15 No-Gos in Sachen Einbruchschutz

Ein Großteil der Einbrüche wird zu Tageszeiten verübt, an denen die meisten Bewohner nicht zuhause sind, zum Beispiel am Vormittag oder in der Dämmerung. Von November bis Mitte Februar ist die Rate der Dämmerungseinbrüche am höchsten. Da fragt man sich doch: Wenn ich nicht Zuhause bin, was kann ich da schon groß dagegen tun? Nun ja, da gibt es zumindest einiges, was Sie NICHT tun sollten, um nicht etwa einen Einbruch zu provozieren. Mehr als ein Drittel der Einbrüche können durch einfache Sicherheitsmaßnahmen, ein wenig Eigeninitiative und durch die Aufmerksamkeit der Nachbarn verhindert werden.

Einbrecher wählen den Weg des geringsten Widerstands. In einer Studie hat das Kuratorium für Verkehrssicherheit Einbrecher befragt, wie sie ihre Tatorte auswählen. Daraus hat sich ergeben, dass die Täter oft nahezu in die eigenen vier Wände eingeladen werden. Wir haben für Sie eine Liste mit allen No-Gos in Sachen Einbruchsschutz zusammengestellt, die es Einbrechern besonders leicht machen. Bei einigen davon könnte es auch Probleme mit der Haushaltsversicherung geben.

No-Gos für Wohnung und Haus

1.  Unverschlossene Türen

Damit nimmt man Einbrecher sämtliche Arbeit ab. Es reicht auch nicht eine Tür mit Knauf auf der Außenseite nur zuzuziehen. Laut OGH liegt in so einem Fall ein grober Verstoß gegen die in den gängigen Haushaltsversicherungsbedingungen vereinbarten Sicherheitsvorkehrungen vor. Die Versicherung kann mit Hinweis auf grobe Fahrlässigkeit ablehnen. Schließen Sie also Ihre Türen immer ab, selbst wenn Sie nur kurz einkaufen gehen. Einbrecher erledigen Ihre Arbeit für gewöhnlich in wenigen Minuten.

2. Gekippte Fenster im Erdgeschoss

In diesem Fall ist es für den Täter ein Leichtes in die Wohnräume zu gelangen. Auch hier wird die Versicherung unter Berufung auf einen groben Verstoß gegen die Sorgfaltspflichten aussteigen.

3. Überfüllter Briefkasten

Ein voller Briefkasten ist ein deutliches Signal, dass die Bewohner für längere Zeit nicht Zuhause sind. Bitten Sie eine Vertrauensperson, regelmäßig Ihre Post zu holen. Es gibt auch die Möglichkeit die Post zwischenzeitlich in einem Urlaubsfach zu lagern.

4. Schlüsselverstecke

Einbrecher kennen alle beliebten Schlüsselverstecke (Türmatte, Blumentopf,…). Niemals einen Schlüssel im Außenbereich verstecken! Und dass man bei einem Einbruch mit der Haushaltsversicherung Ärger bekommt, ist wohl auch logisch. In so einem Fall liegt nämlich kein versichertes Ereignis vor, da der Täter mit dem gefundenen Schlüssel eben nicht „einbrechen“ musste.

5. Aufgestellte Türmatten

Aufgestellte Türmatten, die von der Reinigung nicht wieder hingelegt wurden, sind ein Zeichen für Abwesenheit. Bitten Sie Ihren Nachbarn, auch Ihre Türmatte wieder hinzulegen, nachdem im Gang geputzt wurde.

6. Werbung an der Tür

Selbiges gilt für Zeitungen auf der Türmatte oder Werbung an der Tür. Räumen Sie Werbesendungen immer gleich weg und bitten Sie bei Abwesenheit Ihre Nachbarn diese für Sie wegzuräumen.

7. Altbau Flügeltüren ohne zusätzliche Sicherung

Flügeltüren, die es meistens in Altbauten gibt, sind sehr leicht aufzubrechen. Ein Balkenschloss als zusätzliche Sicherung macht einen Einbruch wesentlich schwerer.

8. Urlaubsfotos oder Fotos von Anschaffungen in sozialen Netzwerken

Anhand der Namensschilder lässt sich im Internet schnell mehr über ein potenzielles Einbruchsopfer rausfinden. Darum ist es keine gute Idee, Informationen über Urlaube und/oder teure Anschaffungen wie Schmuck etc. in den sozialen Netzwerken zu posten.

