Balkonien: Dos and Donts auf Terrasse und Balkon

Der Corona Pandemie haben wir es zu verdanken, dass viele Österreicher heuer ihren Urlaub zuhause auf Balkon oder Terrasse verbringen. Wer sich dabei zu sehr auslebt, könnte Ärger mit Nachbarn oder mit dem Vermieter selbst bekommen. Welche Regeln auf Balkonien und im Außenbereich von Mietwohnungen gelten und welche No-Gos es gibt, verraten wir Ihnen in diesem Beitrag.  

Möbel, Pflanzen und Anbauten auf Terrasse und Balkon 

Balkone und Terrassen gehören mit zur vermieteten Wohnung. Mieter haben hier die gleichen Rechte und Pflichten wie in der Wohnung selbst. Man darf also auf jeden Fall Gartenmöbel, Blumen, Sonnenschirme, Wäscheständer und dergleichen auf dem Balkon aufstellen. Selbstverständlich ist auch das Essen, Trinken oder sich Sonnen erlaubt. 

Das Anbringen von Blumenkästen auf der Außenseite des Balkons ist jedoch nicht immer erlaubt, den grundsätzlich ist ja nur das Innere der Wohnung gemietet. Außerdem kann dies unter Umständen eine Gefahr für Passanten oder unten geparkte Autos darstellen. Sollte ein Sturm beispielsweise die Blumenkiste hinunterwehen, haftet grundsätzlich der Wohnungsinhaber, das ist oftmals der Mieter. Der Mieter kann sich jedoch aus der Haftung befreien, wenn er nachweisen kann, dass beispielsweise die Blumenkisten ordnungsgemäß befestigt waren und er somit objektiv sorgfältig gehandelt hat. Dies würde zu einer Haftungsverlagerung in Richtung Wohnungseigentümer führen. Aus diesem Grund ist in Mietverträgen meist ein Hinweis enthalten, dass ohne Zustimmung des Vermieters Blumenkästen, die über das Geländer hinausragen, nicht angebracht werden dürfen.
Achtung: Auch wenn dies im Mietvertrag nicht enthalten ist, braucht es die Zustimmung
des Eigentümers.
 
Blumenkästen am Balkon erlaubt
 
Anbauten wie Verglasungen, Gitter, Markisen, Katzennetze und dergleichen sind bauliche Veränderungen, wo Sie die Zustimmung des Vermieters einholen müssen. Bei baulich vorgenommenen Änderungen, die ohne Zustimmung des Vermieters geschehen und nicht im Sinne des Mietrechtsgesetz sind, kann der Vermieter jedenfalls verlangen, dass diese rückgängig gemacht werden. Spätestens beim Auszug aus der Wohnung. Wesentliche Veränderungen werden im § 9 Mietrechtsgesetz (MRG)  geregelt. Dort ist festgehalten, was Sie innerhalb des Mietgegenstandes ändern dürfen und wie Sie dabei vorgehen müssen. Neue Bodenbeläge oder Anstriche am Balkon sind eine unwesentliche Veränderung der Wohnung und somit genehmigungsfrei.
 

 
Zu beachten ist außerdem, welche Möbel und Anbauten in der Haushaltsversicherung gedeckt und was genau versichert ist. 

Badespaß auf dem Balkon 

Die Hitzewellen werden gefühlterweise jedes Jahr erbarmungsloser, weshalb sich auch Personen, die keinen eigenen Garten haben, zuhause gerne etwas abkühlen würden. Wenn man einen Balkon hat, der groß genug ist, könnte man diesen doch entsprechend nützen, oder? Zum Beispiel mit einem aufblasbaren Mini-Whirlpool? JEIN. Wer sich mehr als nur ein Planschbecken auf den Balkon stellen will, sollte sich auch hier die Zustimmung des Vermieters einholen. Hierbei handelt es sich zwar eigentlich nicht um eine bauliche Maßnahme, allerdings sollte man wichtige Informationen über die Statik des Balkons in Erfahrung bringen, um den Badespaß gefahrlos aufstellen zu können. Außerdem muss sichergestellt werden, dass kein Wasser vom Balkon herunterlaufen kann.
Wer im Erdgeschoss wohnt und sich für einen professionellen Jacuzzi oder eine Dusche Wasserleitungen nach außen verlegen will, braucht ebenfalls die Genehmigung des Vermieters bzw. der Eigentümergemeinschaft, falls dabei Änderungen an tragenden Außenwänden vorgenommen werden
Auch bei einer Eigentumswohnung ist zu prüfen, was in der Hausordnung steht bzw. was durch die Eigentümergemeinschaft genehmigungspflichtig ist. 

