Reiseversicherung – der große Kreditkartenvergleich (neue aktualisierte Version, Stand: August 2018)

Das Angebot an Kreditkarten ist nahezu endlos, die Konditionen und Inhalte können kaum unterschiedlicher sein. Viele Kreditkartenpakete beinhalten auch eine Reiseversicherung, was Urlauber besser schlafen lässt. Doch auch hier gilt – Reiseversicherung ist nicht gleich Reiseversicherung. Wir haben die Versicherungsbedingungen der großen Kreditkartenanbieter für Sie verglichen – Jetzt nachlesen und ideale Kreditkarte für Ihre Reise finden.

Leidenschaftliche Urlauber nehmen den höheren Preis für eine Kreditkarte mit Reiseversicherung gerne in Kauf – die wohl wichtigsten Bestandteile: Reiseunfall-, Reisekranken- und Reisestornoversicherung. Gerade bei längeren Fernreisen in die USA ist eine Auslandskrankenversicherung ein absolutes Must-have, sonst müssen Sie im Ernstfall alle ärztlichen Behandlungen selbst bezahlen.

Leider gibt es bei den verschiedenen Kreditkarten erhebliche preisliche und inhaltliche Unterschiede, sowie auch einige Einschränkungen im Vergleich zu klassischen Reiseversicherungen. Wir haben offiziell über die Homepage der Anbieter die verschiedenen Versicherungsbedingungen durchforstet und deren Produkte miteinander verglichen. In den folgenden Links finden Sie einen Vergleich der Reiseversicherungen pro Kartenanbieter:

PayLife Kreditkarten-Vergleich (auch erhältlich bei Oberbank, Volksbank, VKB Bank, Hypo Oberösterreich)

Card complete Kreditkarten-Vergleich (auch erhältlich bei Bank Austria, Oberbank)

American Express Kreditkarten-Vergleich

Bankeneigene Kreditkarten Vergleich (Sparkasse, Raiffeisen, BAWAG P.S.K., free.at, N26)

Studenten-Kreditkarten Vergleich

Achtung: Die hier zur Verfügung gestellten Informationen sind keine vollständige Sammlung der am österreichischen Markt vorkommenden Kreditkarten und Banken. Die Angaben sind Orientierungsgrößen und bevor Sie eine Kreditkarte beantragen sollten Sie sich von einem oder mehreren Unternehmen informieren lassen. Sämtliche Angaben ohne Gewähr – Falls Ihnen anderwärtige Informationen und Konditionen zu den jeweiligen Kreditkarten bekannt sind, so treten Sie bitte mit uns in Kontakt, sodass der Fehler behoben werden kann (blog@lamie-direkt.at).

Die neuen Online-Banken, wie etwa die Hellobank oder Easybank, haben wir in den Vergleich nicht miteinbezogen, da sie keine Kreditkarten mit Reiseversicherung anbieten.

Top-3 Platzierungen: Preis

Platz 1: free Mastercard Gold – 0 €

Platz 2: PayLife Classic Karte (Visa, Mastercard) – 22,00 € pro Jahr

Platz 3: Card Complete Classic Card (Visa, Mastercard) – 57,60 € pro Jahr

Die Kreditkarten für Studenten, die s Visa Card GÖD Gold (36,24 €) für Mitglieder der Gewerkschaft öffentlicher Dienst und die American Express Blue Card (40 €, nur Reiseunfallversicherung) haben wir bei der Preisbewertung außen vor gelassen. Die Inhalte dazu finden Sie in den einzelnen Vergleichen.

