Mitversicherung von Familienangehörigen: die häufigsten Irrtümer

Während bei der gesetzlichen Kranken- und Unfallversicherung Familienmitglieder meist (mit)versichert sind, ist das bei privaten Versicherungen oft nicht der Fall. Wo und wann Sie eine Mitversicherung beantragen müssen, welche häufigen Irrtümer es gibt und was Sie dabei beachten sollten, haben unsere LAMIE Experten für Sie zusammengefasst.  

Irrtum Nr. 1: Kinder in Ausbildung sind in der gesetzlichen Krankenversicherung immer mitversichert

Also automatisch bei den Eltern mitversichert sind hier nur Kinder unter 18 Jahre. Dauert die schulische Ausbildung länger, kann unter bestimmten Voraussetzungen, eine Mitversicherung beantragt werden. Dafür muss das Kind unter 27 Jahre sein, Anspruch auf Familienbeihilfe haben (oder einen Studienerfolgsnachweis erbringen) und er oder sie darf nicht mehr als die Geringfügigkeitsgrenze verdienen. Dies gilt für auch für Stiefkinder, Wahlkinder, Enkelkinder oder Pflegekinder.
 
Mitversicherung
 
Zusätzlich können Ehegatten, eingetragene Partner und Lebensgefährten, die keine Krankenversicherung haben und sonstige Familienangehörige, die unentgeltlich den Haushalt führen, bei der gesetzlichen Krankenversicherung mitversichert werden. Weitere Infos dazu hier.

Irrtum Nr.2: Familienangehörige sind in der Unfallversicherung automatisch mitversichert

Durch die gesetzliche Unfallversicherung sind Personen in Ausbildung, bei der Arbeit und Kindergartenkinder (ab dem verpflichtenden Kindergartenjahr und für mindestens 16 Stunden) versichert. Kleinkinder, Hausfrauen und Pensionisten haben diesen Schutz nicht.
Leistungen für Folgeschäden eines Unfalls werden zudem nur für Unfälle in der Arbeit, im Kindergarten, in der Schule, auf dem Weg dorthin und bei damit zusammenhängenden Veranstaltungen erbracht. Kein Schutz besteht für Unfälle in der Freizeit, im Haushalt, beim Sport oder im Urlaub.
Außerdem sind Familienangehörige hier bei niemanden mitversichert. Jeder ist, sobald er die obigen Voraussetzungen erfüllt, selbst versichert. Von den Versicherten werden keine Beiträge eingehoben; die Finanzierung erfolgt durch die AUVA und durch einen Beitrag aus dem Familienlastenausgleichsfonds.

Für einen ausreichenden Unfallschutz auch in der Freizeit und im Haushalt ist eine private Familien Unfallversicherung (vorzugsweise mit weltweiter Deckung) notwendig.
 

Mitversicherung Kinder

 

Irrtum Nr. 3: Haushalts- und Haftpflichtversicherung: Mitversicherung von allen Personen im Haushalt

Bei der Haushaltsversicherung inklusive privater Haftpflichtversicherung wird häufig angenommen, dass Kinder mitversichert sind, solange sie im gleichen Haushalt der Eltern wohnen, auch wenn sie erwachsen sind. Fakt ist jedoch, die Kriterien für die Mitversicherung können sehr unterschiedlich sein und hängen meist vom Alter (meist bis zum 25. Oder 27. Lebensjahr), dem Familienstand, der Ausbildung oder ob Familienbeihilfe bezogen wird ab. Steigt das Kind in das Berufsleben ein, erlischt die Mitversicherung in der Regel. Kinder, die erwerbstätig sind oder die obigen Kriterien nicht erfüllen, müssen es extra in den Versicherungsvertrag mit aufgenommen werden, wenn sie noch zu Hause wohnen.

Viele Versicherer bieten an, den Hausrat der Kinder am Studienort mitzuversichern. Dieser Schutz ist jedoch meist auch beschränkt und gilt für Studentenheime, Internate oder eventuell für WGs. Zusätzlich gibt hier bei einigen die Ausnahme, dass der Versicherungsschutz nur für die Haftpflicht, nicht aber für den Wohnungsinhalt gilt. Ist dies der Fall, sollte für die Studentenwohnung eine eigene Haushaltsversicherung abgeschlossen werden, wo alle Mitbewohner inkl. deren Haushalt versichert sind.

Beitragsfrei mitversichert sind in der Haushaltsversicherung generell meist nur Familienangehörige und Lebensgefährten. Wenn man also mit einem Kumpel zusammenwohnt, muss dieser meist eigens in den Vertrag aufgenommen werden.

LAMIE Tipp: In der LAMIE direkt Haushaltsversicherung inkl. Haftpflichtversicherung ist der Hausrat aller im Haushalt gemeldeten Bewohner automatisch mitversichert.
 
Wohngemeinschaft

 

Irrtum Nr. 4: Bei Tod haben Familienangehörige Anspruch auf private Lebens- und Pensionsversicherungen

Spätestens bei Hausbau und Familiengründung sollte man über eine Ab- und/oder Erlebensversicherung nachdenken. Besonders wichtig ist hier die Kapitalabfindung, mit der beispielsweise Hypotheken im Todesfall getilgt werden und den Hinterbliebenen so eine schuldenfreie Wohnung zum Leben bleiben kann.
Bei einer bestehenden oder bei Abschluss einer neuen Lebensversicherung oder privaten Pensionsversicherung kann allerdings auch eine bestimmte Personen im Vertrag als Begünstigter aufgenommen werden. So wird die Summe direkt an diesen Begünstigten ausbezahlt. Ansonsten fällt die Lebensversicherung eines Verstorbenen in den Nachlass und wird nach dem österreichischen Erbrecht auf die Familienmitglieder aufgeteilt.

Irrtum Nr. 5: Mitversicherung von Familienangehörigen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen

Bei vielen Kreditkarten-Versicherungen sind Familienangehörige auf Reisen mitversichert. Zumindest wird das immer besonders hervorgehoben. Wenn man sich aber die Details der verschiedenen Bedingungen ansieht, bemerkt man, dass gewissen Leistungen – wie etwa die wichtige Reisekrankenversicherung- oft dann doch wieder auf den Kartenbesitzer beschränkt sind. Mehr dazu finden Sie in unserem großen Kreditkarten-Reiseversicherungsvergleich.

Auch bei anderen privaten Versicherungen wie etwa einer Jahresreiseversicherung, Rechtschutzversicherung oder einer privaten Krankenversicherung müssen Sie Familienangehörige extra mitversichern bzw. eine Familienversicherung abschließen.

Alexandra
Alexandra bloggt für den LAMIE Versicherungsblog über allgemeine Versicherungsthemen und Tipps. Außerdem erstellt sie leidenschaftlich gerne Checklisten. Wie alle Mitglieder des LAMIE Teams, möchte sie schwierige Versicherungsfragen auf einfache Weise darstellen. Für Anregungen, Wünsche oder detaillierte Fragen erreichen Sie Alexandra unter blog@lamie-direkt.at