Ranking nach Lebenslagen: Welche Versicherungen braucht man?

Diese nette Versicherungsgeschichte hält sich seit Jahrzehnten hartnäckig: Marilyn Monroe soll ihre Beine für die Strandszene im Film „Manche mögen’s heiß“ auf eine Million Dollar versichern haben lassen – um bei Beinbruch gegen einen möglichen Verdienstausfall abgesichert zu sein. Das Beispiel, ob wahr oder nicht, zeigt zwei Dinge: Versichern kann man sich gegen fast alles lassen. Und es richtet sich nach der individuellen Lebenslage, ob eine Versicherung sinnvoll ist oder nicht. Doch welche Versicherungen muss man haben? Welche sind wichtig und welche weniger? Es folgt ein kleiner Spaziergang durch die Lebenslagen und welche Versicherung wann notwendig ist.

Versicherungen gibt es viele. Den Überblick zu bewahren, fällt einem angesichts eines verwirrend großen Angebots nicht gerade leicht. Vor allem ist es oft schwierig zu erkennen, welche Versicherung man haben muss, weil die Kosten sonst im Schadenfall existenzbedrohend werden können oder welche Versicherung eher eine nette Zusatzabsicherung ist.

Faustregel Nr. 1: Es hängt von der persönlichen Lebenssituation ab, ob eine Versicherung passt oder nicht. Aber selbst dann gibt es wichtigere und weniger wichtige Versicherungen. Priorität sollten jedenfalls die Versicherungen haben, welche die Existenz sichern.

Dazu gehören etwa diese beiden Versicherungen: Die Haushalts- bzw. Haftpflichtversicherung. Beide Versicherungen sind dringend zu empfehlen und können als eine Art Lebensbegleiter bezeichnet werden. Denn sie sollten immer bestehen, egal ob man als junger Erwachsener zum ersten Mal in eine eigene Wohnung zieht oder als Alleinverdiener, Single, Familie oder Senior. Ein Schaden in der Wohnung oder gegenüber Dritten kann schnell Ausmaße annehmen, welche Brieftasche eines Normalverdieners übersteigen. Genau da springt die Haushalts- bzw. die Haftpflichtversicherung ein. Worin sich die beiden Versicherungen genau unterscheiden, können Sie hier nachlesen.

Doch Lebensumstände ändern sich. Die Ansprüche steigen. Statt einer Wohnung wird man irgendwann vielleicht Eigentümer eines eigenen Hauses. Gratulation. Doch sollte dabei mitbedacht werden: Ein Haus bringt ganz andere und neue Risiken mit sich. Jetzt erweist sich die Eigenheimversicherung als wichtig und als eine Versicherung, die man haben muss. Mit ihr ist man nicht nur gegen Schäden im Haus sondern auch außerhalb in Form einer Haftpflichtversicherung abgesichert. Fallen z.B. Gebäudeteile herab und verletzen Passanten, muss man die mitunter hohen Kosten nicht selber tragen.

Faustregel Nr. 2: Ändern sich Lebensumstände, weil man zum Beispiel heiratet, ein Haus kauft, Kinder bekommt oder in Pension geht, sollte man die bestehenden Versicherungen auf ihre Sinnhaftigkeit überprüfen und sie an die neuen Lebenssituationen anpassen bzw. weitere abschließen.

Versicherungen nach Lebenslagen

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Neben der Haushalts- und Haftpflichtversicherung erweisen sich zwei weitere Versicherungen als wichtig: Die die Unfallversicherung und Auslandskrankenversicherung. Auch sie sind – wie die Haushalts- bzw. Eigenheim- und Haftpflichtversicherung – eine Art Lebensbegleiter, sind sie doch für Jung und Alt sinnvoll. Die Unfallversicherung sichert einen auch gegen Unfälle ab, die außerhalb der Arbeit, also in der Freizeit passieren. In so einem Fall ist man zwar medizinisch versorgt, doch für zusätzliche Kosten oder gar eine Invalidität besteht ohne private Unfallversicherung wenig Schutz. Wichtig dabei: Der Schutz muss ausreichend sein. Die Versicherung sollte am besten weltweit gültig sein. Die Auslandskrankenversicherung wiederum übernimmt die Behandlungskosten im Ausland (z.B. USA) und sorgt dafür, dass man auf Reisen im Krankheitsfall nach Hause transportiert wird.

Achtung: Versicherungen wie z.B. eine Reisekrankenversicherung sind oft bereits in einer Mitgliedschaft in diversen Vereinen enthalten. Beispielsweise beim Automobilclub, dem Alpenverein oder der Gewerkschaft. Oder auch über die Kreditkarte.