Top-3 Platzierungen: Angebotspaket*

Platz1: free Mastercard Gold

  • sämtliche Deckungsbausteine im Vergleich versichert
  • keine Ausnahmen bei Familienmitgliedern + 3 sonstige Mitreisende versichert
  • Bezahlung von mind. 50 % der Reise mit Kreditkarte als Voraussetzung für Versicherungsschutz

Platz 2: Sparkasse s-Kreditkarten (Gold, Platinum & GÖD Gold)

  • sämtliche Deckungsbausteine im Vergleich versichert
  • keine Ausnahmen bei Familienmitgliedern
  • Kartenbesitz als Voraussetzung für Versicherungsschutz

Platz 3: Raiffeisen Platinum Kreditkarte

  • sämtliche Deckungsbausteine im Vergleich versichert
  • keine Ausnahmen bei Familienmitgliedern
  • Kartenbesitz und Benutzung in den letzten 2 Monaten als Voraussetzung für Versicherungsschutz

*Angebot mit den geringsten Einschränkungen und meisten Deckungsbausteinen (unabhängig von der Versicherungssumme): Reisestornoversicherung, Reisegepäckversicherung, Reiseunfallversicherung, Verkehrsmittel-Unfallversicherung, Auslandsreise-Krankenversicherung, Reise-Haftpflichtversicherung und Reiseabbruchversicherung.

Bei den meisten anderen Kreditkarten des Vergleichs sind ebenfalls sämtliche Deckungsbausteine versichert. Ihr größtes Manko ist jedoch, dass Familienmitglieder von der Reisekranken- und oft auch von der Reiseunfallversicherung ausgenommen sind. Außerdem gilt der volle Versicherungsschutz meist nur bei Bezahlung der Reise mittels Kreditkarte.

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Top Platzierungen: Versicherungsummen**

Aufgrund der Ähnlichkeit der Produkte hinsichtlich der Versicherungssummen, lässt sich hier keine Rangfolge festlegen. Wir haben für Sie aber die 4 besten Angebote herausgesucht. Die Kreditkarten von card complete, Sparkasse und Raiffeisen sind vorteilhaft, weil sie bei der Auslandskrankenversicherung keine Beschränkung haben. Die Kreditkarten von PayLife bieten wiederum die höchsten Haftpflichtversicherungssummen, wobei dies kein Kriterium sein dürfte, da Sie durch Ihre Haushaltsversicherung normalerweise bereits einen ausreichenden, weltweiten Haftpflichtschutz haben.

Card complete Cards (Gold | Platinum)

  • Reisestornoversicherung: 2.500 € | 5.000 €
  • Auslandskrankenversicherung: kein Limit
  • Reisehaftpflichtversicherung: 750.000 € |750.000 €
  • Reiseunfallversicherung (Invalidität): 100.000 € | 150.000 €
  • Verkehrsmittelunfallversicherung (Invalidität): 152.650 € | 260.000 €

s Kreditkarten (Gold | Platinum)

  • Reisestornoversicherung: 3.500 € | 5.000 €
  • Auslandskrankenversicherung: kein Limit
  • Reisehaftpflichtversicherung: 750.000 € | 750.000 €
  • Reiseunfallversicherung (Invalidität): 75.000 € | 150.000 €
  • Verkehrsmittelunfallversicherung (Invalidität): 150.000 € | 250.000 €

Raiffeisen Kreditkarten (Gold | Platinum)

  • Reisestornoversicherung: 2.500 € | 5.000 €
  • Auslandskrankenversicherung: kein Limit
  • Reisehaftpflichtversicherung: 750.000 € | 1.000.000 €
  • Reiseunfallversicherung (Invalidität): 100.000 € | 150.000 €
  • Verkehrsmittelunfallversicherung (Invalidität): 100.000 € | 150.000 €

PayLife Karten (Gold, GoldPlus | Black | Platinum)

  • Reisestornoversicherung: 3.000 € | 3.000 € | 6.000 €
  • Auslandskrankenversicherung: 500.000 € | 1.000.000 € | 1.000.000 €
  • Reisehaftpflichtversicherung: 750.000 € | 1.000.000 € |1.500.000 €
  • Reiseunfallversicherung (Invalidität): 155.000 € | 200.000 € | 350.000 €
  • Verkehrsmittelunfallversicherung (Invalidität): 155.000 € | 200.000 € | 350.000 €

**Die Bewertung erfolgte hier auf Grundlage der Auslandskranken-, Reisehaftpflicht- und Reiseunfallversicherung, da es sich hier im Schadenfall um große Summen handeln kann.

