Schäden durch Online Betrug: Wann haftet die Bank?

Der Schock sitzt zunächst tief, wenn man bei Überprüfung der monatlichen Kontobewegungen eine auffällige Abbuchung feststellt, die man beim besten Willen nicht zuordnen kann. Es ist keine Seltenheit mehr, dass Zahlungsdaten missbraucht werden und die Rückverfolgung ist oft schwierig. Es kann aber auch sein, dass man eine Buchung selbst veranlasst und die Ware als Fake oder gar nicht ankommt. Ob Online Shopping Betrug oder ungerechtfertigte Abbuchungen, wir verraten Ihnen, in welchen Fällen die Bank haftet und wann Sie selbst dafür aufkommen müssen.

Die Bank haftet

Banken und Kreditkartenanbieter schützen grundsätzlich vor Missbrauch von Zahlungsdaten. Sie können das Risiko sowohl technisch als auch wirtschaftlich besser tragen. Laut Zahlungsdienstgesetz muss das Sicherheitssystem einer Bank den gängigen und sich ändernden Betrugsmethoden standhalten. Sofern man als Kunde seinen Sorgfaltspflichten nachkommt und sein Konto vor Unbefugten schützt, übernimmt die Bank ungerechtfertigte Zahlungen. Bei finanziellen Schäden durch Internetkriminalität, auf die man keinen Einfluss hat, sorgt die Bank in der Regel für Zahlungsausgleich.

Ist beispielsweise Ihr Computer mit einem Virus infiziert, durch welchen während dem Online Banking unbemerkt Ihre Daten abgefangen werden, obwohl eine aktuelle Sicherheitssoftware installiert ist und Sie keine Zweifel an der Funktionstüchtigkeit haben müssen, dann haftet normalerweise die Bank.
 
Online Betrug wann haftet die Bank
 
Wichtig ist nur, dass der Verlust, Diebstahl oder Missbrauch von Karten oder Zahlungsdaten sowie jede unrechtmäßige Abbuchung sofort nach Kenntnis dem Kreditinstitut gemeldet wird. Die gesetzliche Frist für einen Einspruch beträgt 13 Monate nach Tätigung der nicht autorisierten Zahlung.

Doch der Schutz seiner eigenen Kontodaten und Accounts ist nicht immer so leicht, vor allem weil Online Betrugsmaschen stetig raffinierter werden. Sehr oft öffnen Kunden dem digitalen Einbrecher die Tür selbst, indem sie unbedacht auf gängige und scheinbar harmlose Aktionen reagieren. Spätestens dann wankt der Schutz durch die Bank.

Die Bank haftet nicht

Die Bank haftet nicht, wenn man grob fahrlässig handelt. Dies ist dann der Fall, wenn beispielsweise Zahlungsdaten oder SMS-Codes aktiv weitergegeben werden, oder wichtige Accounts nicht ordnungsgemäß gesichert sind. Fällt man zum Beispiel einem Internetbetrüger zum Opfer und gibt diesem seine Daten durch ein Täuschungsmanöver weiter, bleibt man auf dem Schaden sitzen. Solche Schäden deckt nur eine Cyberversicherung für Private.

Häufig passiert so etwas durch gefälschte Websites oder Online-Shopping Betrug. Etwa wenn man eine Designer-Handtasche bestellt und ein Fake-Produkt erhält oder ein Fake Webshop die Zahlungsdaten verwendet, um ungerechtfertigt Geld abzubuchen. Beim Online Shopping ist es wichtig, auf verschlüsselte Websiten und sichere Zahlungsmethoden zu achten, wie zum Beispiel den Kauf auf Rechnung oder Paypal. Letztere bietet den sogenannten Paypal Käuferschutz, wodurch finanzielle Schäden für jene Waren gedeckt sind, die mit Paypal bezahlt wurden.
Aber auch durch andere Methoden, wie zum Beispiel Phishing E-Mails, können sich Betrüger Zugang zu Ihren Accounts verschaffen. Wer unüberlegt auf irgendwelche unbekannten Links klickt oder Passwörter und TAC-Codes für unaufgeforderte Zahlungen weitergibt, muss mit einem Schaden rechnen, für den die Bank nicht aufkommt.
 

 
Auch wenn man seine Geräte nicht sicher verschlüsselt, seine Zugangsdaten auf dem Gerät gespeichert hält und dieses dann verliert, kann man unter Umständen von grober Fahrlässigkeit ausgehen.

Natürlich kommt es bei Fahrlässigkeit immer darauf an, inwieweit man seine Sorgfaltspflichten verletzt. Die Bank haftet nicht, wenn man den Betrug eindeutig erkennen hätte müssen und trotzdem darauf reinfällt. Gerade auch aufgrund der medialen Aufmerksamkeit, die das Thema Internetkriminalität heutzutage auf sich zieht, ist immer genau zu überlegen, ob bei einer Handlung ein Betrug möglich bzw. wahrscheinlich ist. Ob leichte oder grobe Fahrlässigkeit vorliegt, muss im Einzelfall geklärt werden. Bei leichter Fahrlässigkeit haftet man bis maximal 50€ selbst.

Alexandra
Alexandra bloggt für den LAMIE Versicherungsblog über allgemeine Versicherungsthemen und Tipps. Außerdem erstellt sie leidenschaftlich gerne Checklisten. Wie alle Mitglieder des LAMIE Teams, möchte sie schwierige Versicherungsfragen auf einfache Weise darstellen. Für Anregungen, Wünsche oder detaillierte Fragen erreichen Sie Alexandra unter blog@lamie-direkt.at