Die 5 häufigsten Cybercrime Gefahren für Privatpersonen

Das Internet umfasst mehr als nur Suchmaschinen, Enzyklopädien oder Online-Shops. Es gehört mittlerweile zum täglichen Leben dazu, sowohl für Firmen als auch Privatpersonen. Nichts läuft mehr ohne. Das machen sich auch immer mehr Verbrecher zunutze und wechseln vom Offline Geschäft in die Online-Branche. Etwa 25.000 Cybercrime Angriffe soll es jeden Tag alleine in Österreich geben. Die „Qualität“ der Arbeit von Internetbetrügern nimmt dabei laufend zu, weshalb wohl auch nur 40 Prozent der Vorfälle aufgeklärt werden können. Oft ist man nur einen falschen Klick von Viren und Schadsoftware entfernt. Welche Cyber-Gefahren besonders häufig sind, wie man sich als Privatperson schützen kann, haben wir für Sie zusammengefasst.

Gefahr 1: Schadsoftware

Seitdem es Computer gibt, gibt es Viren, Würmer und Trojaner. Sie sind bis heute die größte Cyber-Bedrohung und gelten schon als Klassiker. Schadsoftware verbreitet sich unbemerkt, sie dringt in den Computer ein und überträgt von da sensible Daten wie zum Beispiel Passwörter. Oft versenden sie dann wiederum infizierte Emails. Täglich kommen neue Viren „auf den Markt“, die Bedrohung ist also unüberschaubar. Die Gefahr der Schadsoftware hat sich durch den alltäglichen Gebrauch des Smartphones noch einmal erhöht. Mit dem Download von Spielen, Nachrichten- oder Organisations-Apps werden Smartphones personalisiert und auf die jeweiligen Bedürfnisse des Benutzers eingestellt. Das kann auch schnell zur Viren-Falle werden. Unbewusst wird von gefälschten Internetseiten, Fake-Webshops oder Untergrund App-Stores Schadsoftware auf das Smartphone gespielt, welches weiterführend erhebliche Sicherheitslücken im Gerät öffnet.

Sicherheitstipps:

  • Halten Sie Ihre Anti-Virus Software immer auf dem aktuellen Stand.
  • Laden Sie Apps auf Ihrem Smartphone stets aus offiziellen App-Stores herunter, da diese auf Schadsoftware geprüft sind.
  • Achten Sie auf eine verschlüsselte und sichere Verbindung: Sie erkennen Sie daran, dass die Adresse im Browser mit https: beginnt und der Browser in- oder neben der Adresszeile ein Schlosssymbol anzeigt.
  • Schauen Sie sich auch die URL selbst an und ob sie der Original-Domain des jeweiligen Anbieters entspricht. Schon hier kann man zwischen einer echten Website und einer falschen unterscheiden.
  • Konfigurieren Sie Ihre Firewall und führen Sie regelmäßig Browser-Updates durch.

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Gefahr 2: Botnetze

Botnetze sind Netzwerke, die aus mehreren Computern bestehen und von einem Botmaster kontrolliert werden. Die Bots schleusen Schadprogramme auf fremde PC’s ein und können den infizierten Computer dann steuern. Botnetze liefern eine hervorragende Infrastruktur für Internetkriminalität: die Netzwerke werden als Verteilzentrum für Spam verwendet und um Phishing E-Mails in die Welt hinaus zu schicken. Diese gesammelten Daten werden dann entweder von den Tätern selber genutzt oder im Darknet verkauft.

Sicherheitstipp: Falls Sie bemerken, dass Ihr PC generell langsamer wird (sei es beim Starten oder beim Öffnen eines Programms), können Sie nach der Sicherung Ihrer wichtigsten Daten, den PC mithilfe einer Windowsoption auf einfachen Weg zurücksetzen. Bei Windows 10 funktioniert das so:

  1. Klicken Sie in Windows 10 auf die Schaltfläche „Start
  2. Klicken Sie auf „Einstellungen“ und dann auf
  3. Update und Sicherheit“.
  4. Klicken Sie unter „Diesen PC zurücksetzten“ auf „Los geht’s“.
  5. Klicken Sie zum Starten des Aktualisierungsvorgangs auf „Eigene Dateien beibehalten“ oder „Alles entfernen“.

Gefahr 3: Spam

Als Spam oder Junk bezeichnet man unerwünschte E-Mails mit meist werbendem und gefährlichem Inhalt. Sie sind noch immer der Hauptgrund für die Infizierung von Computern durch Schadprogrammen, werden jedoch auch häufig für Internetbetrug und Datenklau benutzt. Im September 2018 lag der Anteil der Spam-Mails am gesamten E-Mail-Verkehr weltweit bei rund 53,5 Prozent.

