Frühling und Sommer: 10 relevante Versicherungstipps

Ob im Urlaub, im eigenen Garten oder am Balkon – die warme Jahreszeit birgt so manche Gefahr, die besonderen Versicherungsschutz erfordert. Oft sind aber genau diese Gefahren von der Versicherung ausgenommen, ohne dass es den meisten Versicherten bewusst ist. Wir haben die gängigsten Versicherungsausnahmen und hilfreiche Tipps für den Frühling und Sommer gesammelt.

1. Marderschäden entdecken

Im Frühling und Sommer sind Marder besonders aktiv und beißwütig. Beliebte Ziele: Pakende Autos und Dachböden. Nagetierschäden am Auto können Sie in der Regel mit einer KFZ-Kaskoversicherung abdecken. Oftmals werden Marderschäden aber erst bei einer Inspektion in der Werkstatt festgestellt. Doch dann ist es meistens schon zu spät und es drohen hohe Folgeschäden, die auch in der Kaskoversicherung oft nicht versichert sind. Meist sind dort nämlich nur die unmittelbaren Schäden (z.B. an Schläuchen) gedeckt.
Achten Sie auf Marderspuren wie z.B. Pfotenspuren auf dem Lack (5 Zehen auf der Vorderpfote), Kühlwasser, Ölspuren und Gummireste unter dem Auto, Kot und Uringeruch, Essensreste (z.B. Eierschalen, Kleintierkadaver) sowie zerbissene Kabeln und Schläuche im Motorraum. Erkennen Sie solche Spuren, dann stellen Sie das Auto lieber in die Werkstatt und waschen Sie das Fahrzeug und den Motor nach der Inspektion gründlich.

Bei Wohngebäuden ist das nicht so einfach. Denn in der Haushalts- oder Eigenheimversicherung sind Marderschäden in der Regel nicht gedeckt. Zum Glück gibt es einen solchen „Nagetierausschluss“ bei LAMIE direkt nicht.

 2. Die 72-Stunden-Klausel

Ab in den Urlaub, der Sonne hinterher…und vorher? Vorher darf man nicht auf die 72-Stunden-Klausel in der Haushaltsversicherung vergessen. Diese besagt: Ist mehr als 72 Stunden am Stück niemand zu Hause, muss der Hauptwasserhahn abgedreht werden. Verletzt man diese Obliegenheit, wird der Versicherer im Schadenfall (z.B. bei Rohrbruch) möglicherweise leistungsfrei. Also Wasser ab, sonst fließt kein Geld.

3. Urlaubsfach bei der Post

Haben Sie gewusst, dass es bei der Post ein Urlaubsfach gibt? Dort kann man seine Post zwischenlagern, während man auf Reisen ist. Damit platzt das Postfach im Urlaub nicht aus allen Nähten und lockt keine Einbrecher an.

Keine Angst, solange alle Türen (zugesperrt) und Fenster verschlossen sind, Sie keine Schlüssel frei herumliegen lassen (auch nicht versteckt) oder dem Einbrecher keine Kletterhilfen im Außenbereich anbieten, zahlt die Haushaltsversicherung in der Regel bei einem Einbruchdiebstahl. Trotzdem kann man indirekte Einladungen an Einbrecher, wie etwa einen überfüllten Postkasten, ja vermeiden, meinen Sie nicht?

4. Gartendeko versichert?

Sie sind ein absoluter Gartenfan und im Sommer blüht Ihre Kreativität geradezu auf? Dann sollten Sie über folgendes Bescheid wissen: Gartenmöbel und –geräte sind üblicherweise in der Haushaltsversicherung, Topf- und Terassenpflanzen in der Eigenheimversicherung versichert. Wertvolle Außenanlagen wie Hochbeete, Pools, Teiche und Gartenhäuschen muss man in der Regel extra beantragen. In der LAMIE Eigenheimversicherung gibt es solche Ausnahmen nicht.

LAMIE-TIPPBei drohenden Unwettern und Stürmen sind sämtliche Gegenstände im Garten zu sichern und potentielle Schadenquellen zu beseitigen (Schadenminderungspflicht). Dasselbe gilt auch für Balkon und Terrasse.

5. Fahrraddiebstahl

In der warmen Jahreszeit ist kein Bike vor Langfingern sicher. Basisschutz für das geliebte Fahrrad gibt es in der Haushaltsversicherung. Versicherungsschutz besteht in der Regel bei Einbruch in Ihre Wohnung oder in ein abgesperrtes Kellerabteil. Fahrräder im Garten, Schuppen oder auf gemeinschaftlichen Flächen müssen gesichert sein, damit die Haushaltsversicherung bei einem Diebstahl zahlt.

6. Mit dem Wohnwagen im Urlaub

Liebe Campingfreunde, im Urlaub ist Ihr Hab und Gut in gängigen Reiseversicherungen prinzipiell gegen Diebstahl versichert – aber oft nur dann, wenn der Wohnwagen versperrt, nicht einsehbar und auf offiziellen Campingplätzen abgestellt ist. Für Schäden am Wohnwagen selbst kommt die Wohnwagen-Kaskoversicherung auf.

