Feiern in Zeiten von Corona: Was ist erlaubt in Österreich?

„Außerordentliche Zeiten erfordern außerordentliche Maßnahmen“, bei diesen Worten sind sich Politiker weit über die Landesgrenzen hinaus einig. Dass solche Maßnahmen mit Einschränkungen für unser tägliches Leben verbunden sind, lässt sich nicht vermeiden. Dennoch herrscht in der Bevölkerung zum Teil Unklarheit darüber, was nun erlaubt ist und was nicht. Wir geben einen Überblick, was in Sachen Hochzeiten, Familienfeiern und Freunde treffen gerade erlaubt ist und welche Konsequenzen bei Nichteinhaltung drohen.

UPDATE 05/2020

Der Mai 2020 bringt einige Änderungen und Auflockerungen hinsichtlich der Corona-Maßnahmen in Österreich. Da die Rückführung „zur Normalität“ zeitlich gestaffelt vonstattengehen wird, geben wir Ihnen in diesem Update einen chronologischen Überblick:

  • Seit 1. Mai: Die unten erklärten Ausgangsbeschränkungen sind aufgehoben, das heißt, dass öffentliche Orte ohne driftigen Grund betreten werden dürfen. Weiterhin ist es aber Pflicht, einen Mindestabstand von einem Meter zu anderen Personen zu wahren und beim Einkaufen und in öffentlichen Verkehrsmitteln gilt zudem die Maskenpflicht.
  • Öffentliche Veranstaltungen können mit einer Maximalanzahl von 10 Personen abgehalten werden. Die Anteilnahme an Begräbnissen fasst nun maximal 30 Personen.
  • Seit 2. Mai: Auch Geschäfte über 400m2 sowie Friseure und Kosmetikdienstleister können ihre Pforten für Kunden öffnen.
  • Seit 4. Mai: Unter Auflagen können Sie Ihre Liebsten im Seniorenheim besuchen.
  • Ab 15. Mai: Restaurantbesuche werden unter sehr strengen Auflagen wieder erlaubt. Unter anderem dürfen pro Tisch höchstens vier erwachsene Personen zuzüglich zweier Kinder sitzen. Das Restaurant-Personal muss zudem verpflichtend Mund-Nasen-Schutz verwenden.
  • Gottesdienste können ab diesem Datum abgehalten werden, jedoch unter der Auflage, dass auf eine Fläche von 10m2 nur ein Gläubiger kommen darf.
  • Für kirchliche Trauungen und Taufen gilt ab 15. Mai, unabhängig von der Fläche der Kirche, dass vorerst nur der engste Familienkreis (maximal 10 Personen) teilnehmen darf. Für Informationen zu geltenden Maßnahmen und erlaubter Teilnehmerzahl bei standesamtlichen Trauungen, kontaktieren Sie bitte das gewünschte Standesamt. Hierbei kann es nämliche örtliche Unterschiede geben.
  • Ab 29. Mai: Ab diesem Tag wird die Öffnung von Freibädern, Hotels sowie „touristischen Betrieben und Sehenswürdigkeiten“ möglich sein.

Stand 08.05.2020


Vor dem 08. Mai gab es nur fünf Gründe, das Haus zu verlassen: Notfall, Betreuung und Hilfe, Deckung der Grundbedürfnisse des täglichen Lebens, Arbeit, Bewegung im Freien alleine oder mit Mitbewohnern und Inanspruchnahme der Dienstleistungen, die bereits wieder angeboten werden dürfen. Mit Freunden und Familie Feste zu feiern, gehörte, mit wenigen Ausnahmen (näheres dazu im Artikel), allerdings nicht dazu. 

Allgemeines 

Wesentliche Grundlage für die Einschränkungen in unserem Alltag ist das geltende COVID-19-Maßnahmengesetz, welches durch Verordnungen ergänzt wird. Hierdurch wird beispielsweise geregelt, dass Sie öffentliche Orte nur für die vorhin genannten fünf Gründe betreten dürfen. 

In diesem Gesetz wird auch geregelt, dass unter anderem die Polizei bei der Durchsetzung der Maßnahmen hilft und falls es nötig ist, auch Zwangsmittel anwenden kann. So ein Zwangsmittel ist zum Beispiel die Verhängung von Geldstrafen bis zu EUR 3.600,00 bei Verwaltungsübertretungen. 

Neu seit Kalenderwoche 15/2020 ist, dass die Polizei nun bei Verstößen sogleich Organstrafverfügungen verhängen darf. Konkret heißt das, dass bei einem Verstoß nicht gleich eine Anzeige droht, die dann von der Verwaltungsbehörde geprüft werden muss, sondern die Polizei vor Ort eine Strafe bis zu EUR 90,00 verhängen kann. Dies hat vor allem den Vorteil, dass Sie nicht gleich mit hohen Strafen rechnen müssen. So wird zum Beispiel ein Verstoß gegen die Maskenpflicht mit EUR 25,00 und das Nichteinhalten der Ausgangsbeschränkungen mit EUR 50,00 geahndet.

