäden auf, die durch jedes beliebige Lüftchen entstehen können. Meist gilt als Sturm eine Windgeschwindigkeit ab 60 km/h. Zu beweisen hat dies der Versicherte, der sich aber für einen Nachweis an die österreichische Unwetterzentrale wenden kann.

LAMIE-TIPP Auf der sicheren Seite befindet man sich mit einer zusätzlichen „All-Risk“-Deckung oder der im Versicherungsvertrag festgehaltenen Option „unbenannte Gefahren“. In der LAMIE Premium Variante der Haushalts– und/oder Eigenheimversicherung sind unbenannte Gefahren jedenfalls versichert.

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Achtung bei Diebstahl!

Wer in hochwertige Terrassenmöbel und in einen teuren Grill investiert, dem sollte bewusst sein, dass diese Ausstattung auch Diebe bzw. Einbrecher anlockt. Wenn diese wertvollen Gegenstände dann noch frei zugänglich herumstehen, haben Verbrecher ein leichtes Spiel und der Einbruchdiebstahlschutz der Haushaltsversicherung greift meist nicht. Es sind also gezielte Maßnahmen zum Diebstahlschutz zu ergreifen, wie zum Beispiel das Anketten der Möbel über Nacht oder das Unterstellen in abgeschlossenen Räumen. Dem Einbrecher muss ein Hindernis in den Weg gestellt werden, dass er nur durch Anwendung von Gewalt überwinden kann – sonst liegt sogenannter einfacher Diebstahl vor (was in der Regel nicht versichert ist). Der Gartenzaun alleine reicht zum Schutz nicht aus. Allerdings sollte man im Vorfeld mit dem Versicherer abklären, ob die vorgesehene Sicherungsmaßnahme einen ausreichenden Schutz verspricht.

Achtung bei Grillschäden!

Es besteht ein „theoretisches“ Grundrecht auf Grillen, solange das ortsübliche Maß nicht überschritten wird und es laut Hausordnung (Mietwohnung) erlaubt ist. Wenn beim Grillen jedoch ein Schaden an eigenen Sachen entsteht, kann die Versicherung bei Vorliegen von „grober Fahrlässigkeit“ ablehnen, vorausgesetzt Schäden aufgrund grob fahrlässiger Verursachung sind nicht versichert. Grundsätzlich gilt: Offenes Feuer oder andere Hitzequellen sind Gefahrenquellen, auf die man ständig ein Auge haben muss. Man sollte auch sein Glück nicht herausfordern, indem man Spiritus oder Brandbeschleuniger verwendet. Dazu wurde vom OGH beispielsweise festgehalten, dass von grober Fahrlässigkeit auszugehen ist, wenn im Rahmen einer Grillparty unter einem niedrigen Holzdach ein Feuer entzündet und dadurch das Haus in Brand gesteckt wird. Damit die Haushaltsversicherung bei einem Grillschaden zahlt, ist also höchste Vorsicht geboten.

Tipps zum sicheren Grillen können Sie auch in unserem Video ansehen: https://www.youtube.com/watch?v=CcA7THS2dKI

LAMIE-TIPP Achten Sie darauf, dass in Ihrer Haushaltsversicherung grobe Fahrlässigkeit versichert ist.

Achtung bei Glasbauten auf Terrasse und Balkon!

Bei modernen Häusern und Wohnungen ist der Baustoff Glas nur allzu beliebt und macht Terrasse oder Balkon windstill, regensicher oder gar ganzjährig nutzbar (Wintergarten). Verglasungen am Balkongeländer sind bei den meisten Versicherungen nicht im Basisprodukt der Haushaltsversicherung enthalten und womöglich auch Sache der Eigenheim- bzw. Wohngebäudeversicherung (bei Mietwohnungen betrifft das also meist den Vermieter).

Damit Schäden am Glas (z.B. durch Sturm, Feuer oder Einbruch) versichert sind, muss eine Glasbruchversicherung enthalten sein. Was nicht automatisch der Fall ist. Zwei Bedingungen müssen meistens noch gegeben sein, damit die Versicherung im Schadenfall zahlt: Das Glas muss flach sein (Hohlgläser z.B. Vasen sind nicht versichert) und es muss – wie der Name „Glasbruchversicherung“ schon sagt, zerbrechen bzw. in Scherben gehen (Kratzer oder Absplitterungen sind nicht versichert).

LAMIE-TIPP Wichtig im Zusammenhang mit Glasschäden ist die genaue Prüfung des Versicherungsvertrags und des jeweiligen Bedarfs. Aufgrund der hohen Schadenanfälligkeit von Glas im Haushalt werden solche Schäden von Versicherern sehr unterschiedlich behandelt.

 

Sie haben noch Fragen zum Versicherungsschutz auf Balkon, Terrasse oder Garten und möchten mehr zum Thema wissen? Dann schreiben Sie uns doch im Kommentar! Gerne ergänzen wir diesen Beitrag.

 

Michael
Michael ist Mitglied des LAMIE Teams und Blogging-Pragmatiker. Sein Spezialgebiet sind Versicherungen rund um’s Wohnen. Die wichtigen Informationen rund um die Eigenheimversicherung, Haushaltsversicherung und Haftpflichtversicherung möchte er so einfach wie möglich darstellen und versteckte Ausnahmeregelungen aufzeigen. Für Anregungen, Wünsche oder detaillierte Fragen erreichen Sie Michael unter blog@lamie-direkt.at