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NEU IM VERGLEICH: Die neuen Kreditkarten von N26 bieten mit 7.500 € und 5.000 € die höchsten Versicherungssummen bei der Reisestornoversicherung und Reiseabbruchversicherung. Allerdings besteht ein nur sehr geringer Schutz (150.000 €) bei der Reisekrankenversicherung. Diese Karten sind also nur für Reisen innerhalb Europas (mit Sozialversicherungsabkommen) zu empfehlen, wo zumindest ein Krankenversicherungs-Grundschutz durch die E-Card besteht. Bei Reisen nach Übersee ist eine unlimitierte Reisekrankenversicherungen sehr zu empfehlen.
Auch die neue American Express Platinum Card bietet umfassende Versicherungssummen (z.B. Reisestornoversicherung 6.000 €, unlimitierte Krankenversicherung), diese ist jedoch mit einem unglaublichen Preis von 500 € nicht konkurrenzfähig.

Vorsicht: Bei der Paylife Classic Karte wird zwar eine Reiseversicherung beworben, diese enthält aber nur einen sehr eingeschränkten Versicherungsschutz auf den medizinisch notwendigen Krankenrücktransport, Hilfeleistungen in Notsituationen oder Sonderrückreisen. Hier kann man jedoch vor Reiseantritt einen Sonder-Reiseschutz (3-fach Reiseschutz) zukaufen.

Die American Express Blue Card beinhaltet lediglich eine Reiseunfall- und Verkehrsmittelunfallversicherung.

LAMIE-TIPP für Studenten: Die meisten Banken bieten deren Kreditkarten (PayLife, card complete oder bankeneigene) auch in der Studentenversion bzw. zum Studentenpreis an, auch wenn das Angebot auf der Homepage nicht zu finden ist. Am besten fragen Sie bei Ihrer Bank nach.

LAMIE-TIPP für Senioren: Krankheit ist nicht automatisch eine Frage des Alters, aber leider mehren sich die gesundheitlichen Probleme bei den „Lebenserfahrenen“.  Davon gehen auch die Kreditkartenanbieter aus, weshalb man bei der Reisestorno- und Reisekrankenversicherung immer – wenn auch anders formuliert – denselben Ausschlussgrund findet, nämlich Vorerkrankungen. Senioren sollten sich deshalb nicht auf die Kreditkarten-Reiseversicherung oder auf übliche Reiseversicherungspakete verlassen. Wir haben kurz zusammengefasst, worauf Senioren bei der Reiseversicherung achten sollten.

Häufige Einschränkungen bei Kreditkarten-Reiseversicherungen

  • Bei den großen Kreditkartenanbietern wie PayLife, card complete oder auch bei bankeneigenen Kreditkarten wie der Raiffeisen oder BAWAG Gold Card sind Familienangehörige von der Krankenversicherung ausgenommen!
  • Die regelmäßige Benützung der Kreditkarte oder die Bezahlung der Reise mittels Kreditkarte gelten oft als Voraussetzung für den vollen Versicherungsschutz.
  • Geld, Wertpapiere, Fahrkarten und Dokumente (meist auch Laptops oder Tablets) sind von der Reisegepäckversicherung ausgenommen. Wertgegenstände und technische Geräte (Kameras) sind oft nur unter Beaufsichtigung oder Aufbewahrung in versperrten Räumen/Behältnissen versichert.
  • Bei der Reisestornoversicherung gibt es meist eine Beschränkung auf einen Schadenfall pro Jahr. Außerdem gilt die volle Versicherungssumme bei einigen Kreditkarten nur für Pauschalreisen. Individualreisen (separate Buchung von Flug und Hotel) sind dann gar nicht oder nur zum Teil gedeckt.
  • Die Reiseunfall- und Reisekrankenversicherung schließt in der Regel „gefährliche Urlaubsaktivitäten“ wie zum Beispiel Fallschirmsprünge, Paragleiten, etc. aus. Kein Versicherungsschutz besteht auch bei Schäden durch Verwendung von KFZ oder Wasserfahrzeugen.
  • Der Einkaufsschutz von einigen Kreditkarten gilt oft nur, wenn der gekaufte Gegenstand auch mit der Kreditkarte bezahlt wurde.