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Sicherheitstipps:

  • Wählen Sie einen E-Mail Anbieter mit gutem Spam Schutz.
  • Löschen Sie E-Mail von unbekannten bzw. verdächten Absendern gleich.
  • Klicken Sie niemals auf Links oder Dateien, dessen Ursprung Sie nicht kennen (insbesondere bei Rechnungen von unbekannten Anbietern, wo Sie angeblich was bestellt haben).
  • In vielen Spam-Mails ist der Betreff bewusst vage formuliert, wie „ihre Rechnung“, „Mahnung“ oder „Dringende Nachricht“.

Gefahr 4: Phishing

Das Ziel von Phishing ist es, möglichst viele sensible Daten in kurzer Zeit zu bekommen. Auch hier werden E-Mails verschickt, die Links zu Online Shops, Bezahldiensten oder Sozialen Netzwerken enthalten. Werden die Links angeklickt und dann die Login Daten eingegeben, landen diese direkt bei Cyberkriminellen. Phishing wird hauptsächlich zur Erlangung von Online-Banking Daten benutzt, weswegen Banken ihre Kunden immer wieder daran erinnern, niemals sensible Daten im Internet einzugeben.

Sicherheitstipp: Auch wenn der Absender vertrauenswürdig scheint, Banken und andere Unternehmen bitten ihre Kunden niemals, vertrauliche Daten online preiszugeben.

Gefahr 5: Datenverlust durch Ransomware

Eine weitere häufige Folge von Cyberangriffen ist der Datenverlust durch Ransomware. Ob Bankdaten, Social Media Passwörter oder private Fotos – die Folgen können für Betroffene verheerend sein. Dabei schleicht sich eine Erpressersoftware ins System und der User stellt mit Schrecken fest, dass sein Computer gesperrt ist. Wer seine Daten wieder haben will, muss tief in die Brieftasche greifen.

Sicherheitstipp: Gehen Sie niemals auf so eine Erpressung ein und sorgen Sie lieber für eine professionelle Datenrettung.

Weitere allgemeine Tipps gegen Internetbetrug und Cybercrime

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  • Mittlerweile haben Versicherungsanbieter auch Cyber-Versicherungen für Privatpersonen entwickelt, die vor Schäden durch Internetkriminalität schützt. Die Deckung der Versicherung ist jedoch von Anbieter zu Anbieter verschieden. Manche Cyber-Versicherungen gehen mehr in Richtung Rechtschutz, andere decken vorrangig die finanziellen Schäden ab und wieder andere bieten Dienstleistungen an, wie beispielsweise die Entfernung bzw. Wiederherstellung von sensiblen Inhalten aus dem Internet. Achten Sie auf den für Sie wichtigen Versicherungsschutz.
    Es gibt auch zwei Mobilfunkanbieter, die Privatpersonen einen guten Schutz gegen Online Betrug und Datendiebstahl bieten. Sowohl der A1 Cyberschutz als auch der Drei Cyberschutz können für verschiedene Geräte und für die gesamte Familie abgeschlossen werden, und das schon für wenige Euro im Monat.Was decken andere Versicherungen in Sachen Cybercrime? Rechtschutz- oder Haftpflichtversicherungen bieten nur geringen Schutz. Manche Rechtschutzversicherungen bieten eine eigene Cyber-Zusatzdeckung an. Schicken Sie unwissentlich einen Virus weiter, müssen Sie den Schaden unter Umständen selbst tragen.
  • Bekannte Fake-Shops finden Sie unter anderem auf der Seite watchlist-internet.at
  • Beim Surfen im Netz sammeln die meisten Webseiten Daten in Form von sogenannten Cookies. Löschen Sie diese regelmäßig in Ihren Browsereinstellungen oder blockieren Sie Cookies von Drittanbietern von vornherein in Ihren Internetoptionen.  
  • Gehen Sie allgemein sorgsam mit Ihren Kontodaten um und überprüfen Sie auch Ihre Kontoauszüge regelmäßig.
  • Verwenden Sie bei Passwörtern Kombinationen aus Zahlen, Buchstaben und Sonderzeichen und ändern Sie diese in regelmäßigen Abständen.
  • Lesen Sie Meldungen und Hinweise, die sich beim Öffnen einer Website aufbauen, stets sorgfältig. Schnelles Weiter- oder Wegklicken führt häufig zu ernsten Problemen, wenn man dadurch einem unbekannten Programm die Erlaubnis erteilt, sich auf PC, Laptop oder Smartphone zu installieren.
Alexandra
Alexandra bloggt für den LAMIE Versicherungsblog über allgemeine Versicherungsthemen und Tipps. Außerdem erstellt sie leidenschaftlich gerne Checklisten. Wie alle Mitglieder des LAMIE Teams, möchte sie schwierige Versicherungsfragen auf einfache Weise darstellen. Für Anregungen, Wünsche oder detaillierte Fragen erreichen Sie Alexandra unter blog@lamie-direkt.at