Coronavirus: Was Sie für Ihre Reise wissen sollten

Das Coronavirus ist auf dem Vormarsch. Ein schlechtes Bauchgefühl macht sich breit unter Urlaubsfreudigen. Soll man den geplanten Italienurlaub absagen? Kreuzfahrt ist wohl heuer eh nicht? Braucht man für Asien-Reisen eine Schutzmaske? Eindeutige Antworten gibt es auf diese Fragen nicht, da die Situation noch immer schlecht einzuschätzen ist. Wenn Sie vom Coronavirus irgendwie betroffen sind oder eine Reise deswegen stornieren möchten, gibt es einiges zu beachten. Die besseren Chancen hat man bei Buchungen über das Reisebüro.

Wann kann ich Reisen aufgrund einer Epidemie umbuchen oder stornieren?

Gebucht ist gebucht. Eine Reise zu stornieren kostet meistens Geld, vor allem dann, wenn man die Reiseleistungen einzeln selbst gebucht hat. Dabei ist es leider unerheblich, ob wegen Krankheit, einer Epidemie oder Wohnungsbrand abgesagt wird. Beim Abschluss einer Individualreise sollte man daher in jedem Fall unbedingt darauf achten, welche Stornobedingungen für das Hotel oder der Reiseveranstalter bestehen. Wer aufgrund des Coronavirus das Risiko nicht eingehen möchte, muss also auf Kulanz des Reisepartners hoffen oder möglichst bald stornieren, um geringe Stornosätze zu erlangen.

Tipp: Es besteht noch eine weitere Möglichkeit, um Stornokosten zu entgehen. Laut Konsumentenschutzgesetz (KSchG) kann bei Krankheit, Unfall, Todesfall oder Geschäftstermin die Reise auf eine Ersatzperson übertragen werden. Wenn Sie also jemand anderen finden, der an Ihrer Stelle die Reise antritt, können Sie die Übertragung innerhalb einer angemessenen Frist vor Anreise dem Veranstalter mitteilen. Unter Umständen entstehen hier Mehrkosten für die Übertragung.
 
Coronavirus Reise stornieren
 
Wer über das Reisebüro eine Pauschalreise bucht, hat hier schon bessere Karten, aber nur dann, wenn für den Urlaubsort einen öffentliche Reisewarnung vorliegt. Hier ermöglichen es Reiseveranstalter die Reise kostenlos umzubuchen oder zu stornieren. Das geht dann aber nur kurzfristig. Denn nur weil zwei Monate vor dem Urlaub eine Reisewarnung besteht, heißt das nicht, dass dies bei der Abreise auch noch der Fall ist.

Damit eine Reisewarnung für ein ganzes Land ausgesprochen wird, braucht es enorm viel. Da müsste schon die ganze Infrastruktur zusammenbrechen bzw. die Gefährdung der körperlichen Sicherheit eindeutig gegeben sein. Die aktuellen Reisewarnungen für die vom Coronavirus betroffenen Ländern finden Sie auf der Homepage des Bundesministeriums für Europäische und internationale Angelegenheiten.
 

 
Zudem hat man als Pauschalreisender das Recht die Reise zu stornieren, wenn am Urlaubsort plötzlich unberechenbare Umstände auftreten, welche den Aufenthalt oder die Beförderung zum Reiseziel erheblich beeinträchtigen. Wer also im Urlaub vom Ausbruch des Coronavirus überrascht wird und seine Pauschalreise daher frühzeitig abbrechen muss, wendet sich am besten an seinen Reiseveranstalter. Dieser muss den Rücktransport organisieren und bezahlen.

Wenn Sie gerade Ihre Frühlingsferien planen, bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als die Entwicklungen abzuwarten und möglichst so zu buchen, dass eine Stornierung möglich ist.
 
Coronavirus
 

Reiseversicherung zahlt nicht bei schlechtem Bauchgefühl

Wer den Urlaub nur aufgrund eines schlechten Gefühls absagen möchte, geht wahrscheinlich auch mit einer Reiseversicherung leer aus. Bei Reisestornoversicherungen, die Epidemien versichern, muss für die jeweilige Region meist ebenfalls eine öffentliche Reisewarnung vorliegen, damit die Versicherung bei Storno oder Abbruch der Reise zahlt.

Mittlerweile gewähren jedoch immer mehr Reiseversicherungen eine Deckung, wenn Reisende den Urlaub aufgrund einer Covid-19-Erkrankung nicht antreten können, abbrechen müssen oder eine Behandlung im Ausland benötigen. Aber Achtung: Dies gilt nicht für Reisen in Länder, für die bereits vor Anreise eine Reisewarnung bestanden haben. Außerdem sind sonstige Reisebeschränkungen, Quarantänemaßnahmen oder andere behördliche Richtlinien, sind nach wie vor meist ausgeschlossen. Ein Blick ins Kleingedruckte ist hier also unbedingt nötig.

Anreise aufgrund von Coronavirus nicht möglich, was tun?

Anders sieht die Situation aus, wenn aufgrund des Coronavirus der Ferienort abgeriegelt wird und man die gebuchte Reiseleistung nicht antreten kann. Bei Fällen von höherer Gewalt, kann man sich als Kunde auf den Wegfall der Geschäftsgrundlage berufen und von der Reise kostenlos zurücktreten. Der Reiseveranstalter kann aber auch eine Alternative anbieten.

Wegen Coronavirus unter Quarantäne

Die Gefahr nach der Einreise selbst unter Quarantäne zu fallen, besteht zurzeit fast überall. Möglich ist das schließlich schon bei einem kleinen Verdacht. Als Verdachtsfall wird man eingestuft, wenn man innerhalb von 14 Tagen Kontakt mit einem bestätigten oder wahrscheinlichen Covid-19-Patienten hatte oder sich in einer Region aufgehalten hat, in der Fälle nachgewiesen wurden.
 
Krank im Urlaub Coronavirus
 
So unangenehm die Situation auch ist, müssen Sie zumindest keine Angst vor Entgelteinbußen haben, wenn Sie Ihre Arbeit nach der Reise nicht pünktlich antreten können. Die Entgeltfortzahlung erfolgt durch den Bund. Das Wichtigste ist nur, Ihren Arbeitgeber sobald wie möglich zu informieren. Dieser kann sich das Geld auf Basis des Epidemiegesetzes zurückholen.

Achtung: Dies gilt jedoch nicht, wenn Sie in ein betroffenes Gebiet reisen, wo vorher schon eine Reisewarnung bestand. Kommt man dort unter Quarantäne, ist der Arbeitgeber nicht verpflichtet, Ihr Gehalt weiter zu bezahlen. Dies wäre dann eine unbezahlte Dienstverhinderung, die aber keinen Entlassungsgrund darstellt.

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Alexandra
Alexandra bloggt für den LAMIE Versicherungsblog über allgemeine Versicherungsthemen und Tipps. Außerdem erstellt sie leidenschaftlich gerne Checklisten. Wie alle Mitglieder des LAMIE Teams, möchte sie schwierige Versicherungsfragen auf einfache Weise darstellen. Für Anregungen, Wünsche oder detaillierte Fragen erreichen Sie Alexandra unter blog@lamie-direkt.at