Hochzeiten und Familienfeiern 

Eine Ausnahme der Ausgangsbeschränkungen stellen neuerdings (und wie bisher schon Begräbnisse) auch Hochzeiten dar. Sie zählen nun als „notwendiges Grundbedürfnis“. Sowohl Hochzeiten, als auch Begräbnisse dürfen jedoch nur „im engsten familiären Kreis“ abgehalten werden. Doch was bedeutet engster Familienkreis? Behördlich wurde hierzu klargestellt, dass damit „jede exklusive Solidargemeinschaft zwischen zwei oder mehreren Personen“ gemeint ist. Beim Naheverhältnis kommt es somit nicht darauf an, ob Sie mit den Gästen leiblich verwandt sind!  
 
Trauung Corona
 
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Achtung: Die Ausnahme gilt nur für standesamtliche Trauungen. Derzeit handhaben die Bezirksverwaltungsbehörden die Wiederaufnahme der Trauungen jedoch unterschiedlich. Nehmen Sie hierzu bitte Kontakt mit dem gewünschten Standesamt auf. Das Standesamt in Linz hat beispielsweise alle Trauungen bis Ende April ausgesetzt und wird in den kommenden Wochen darüber informieren, wie ab Mai fortgefahren werden kann. In Wels werden bereits wieder Trauungen unter Einhaltung der notwendigen Vorkehrungen durchgeführt.  

Von Seiten der katholischen Kirche gilt noch bis auf weiteres, dass zurzeit keine kirchlichen Hochzeiten abgehalten werden dürfen. Begräbnisse dürfen allerdings mit maximal zehn Personen und natürlich dem zusätzlich notwendigen Bestattungspersonal durchgeführt werden. 

Taufen und andere kirchliche Zeremonien sind von dieser Auflockerung übrigens nicht erfasst und dürfen auch weiterhin nicht abgehalten werden. 

Vorsicht geboten ist auch bei Besuchen und Feiern mit der Familie! Das oben genannte Maßnahmengesetz und die dazugehörigen Verordnungen erlauben der Polizei nicht, in Ihre Privatwohnung einzudringen und eine gesittete Familienfeier aufzulösen, dennoch kann der fahrlässige Umgang mit dem Coronavirus unter Umständen auch strafrechtliche Konsequenzen haben. Nach § 178 bzw § 179 StGB macht sich gerichtlich strafbar, wer vorsätzlich bzw. fahrlässig die Gefahr der Verbreitung einer übertragbaren, anzeige- oder meldepflichtigen Krankheit (somit auch das Coronavirus) unter Menschen herbeiführt. Verstöße dagegen sind mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren zu bestrafen.

Familienfeier Corona

Zusammengefasst heißt das, dass die Bevölkerung, jedes Verhalten zu unterlassen hat, welches die Gefahr der Verbreitung des Coronavirus ermöglicht. Auch ein Besuch oder eine Familienfeier würden demnach eine Ausbreitung des Virus ermöglichen. Da die Krankheit auch symptomlos verlaufen kann, können Sie ja nicht wissen, ob Sie oder Ihre Verwandten infiziert sind. Die Unwissenheit über eine mögliche Infektion schützt jedoch nicht vor dem Straftatbestand! 

Auch wenn die aktuelle Situation keine leichte ist, tuen Sie sich selbst und Ihren Liebsten einen gefallen, und bleiben Sie zuhause, soweit es möglich ist. Sie ersparen sich dadurch nicht nur eine mögliche Strafe, sondern schützen auch andere Menschen. Eines steht ohnehin fest, der Alltag nach Corona“ kommt bestimmt! Wann genau, das hängt auch von unserer eigenen Disziplin ab. 

Stand 21.04.2020 – Änderung betreffend Ausgangsbeschränkung / Versammlungs– und Veranstaltunsgverbote vorbehalten 

Aktuelle Informationen zu Hochzeiten finden Sie unter anderem auf folgenden Seiten: 

Offizielle Websiten der Landesregierungen: 

Alexandra
Alexandra bloggt für den LAMIE Versicherungsblog über allgemeine Versicherungsthemen und Tipps. Außerdem erstellt sie leidenschaftlich gerne Checklisten. Wie alle Mitglieder des LAMIE Teams, möchte sie schwierige Versicherungsfragen auf einfache Weise darstellen. Für Anregungen, Wünsche oder detaillierte Fragen erreichen Sie Alexandra unter blog@lamie-direkt.at