Faustregel Nr. 3 lautet daher.: Um unnötige Doppelversicherungen zu vermeiden, sollte man vor Abschluss einer neuen Versicherung überprüfen, ob das Risiko nicht von einer bereits bestehenden Versicherung gedeckt wird.

Ändern sich im Laufe des Lebens wieder die Umstände und man macht sich etwa selbstständig, ist Freiberufler oder Gewerbetreibender, erweist sich eine Berufsunfähigkeitsversicherung als sehr wichtig, ja mehr noch: Kann man seinen Beruf nämlich nicht mehr ausüben, kann das schnell existenzbedrohend sein, weil etwa Kredite weiterlaufen oder Angehörige zu versorgen sind. Für manche Experten ist eine solche Versicherung sogar wichtiger als die Unfallversicherung.

Eine weitere Versicherung, die sich für einen bestimmten Zeitraum als sehr wichtig erweisen kann, nämlich dann, wenn man eine Familie gründet oder Alleinverdiener/Alleinerzieher ist, ist die Ablebensversicherung. Im Falle des Ablebens des Ernährers stellt man so sicher, dass beispielweise minderjährige Angehörige versorgt sind.

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Senioren im verdienten Ruhestand brauchen eher keine Versicherungen mehr abschließen. Für sie gilt vielmehr: Bestehende Verträge durchforsten und auf ihre Sinnhaftigkeit abklopfen. Diverse Verträge können gekündigt werden, etwa eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Beibehalten werden sollten auf alle Fälle die oben beschriebenen „Lebensbegleiter“:  Haushalts- und Haftpflichtversicherung, Unfallversicherung, Auslandskrankenversicherung für Reisen und, wenn man bereits eine hat, die private Krankenversicherung.

Es gibt übrigens auch Polizzen, um die man nicht herum kommt, weil sie gesetzlich vorgeschrieben sind. Das sind in Österreich die Kfz-Haftpflichtversicherung und die Tierhaftpflichtversicherung. Letztere ist in manchen Bundesländern – dazu gehören Oberösterreich und Wien – für den eigenen Hund vorgeschrieben. Die obligatorische Kfz-Haftpflicht sichert bei einem Autounfall Schäden an Dritten ab. Anders verhält es sich bei der Kfz-Kaskoversicherung. Diese ist zwar nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber sinnvoll, wenn man etwa ein teures Auto sein Eigen nennt. Die Kasko zahlt die Schäden am eigenen Auto.

Verzichtbare Versicherungen – gibt es das? Ja, das gibt es und jeder Experte hat dafür wahrscheinlich seine eigene Hitliste in der Schublade. Die Reisegepäckversicherung gilt als eine Versicherung, deren Sinnhaftigkeit zu hinterfragen ist. Beschädigung oder Verlust des Gepäcks ist unangenehm, doch um die Existenz geht es dabei in den seltensten Fällen. Die Versicherung zahlt außerdem oft wegen Unachtsamkeit nicht, bzw. ist das Gepäck über eine Reiseversicherung der Kreditkarte oder über die Haushaltsversicherung mitversichert. Verzichtbar ist zumeist auch die Glasbruchversicherung, es sei denn, man hat einen Wintergarten oder sonstige teure Glasfronten.

Faustregel Nr. 4: Versicherungen sollen alle paar Jahre überprüft werden: Ob die Verträge noch zu den aktuellen Lebensumständen passen, die Deckung ausreicht oder die Polizze überhaupt sinnvoll ist.

Außerdem empfiehlt es sich die Preise zu vergleichen. Dazu bieten sich Internetportale wie durchblicker.at oder vergleich24.at an.

LAMIE-TIPP Bei manchen Versicherungen lohnt es sich, sie mit einem Selbstbehalt abzuschließen. Dadurch verringert sich die Höhe der Prämie. Das gilt z.B. für Kfz-Kaskoversicherung oder auch für die Haushaltsversicherung.

Gibt es noch eine Versicherung, die Sie für sinnvoll oder unnötig halten? Dann schreiben Sie uns doch einen Kommentar. Wir nehmen sie gerne in unsere Liste auf.

Lisa
Die Gastredakteurin Lisa bloggt für LAMIE direkt über alle möglichen Versicherungsthemen. Sie bringt den Außenblick mit und beschreibt, worauf es bei Versicherungen ankommt. Für Anregungen, Wünsche oder detaillierte Fragen erreichen Sie Lisa unter blog@lamie-direkt.at