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Dieser Vergleich zeigt Ihnen, worauf Sie bei Ihrer Kreditkarte mit Reiseversicherung achten und was Sie vor Reiseantritt gegebenenfalls noch überprüfen sollten. Je nachdem, worauf Sie Wert legen und wie Ihre Reise genau aussieht, sind unterschiedliche Inhalte wichtig. Wie bei anderen Versicherungen, sollte auch hier der Preis nicht als einziges Kriterium zählen. Je nach Wert der Reise, kann man auf einzelne Bausteine, wie zum Beispiel der Reisestorno- oder Reiseabbruchversicherung verzichten. Für Reisen nach Übersee darf aber eine umfassende Auslandskrankenversicherung und -unfallversicherung nicht fehlen.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare und Erfahrungen zum Thema Reiseversicherungen!

Reiseversicherung für Senioren – 5 wichtige Tipps

Eine Leidenschaft, die Jung und Alt gleichermaßen teilen, ist die für das Reisen. Es war noch nie einfacher als jetzt, Reisen zu buchen und die ganze Welt zu erkunden. Auch bei der Wahl des Transportmittels hat man freie Auswahl; wer gerne schnell vorankommt, nimmt das Flugzeug, wer nicht fliegen möchte, fährt Bus, Bahn oder mit dem Kreuzfahrtschiff. Eine Sache, an die man natürlich vor oder auch im Urlaub nicht denken möchte, sind unvorhergesehene Krankheiten oder Unfälle. Für Senioren ist ein passender Versicherungsschutz auf Reisen deshalb besonders wichtig. Wir haben ein paar wichtige Informationen und Tipps für Sie, die es dabei zu beachten gibt.

Natürlich sollten auch junge Urlauber über eine entsprechende Reiseversicherung nachdenken. Die Gefahr für ältere Reisende ist dennoch höher, denn oft haben Senioren gesundheitliche Einschränkungen, die vor Reiseantritt oder auf Reisen Probleme bereiten können. Aufgrund des erhöhten Risikos gibt es bei Reiseversicherungen ein paar Einschränkungen, die Sie wissen sollten.

1. Chronische Krankheiten und Vorerkrankungen

Die Auslandsreise-Krankenversicherung stellt für Senioren ein unabdingbares Sicherheitsnetz dar. Im Falle einer Erkrankung während der Reise kommt die Versicherung für die Behandlungskosten auf. Ein wichtiger Schutz vor finanziellem Schaden, denn gerade Arztbehandlungen im Ausland können enorm viel Geld kosten – vor allem im EU-Ausland ohne Sozialversicherungsabkommen (E-Card). Ist jemand jedoch chronisch krank, bezahlen die meisten Versicherungen keine Behandlungs- oder Medikamentenkosten. Braucht man also aufgrund einer chronischen Erkrankung oder ein Erkrankung, die vor Reisebuchung bereits bestanden hat, im Urlaub eine Behandlung, übernimmt die Versicherung diese im Normalfall nicht. Dies gilt meist auch, wenn man kurz vor der Reisebuchung stationär in Behandlung war und das im Urlaub auftretende Gesundheitsproblem damit im Zusammenhang steht.

 Fragen Sie vor Abschluss einer Versicherung immer nach, wie es in Ihrem konkreten Fall aussehen würde. Lassen Sie im Zweifelsfall Ihre Reisefähigkeit vor Reiseantritt von einem Arzt bestätigen, um späteren Problemen und Diskussionen aus dem Weg zu gehen.

2. Reisestorno- und Reiseabbruchversicherung

Eine weitere wichtige Versicherung für Senioren ist die Reiserücktritts- bzw. stornoversicherung. Denn zwischen Buchung und Reiseantritt liegen oft Monate und gerade bei älteren Menschen kann eine Krankheit den Reiseantritt verhindern. Hier ist es besonders wichtig, die Versicherungsbedingungen genau durchzulesen, denn nicht jede Verhinderung ist in der Reiserücktrittsversicherung gedeckt. Grundsätzlich trägt die Versicherung die Stornokosten, wenn der Versicherte, ein Angehöriger oder ein Mitreisender schwer erkrankt oder einen Unfall hat. In solchen Fällen verlangt die Versicherung eine ärztliche Bestätigung, dass der Reiseantritt auch tatsächlich nicht möglich ist.