No-Gos für das Haus

Zusätzlich zu unverschlossenen Türen, gekippten Fenstern, Schlüsselverstecken und vollen Briefkästen sollten Sie Folgendes unbedingt verhindern:

9. Schmuck, Bargeld und wertvolle Gegenstände offen herumliegen lassen

Liegen teure Gegenstände auf Tischen oder Kommoden offen herum, können Diebe dies erstens von draußen schon sehen und dadurch zum Einbruch animiert werden. Zweitens erleichtert man Ihnen dazu die Suche, wenn Sie schon im Haus sind. Auch wenn man gerade im Garten arbeitet oder beim Nachbarn Kaffee trinken ist, sollte man nichts liegen lassen und alle Türen versperren.
Der geeignete Aufbewahrungsort für Schmuck und Bargeld ist der Tresor.

10. Ungesicherte Terrassentüren und Nebeneingänge

Selbst bei guter Einbruchsicherung, wird oft auf die Terrassen-, Balkontüren und Nebeneingänge vergessen. Diese befinden sich oft an der Rückseite des Hauses und sind daher schwer einsehbar. Außerdem haben viele keine „Pilzkopfverriegelung“, die ein Aufhebeln der Tür verhindert. Mit Zusatzschlössern an der Griff- und Scharnierseite können solche Türen problemlos nachgerüstet werden.

11. Unverschlossene Gartentüren

Zwar hindert eine verschlossene Gartentüre keinen Einbrecher am Weiterkommen, jedoch können Sie Einbrüche an sich verhindern, da es Aufmerksamkeit erregt, wenn sie darüber klettern müssen. Unversperrte Türen helfen dem Einbrecher, weil er schnell durchschlüpft und durch Zäune und Hecken vor den Blicken der Nachbarn geschützt ist.

12. Offenes Garagentor

Das Garagentor sollte grundsätzlich geschlossen sein – vor allem, wenn die Garage direkt mit dem Haus verbunden ist. Und selbst wenn nicht, liegen dort womöglich brauchbare Hilfsmittel und Werkzeuge für den Einbrecher. Schlüsselschalter, mit denen manche Garagen verriegelt sind, kann ein Einbrecher leicht kurzschließen. Besser sind Schlösser mit Codeeingabe.

13. Herumliegendes Werkzeug im Außenbereich

Einbrecher arbeiten mit einfachem Werkzeug. Oft wird erst direkt am Wohnhaus nach herumliegenden Gegenständen gesucht. Räumen Sie Gartenwerkzeuge, Leitern und andere Dinge weg, die für den Einbrecher nützlich sein können.

14. Übermäßige Gartenbepflanzung

Hobbygärtner hören das wahrscheinlich nicht gerne, aber Bäume, Sträucher und Büsche bieten gute Versteckmöglichkeiten und dienen als Sichtschutz. Halten Sie den Umfang Ihrer Gartenpflanzen also eher gering. Hecken sollte man jedenfalls auf eine Höhe von 80cm zurückschneiden. Zäune dagegen können schwerer überwunden werden und bieten weniger Sichtschutz. Bäume in der Nähe des Hauses sind außerdem gute Klettermöglichkeiten.
Was aber von Vorteil ist, sind stachelige Sträucher unter dem Fenster. Sie knicken leicht und rascheln.

15. Dunkle Nischen

Dunkle Nischen sind optimale Verstecke, um unbeobachtet zu bleiben. Dort können Einbrecher in Ruhe den optimalen Moment für den Einbruch abwarten. Sorgen Sie für ausreichend Außenbeleuchtung durch Bewegungsmelder.

Selbstverständlich sind das nur kleine Maßnahmen gegen Einbruchschutz, um offensichtliche Einladungen an Einbrecher zu verhindern. Trotzdem lohnt es sich in Sicherheitstüren (ÖNORM B5338, ab Widerstandsklasse 3), zusätzliche Fenstersicherung (auch Kellerfenster!) oder eine Alarmanlage zu investieren. Ein geübter Einbrecher braucht weniger als 15 Sekunden, um sich über ein normales Fenster oder eine normale Tür Eintritt zu verschaffen. 60% der Täter brechen nicht in alarmgesicherte Häuser ein.

Achtung: Attrappen schrecken womöglich Gelegenheitsdiebe ab, werden aber von den meisten Einbrechern als solche erkannt.

Im LAMIE Blog finden Sie weitere Einbruchschutz-Maßnahmen um Ihr Zuhause auf einfache und professionelle Weise aufzurüsten und wann die Versicherung bei Einbruch zahlt.

Alexandra
Alexandra bloggt für den LAMIE Versicherungsblog über allgemeine Versicherungsthemen und Tipps. Außerdem erstellt sie leidenschaftlich gerne Checklisten. Wie alle Mitglieder des LAMIE Teams, möchte sie schwierige Versicherungsfragen auf einfache Weise darstellen. Für Anregungen, Wünsche oder detaillierte Fragen erreichen Sie Alexandra unter blog@lamie-direkt.at