7. Grillen am Balkon

Liebe Grillfreunde, das Grillen am Balkon ist erlaubt, solange das ortsübliche Maß nicht überschritten wird. Das heißt, nehmen Sie Rücksicht auf Ihre Nachbarn! Erkundigen Sie sich, was im Haus geduldet wird und ob es in der Hausordnung oder im Mietvertrag ein Grillverbot gibt. Das Grillen mit Holzkohle ist tatsächlich in den meisten Hausordnungen verboten und aufgrund der gefährlichen Fünkchen für den Balkon absolut nicht zu empfehlen. Verwenden Sie lieber einen Elektro- oder Gasgrill.

Damit die Haushaltsversicherung bei einem Grillschaden zahlt, ist aber höchste Vorsicht geboten. Dabei sollten Sie auf diese Tipps achten: http://berufsfeuerwehr-wien.at/g.html
Tipps zum sicheren Grillen können Sie auch in unserem Video ansehen: https://www.youtube.com/watch?v=CcA7THS2dKI

Achtung: Die Verwendung von Spiritus und Brandbeschleuniger ist sehr gefährlich und kann bei einem Schadenfall als grob fahrlässig angenommen werden. Für die ungeduldigen Herren der Zange gibt es spezielle Sicherheitsanzünder.

8. Urlaubsklausel in der Unfallversicherung

Sie suchen im Urlaub manchmal nach ein bisschen Adrenalin?
Dann Achtung bei der Unfallversicherung: Gefährliche Sportarten wie Paragleiten, Fallschirmspringen etc. sind in der privaten Unfallversicherung meist nicht versichert. Gibt es aber eine sogenannte „Urlaubsklausel“, sind diese Aktivitäten gedeckt, solange sie nicht den Hauptzweck der Reise ausmachen. Fragen Sie Ihren Versicherer nach dieser Klausel!

 9. Mit dem KFZ im Urlaub

Für Autoreisen ins Ausland sollten Sie wissen, dass Ihre KFZ-Haftpflicht in der Regel nur innerhalb Europas (im geografischen Sinn) gilt. Für andere Weltgegenden benötigen Sie eine Erweiterung. Aufgrund von anderen Fahr-Gepflogenheiten und unbekanntem Terrain ist im Urlaub die Gefahr eines Autounfalls generell höher als zu Hause in der gewohnten Umgebung. Wer an seinem Auto hängt und nicht bereits ohnehin eine Kaskoversicherung hat, sollte sich eventuell für die Reise eine zulegen.

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Bei Roadtrips mit einem Mietwagen empfehlen wir eine KFZ-Haftpflicht mit mindestens 8 Mio. € Versicherungssumme und die KFZ-Kasko ohne Selbstbehalt. Erkundigen Sie sich nach den Mindestversicherungssummen im Urlaubsland.

Außerdem sollte man sich unbedingt über die vor Ort geltenden Verkehrsbestimmungen informieren. Telefonieren am Steuer, überhöhte Geschwindigkeit, Falschparken etc. – die Strafen für Verkehrssünden im Ausland variieren stark.

10. Zeckenbiss versichert?

Ausflüge, Wanderungen und Sport im Freien sind im Sommer etwas ganz Alltägliches, ebenso wie die Gefahr eines Zeckenbisses. Gehört man zu den Pechvögeln und es bricht eine Krankheit aus, wird die unmittelbare Behandlung aus der gesetzlichen Krankenversicherung bezahlt. Kann man aber die Langzeitfolgen eines Zeckenbisses (z.B. Invaldität) versichern?

Grundsätzlich ist ein Zeckenbiss ein Unfall – plötzlich, von außen auf den Körper einwirkend und unfreiwillig. Bei Erkrankung nach einem Biss handelt es sich jedoch um eine Infektionskrankheit, was bei privaten Unfallversicherungen grundsätzlich ausgeschlossen ist. Manche Versicherungen haben ihren Versicherungsschutz jedoch bereits auf häufige Zeckenbiss-Krankheiten wie FSME oder Borreliose erweitert. Prüfen Sie Ihren Versicherungsvertrag!

 

Sie kennen noch weitere typische Gefahren im Sommer oder möchten mehr zum Thema Versicherungen während des Urlaubs wissen? Dann schreiben Sie uns doch im Kommentar! Gerne erweitern wir für Sie unsere Liste.

Alexandra
Alexandra bloggt für den LAMIE Versicherungsblog über allgemeine Versicherungsthemen und Tipps. Außerdem erstellt sie leidenschaftlich gerne Checklisten. Wie alle Mitglieder des LAMIE Teams, möchte sie schwierige Versicherungsfragen auf einfache Weise darstellen. Für Anregungen, Wünsche oder detaillierte Fragen erreichen Sie Alexandra unter blog@lamie-direkt.at