Achtung:

  • Auch hier sind chronische Krankheiten meist ausgeschlossen. Hat jemand beispielsweise Diabetes und kann aufgrund dieser Krankheit die Reise nicht antreten, übernimmt die Versicherung die Kosten nicht.
  • Nachdem ärztlich abgeklärt wurde, dass ein Reiseantritt nicht möglich ist, sehen Reiseversicherungen vor, dass die Reiseleistungen unverzüglich storniert werden müssen. Der Grund dafür liegt in den meist gestaffelten Stornogebühren der Reiseleistungsanbieter – je früher man storniert, desto „günstiger“ kommt man davon.

Ebenso wichtig ist der Deckungsbestandteil „Reiseabbruch“. Denn für den Fall, dass Sie die Reise unvorhersehbarer Weise frühzeitig abbrechen müssen, übernimmt diese die Zusatzkosten, die im Zuge der vorzeitigen Rückkehr entstehen.

3. Der Altersaufschlag

Der relevanteste Tipp hier lautet: Vergleichen, vergleichen, vergleichen! Versicherer staffeln ihre Angebote meist nach Altersklassen. Je älter ein Reisender also ist, desto teurer wird es für ihn. In manchen Fällen zahlen Senioren mehr als doppelt so viel für ihre Reiseversicherung als junge Kunden. Oft liegen die Altersgrenzen bei Mitte 60, manchmal schon bei Ende 50. Manche Versicherungen fordern auch erst ab 70 Jahren Aufschläge.
Eine wichtige Rolle beim Preisvergleich spielt – wie so oft – die Zeit. Keinesfalls sollte eine Reiseversicherung auf den letzten Drücker abgeschlossen werden, denn hier zahlt man oft drauf.

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4. Jahresreiseversicherung oft günstiger

Prüfen Sie, ob eine Jahresreiseversicherung, Familien- oder Einzelversicherung für Ihre individuelle Situation am besten passt. Häufig bieten Jahresreiseversicherungen ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis, dies lohnt sich jedoch nur, wenn man mehrmals im Jahr verreist. Bei einem Jahrestarif sollte man jedenfalls darauf achten, welche Reisedauer gedeckt ist. Oft sind nämlich nur Reisen abgedeckt, die nicht länger als 42 bis 56 Tage dauern. Dauert eine Reise länger, kann das sehr teuer werden. Verzichten sollte man auf die Versicherungen trotzdem nicht, denn Behandlungen und Medikamente oder schlimmstenfalls sogar ein Rücktransport können sehr ins Geld gehen.

5. Reisebuchung und Versicherung immer getrennt abschließen

Verzichten Sie auf eine „Reiseversicherung-to-go“, die man auf den Reiseportalen zusätzlich zur Reise erwerben kann. Diese sind gekennzeichnet durch mangelnde Informationen über den Versicherer, fehlende Transparenz bei den Bedingungen sowie schlechte Konditionen – erst recht für Senioren. Lassen Sie sich bei einer Reisebuchung nicht zum Abschluss einer Reiseversicherung drängen. Lieber getrennt abschließen und auf individuellen und umfassenden Schutz achten.

Sollten Sie noch Fragen zu Ihrer Reiseversicherung haben oder sich bei der Deckung nicht sicher sein, sind unsere Experten gerne für Sie da und geben Ihnen Tipps.

3 hilfreiche Spartipps für die Reiseversicherung

Wenn der Urlaub etwas kostspieliger ist oder das Urlaubsziel nicht gerade nebenan liegt, dann ist es sinnvoll die Reise abzusichern – auch wenn man das Geld für die Versicherungsprämie lieber für Cocktails am Strand ausgeben möchte. Eine Reiseversicherung springt zum Beispiel ein, wenn die Reise abgesagt werden muss, das Gepäck gestohlen wird oder man im (EU-)Ausland ins Krankenhaus muss. Für sinnvollen Versicherungsschutz ist bei der Reiseversicherung auf mehr Aspekte zu achten, als nur auf den Preis. Die folgenden Spartipps sollten Sie aber vor Versicherungsabschluss unbedingt beherzigen.

