Schäden oder Diebstahl beim Camping: Das zahlen Versicherungen

Die einen lieben es, die anderen hassen es. Ein regelmäßiger Urlaub im Wohnwagen oder Zelt ist ein Muss für wahre Campingfans und Dauercamper. Die Naturverbundenheit und Gemütlichkeit des Campings ist schon fast eine Lebenseinstellung. Doch gerade in der freien Natur passieren auch immer wieder ärgerliche Missgeschicke und Unfälle, die man im Urlaub so gar nicht gebrauchen kann. Damit Sie für Ihren nächsten Campingurlaub gewappnet sind, verraten wir Ihnen, welche Versicherungen bei Schäden oder Diebstahl zahlen und was Sie dabei beachten müssen.

Diebstahl auf dem Campingplatz

In gängigen Reiseversicherungen ist Ihr Hab und Gut prinzipiell gegen Diebstahl versichert (Reisegepäckversicherung) – aber oft nur dann, wenn in ein versperrtes Kfz eingebrochen wird. Zusätzlich muss dann zum Beispiel der Wohnwagen auf einem offiziellen Campingplatz abgestellt sein und die Gegenstände dürfen nicht so aufbewahrt werden, dass sie von außen sichtbar sind. Ein Diebstahl aus dem frei zugänglichen Zelt ist jedenfalls nicht versichert. Ebenso sind Geld, Bankomat- oder Kreditkarten sowie Reisedokumente meist nicht versichert.

Wird etwas aus dem Wohnwagen gestohlen, deckt unter Umständen auch die Wohnwagenversicherung (meistens „Wohnwagenkasko“ oÄ.), solange der Inhalt mitversichert ist und es sich um einen Einbruchdiebstahl handelt. Einfacher Diebstahl ist in diesem Fall selten versichert.

Schäden am Wohnwagen

Unwetter- und Hagelschäden oder Vandalismus sind leider keine Seltenheit. Für Schäden am mobilen Camper selbst kommt die Wohnwagen-Kaskoversicherung auf. Neben dem Schaden am eigenen Fahrzeug bei Unfällen im Straßenverkehr sind auch die gängigen Schäden wie Feuer, Sturm, Überschwemmung, Hagel, Diebstahl und sonstige Naturgewalten am eigenen Wohnmobil versicherbar. Auch Parkschäden, Glasbruch, Schäden durch Tierbisse oder durch Kollision mit Tieren sind häufig gedeckt.

Wohnwagen Schäden, Camping Versicherungen

Der Versicherungsschutz ist je nach Teil- oder Vollkasko und auch je nach Anbieter sehr verschieden. Ein umfassender Vergleich wird Ihnen also leider nicht erspart bleiben. Besonderes Augenmerk sollten Sie dabei auf die Deckungssummen sowie die Selbstbehalte legen. Zu unterscheiden ist hier außerdem zwischen einer Wohnwagen und einer Wohnwagenanhänger-Versicherung.

Achten Sie auf den örtlichen Geltungsbereich der Versicherung. Häufig gilt eine Wohnwagenversicherung nur in Europa (im geografischen Sinne) und kann gegebenenfalls erweitert werden.

Für Dauercamper, die Ihr mobiles Heim fest auf einem Campingplatz aufgestellt haben, gibt es eine eigene Campingversicherung. Sie ist ähnlich wie eine „Mini“-Gebäude- und Haushaltsversicherung für den zweiten Wohnsitz zu betrachten und gilt oft nur für Mobilheime, die nicht zum Straßenverkehr zugelassen sind (oft sogenannte „Standfahrzeuge“ genannt).

Schäden am Reisegepäck oder Wohnwagen-Hausrat

Damit auch der Inhalt des Wohnwagens (Hausrat und Reisegepäck) versichert ist, benötigt man zusätzlich zur Wohnwagen-Kasko oft eine eigene Inhaltsversicherung! In der Campingversicherung für Dauercamper mit festem Standplatz ist der Hausrat hingegen schon versichert.

Das Reisegepäck könnte zusätzlich noch in der Reiseversicherung gegen Schäden durch Feuer, Naturgefahren (Elementarschäden) oder durch einen Verkehrsunfall versichert sein, falls sie eine solche abgeschlossen haben. Es empfiehlt sich eine etwaige Kreditkartenversicherung oder Versicherungen durch Vereinsmitgliedschaften zu prüfen. Aber wie bereits erwähnt nur dann, wenn der Wohnwagen versperrt, auf einem offiziellen Campingplatz abgestellt ist und die Gegenstände von außen nicht einsehbar sind. Nicht jedoch beim Zelten.

Auch die Haushaltsversicherung zahlt mit einer etwaig enthaltenen Außenversicherung Schäden an Ihrem Gepäck, wenn sich eine entsprechende Gefahr verwirklicht.

Achtung: Laut den meisten Bedingungen zählen zum Reisegepäck Dinge, die auf Reisen für den persönlichen und privaten Gebrauch mitgenommen werden. Achten Sie bei den diversen Versicherungen insbesondere auf die Restriktionen und Sublimits bezüglich Bargelds und Wertgegenständen.

Camping

Schäden durch den Campingplatzbetreiber

In den AGBs von Campingplatzbetreibern findet sich oft eine lange Liste an Haftungsausschlüssen, die Sie unbedingt beachten sollten. Dabei gelten unter anderem sogenannte „Schäden durch höhere Gewalt“ als Ausschlusskriterium. Der Betreiber haftet aber jedenfalls für vorsätzlich oder grob fahrlässige verursachte Schäden an Ihrem Eigentum. Bei einem Haftungsausschluss für einfache Fahrlässigkeit, gilt es zu differenzieren. Ein solcher Ausschluss ist meist nur gültig, wenn er eindeutig darauf hingewiesen bzw. im Einzelnen vereinbart wird. Bei einer gültigen Vereinbarung können leicht fahrlässige Sorgfaltspflichtverletzungen (bei der Sicherung der Wege oder sonstiger Anlagen) zu keiner Haftung für Sachbeschädigungen durch den Betreiber führen.
Hinsichtlich Personenschäden gilt so ein Haftungsausschluss nicht.

Selbst verursachte Schäden am Campingplatz

Für Schäden, die Sie am Campingplatz versehentlich einem Dritten zufügen, haftet normalerweise Ihre Privathaftpflichtversicherung.
Achtung: Schäden an gemieteten Sachen (zB Kabine, Schlauchboot, Fahrrad; die Pflanzung oder der Stromanschluss unmittelbar am Stellplatz), sind in den meisten Privathaftpflichtversicherungen als sogenannter Mietsachschaden ausgeschlossen.

Die verpflichtende KFZ-Haftpflichtversicherung kommt aber für Schäden, die durch Verwendung des Wohnwagens entstehen – Verwendung heißt: fahren, be- und entladen, ein- und aussteigen.

Alexandra
Alexandra bloggt für den LAMIE Versicherungsblog über allgemeine Versicherungsthemen und Tipps. Außerdem erstellt sie leidenschaftlich gerne Checklisten. Wie alle Mitglieder des LAMIE Teams, möchte sie schwierige Versicherungsfragen auf einfache Weise darstellen. Für Anregungen, Wünsche oder detaillierte Fragen erreichen Sie Alexandra unter blog@lamie-direkt.at