Grillen auf Balkonien 

Es besteht ein „theoretisches“ Grundrecht auf Grillen, solange es laut Hausordnung oder Mietvertrag (Mietwohnung) erlaubt ist und das ortsübliche Maß nicht überschritten wird. Doch was ist ortsüblich? Das ist schwer zu sagen und hängt von den Umständen ab. Täglich zu grillen ist höchstwahrscheinlich nicht ortsüblich, außer, man wohnt direkt neben öffentlichen Grillplätzen. Es macht auch einen Unterschied, ob man im kleinen Kreis mit der Familie grillt oder gleich 20 Leute einlädt. Das könnte die Grenze der Ortsüblichkeit vielleicht überschreiten. Nehmen Sie also Rücksicht auf ihre Nachbarn und grillen Sie nicht zu oft. 
 
Grillen am Balkon
 
Übrigens gilt auch für Wohnungseigentümer die Hausordnung, die von der Mehrheit der Eigentümer bestimmt wird. 

Außerdem ist nicht jeder Griller für den Balkon geeignet. Das Grillen mit Holzkohle ist tatsächlich in den meisten Hausordnungen verboten und aufgrund der gefährlichen Fünkchen für den Balkon absolut nicht zu empfehlen. Einen genauen Blick sollten Sie auch in die feuerpolizeilichen Bestimmungen des jeweiligen Bundeslandes bzw. Ihrer Gemeinde werfen. So ist etwa ein Gasgrill auf Balkonen in Wien grundsätzlich erlaubt, in Linz jedoch nicht. Wer zum Beispiel in Linz am Balkon grillen will, ist demnach auf die Elektro-Variante beschränkt. 

Damit die Haushaltsversicherung bei einem Grillschaden zahlt, ist aber höchste Vorsicht geboten. Tipps zum sicheren Grillen können Sie auch in unserem Video ansehen: https://www.youtube.com/watch?v=CcA7THS2dKI 

Rauchen am Balkon 

Wie oben erwähnt, sind alle jene Dinge auf dem Balkon erlaubt, die auch innerhalb der Wohnung gestattet sind. Das gilt auch für das Rauchen. Doch das ist ein hochemotionales Thema, bei dem es zwischen Rauchern und Nichtrauchern häufig keinen Mittelweg gibt. Was Gerüche und Rauch angeht, gilt “Rücksicht kommt besser an”. Wer am Balkon ständig eine qualmt und damit die Lebensqualität der Nachbarn beeinträchtigt, muss mit Konsequenzen rechnen. Denn genauso wie Raucher ihre Rechte innerhalb der eigenen Wände haben, hat auch jeder das Recht, rauchfrei zu wohnen. Jedem Nachbarn, der sich berechtigterweise gestört fühlt, steht unter Umständen ein zivilrechtlicher Unterlassungsanspruch zu, den er oder sie gerichtlich einklagen kann. Hier kommt es jedoch wie beim Thema Grillen auf das ortsübliche Maß und auf die konkreten Umstände an. Dabei geht es nicht nur um die Häufigkeit des Tabakkonsums, sondern auch auf die Tages- und Jahreszeit. Im Sommer, wo die Fenster oft geöffnet sind, geht man eher von einer Beeinträchtigung aus, als im Winter. Auch liegt in einer Innenstadtlage, die dicht besiedelt ist, oder in einer Wohnanlage, in der dicht nebeneinander gewohnt wird, eher eine Ortsunüblichkeit vor als auf dem locker besiedelten Land.
 
Balkon Nachbarn

 

Nach 22 Uhr 

Für laute Gespräche, Musik, Rauch oder sonstige Tätigkeiten gilt noch immer: Ab 22.00 Uhr ist Nachtruhe.  

Reparaturen am Balkon 

Reparaturen von Gebäudebestandteilen und somit auch des Balkons sind jedenfalls Angelegenheit des Vermieters: Für solche Reparaturen kommt grundsätzlich die Eigentümergemeinschaft auf, bei der Ihr Vermieter, falls er der Eigentümer Ihrer gemieteten Wohnung ist, auch Mitglied ist.5 Zum anderen muss der Vermieter dafür sorgen, dass das gesamte Mietobjekt gefahrlos nutzbar ist. Wollen Sie das selbst in die Hand nehmen, gelten wie oben erwähnt, die Regelungen zu baulichen Veränderungen bzw. die Zustimmung des Vermieters.  

Alexandra
Alexandra bloggt für den LAMIE Versicherungsblog über allgemeine Versicherungsthemen und Tipps. Außerdem erstellt sie leidenschaftlich gerne Checklisten. Wie alle Mitglieder des LAMIE Teams, möchte sie schwierige Versicherungsfragen auf einfache Weise darstellen. Für Anregungen, Wünsche oder detaillierte Fragen erreichen Sie Alexandra unter blog@lamie-direkt.at