1. Immer Familien- oder Gruppenreiseversicherungen abschließen

Familien- oder Gruppenverträge sind in vielen Fällen empfehlenswert, auch für gemeinsam reisende Freunde. Die Leistung im Vergleich zu separaten Verträgen ist dieselbe, die Prämien jedoch meist deutlich günstiger. Wer sich für eine solche Familien- oder Gruppenjahresversicherung entscheidet, kann natürlich im Rest des Jahres auch getrennt voneinander verreisen und ist dabei versichert. Mehr dazu im nächsten Punkt.

2. Jahresreiseversicherungen bei mehreren Reisen meist günstiger

Wer mehrmals im Jahr verreist, für den lohnt sich eventuell eine Jahresreiseversicherung – egal ob mit Partner, Familie oder Freunden. Ein Jahresstorno- und Reiseschutz gibt es für 2 Personen ab ca. 200 €. Je nach Kosten und Umfang der Reise, übersteigen zwei Einzelversicherungen für jeweils einen einwöchigen Sommer- und Winterurlaub oder eine größere Reise (etwa in die USA) diesen Betrag bereits. Zusätzliche Reisen (auch Wochenendtrips sind versichert) erhöhen die Ersparnis einer Jahresreiseversicherung.

Achtung: Der maximale Reisepreis pro Reise ist bei Jahresreiseversicherungen meist beschränkt (z.B. 5.000 €). Für mehrere kleinere Reisen ist das völlig ausreichend. Bei einem größeren Urlaub mit der Familie oder mit dem Partner ist dieser Wert aber unter Umständen schnell erreicht. In diesem Fall kann man entweder die Versicherungssumme der Jahresreiseversicherung erhöhen, oder vom Familientarif (max. Gesamtpreis von z.B. 5.000 € pro Reise) auf den Einzeltarif für alle Mitreisenden umsteigen (max. Einzelpreis von z.B. 5.000 € pro Reise). Was das Ganze natürlich erheblich verteuert.
Außerdem ist bei Jahresreiseversicherungen darauf zu achten, dass sich der Vertrag bei den meisten Versicherungen automatisch um ein weiteres Jahr verlängert. Wenn man also Jahr darauf nur eine kleinere Reise plant, empfiehlt es sich die Jahresreiseversicherung wieder zu kündigen und auf eine Einzelreiseversicherung zurückzugreifen.

3. Kreditkartenversicherung als günstige Alternative zur Einzelreiseversicherung

Wer eine Kreditkarte hat, ist unter Umständen bereits reiseversichert – und das zu erheblich geringeren Kosten als bei einer klassischen Reiseversicherung. Hier kann es sich sogar lohnen, wenn Sie in Hinblick auf Ihre Reise für bestimmte Zeit auf eine Platinumkarte mit höherem Versicherungsschutz umsteigen.

Natürlich gibt es ein paar Haken – die Deckung ist meist im Vergleich zu einer normalen Reiseversicherung erheblich eingeschränkt:

  1. Die Versicherung ist teilweise nur bei Bezahlung der Reise mittels Kreditkarte wirksam.
  2. Bei vielen Kreditkarten sind gewisse Leistungen (z.B. Reisekrankenversicherung) auf den Kartenbesitzer beschränkt. Ansonsten sind nur Familienmitglieder mitversichert (keine Gruppenreiseversicherung möglich).
  3. Beim Reisestorno- bzw. Reiseabbruchschutz sowie bei „Zusatzleistungen“ wie z.B. Verspätungsschutz fällt die Deckung geringer aus als bei den klassischen Reiseversicherungen. Außerdem gilt der Stornoschutz bei einigen Kreditkarten nur für Pauschalreisen.

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Bei der Reiseunfall-, Reisehaftpflicht- bzw. Reisekrankenversicherung gibt es aber durchaus Kreditkartenversicherungen, die bei der Deckung mit den klassischen Reiseversicherungen mithalten können.

Wer also mit dem geringen Storno- und Abbruchschutz (meist 1.500 – 3.000 €) leben kann, für den lohnt sich eine Kreditkartenversicherung unter Umständen auch für größere Reisen nach Übersee. Plant man etwa einen USA Roadtrip, bei dem man die einzelnen Hotels über Plattformen wie Booking.com selbst gebucht hat (und diese meist 24h Stunden vorher noch storniert werden können), sind die Stornokosten unter Umständen nicht so hoch (Es bleiben z.B. nur noch die Stornokosten für Flug und Mietwagen). Das wichtigste bei einer USA-Reise ist ohnehin die Auslandskrankenversicherung und für diese gibt es auch bei Kreditkartenversicherungen teilweise unlimitierte Deckung für Karteninhaber (ACHTUNG: Hier sind Familienmitglieder häufig ausgeschlossen). Die Leistungen der verschiedenen Kreditkartenversicherungen haben wir für Sie bereits verglichen.

Egal wie die Reisepläne aussehen, es lohnt sich auf jeden Fall die Angebote der verschiedenen Jahres- und Einzelversicherungen online zu vergleichen. Ist kein umfassender Stornoschutz nötig, sollten Sie jedenfalls auch Ihre Kreditkartenversicherung in den Vergleich mitaufnehmen. Ein guter und kompetenter Ansprechpartner ist zumeist auch Ihr Reisebüro, welches Sie über die Versicherungsdeckung für Ihre konkrete Reise informieren kann.

Wir freuen uns auf Ihre Erfahrungen und Fragen zum Thema Reiseversicherung!

 

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5 wichtige Aspekte der Reiseversicherung: Was brauche ich wirklich?

Einfach nur Urlaub machen und entspannen… Ganz so einfach ist es leider manchmal nicht, denn bei einer Reise kann jede Menge schief laufen. Ob Sie nun vor der Reise krank werden, am Urlaubsort ins Krankenhaus müssen oder Ihr Gepäck am Flughafen nicht ankommt, dafür gibt es Versicherungen. Welche Dinge Ihre Reiseversicherung enthalten soll, müssen Sie selbst entscheiden. LAMIE gibt dazu ein paar Tipps.

Wie bei vielen anderen Versicherungsprodukten, ist das Angebot an Reiseversicherungen nicht gerade überschaubar. Neben eigenen Versicherungsprodukten der privaten Anbieter, gibt es auch Kreditkarten mit Reiseversicherungen. Hier gibt es jedoch zahlreiche Beschränkungen, denn voller Versicherungsschutz besteht manchmal nur für den Karteninhaber. Mehr dazu können Sie in unserem großen Kreditkartenvergleich nachlesen.

Bei der Auswahl der Reiseversicherung sollten Sie auf jene Dinge achten, wo für Sie das meiste Risiko besteht. Um Ihnen die Bewertung zu erleichtern, haben wir fünf Aspekte zusammengefasst, die man sich vor Reiseantritt genauer überlegen sollte. Zum Schluss gibt es noch ein paar Expertentipps von Reisewelt GmbH und dem Reisebuchungs-Tool ThreeSteps.

Reisekrankenversicherung vs. E-Card

Die Reisekrankenversicherung ersetzt Heil- und Behandlungskosten, die bei unvorhersehbaren Erkrankungen oder Unfällen während der Reise entstehen. Mit der Europäischen Krankenversicherungskarte (Rückseite der E-Card), welche den Auslandskrankenschein auf Urlaubsreisen in EU-Staaten, EWR-Staaten, der Schweiz, Mazedonien, Serbien und Bosnien-Herzegowina ersetzt, können medizinische Leistungen bei Vertragsärzten und öffentlichen Spitälern im jeweiligen Land in Anspruch genommen werden. So müssen Sie z.B. für Ihren alljährlichen Italienurlaub, nicht extra eine Reisekrankenversicherung abschließen.

Kostspielig wird es dann, wenn Sie in einem Land ohne Sozialversicherungsabkommen medizinisch behandelt werden müssen bzw. die E-Card nicht gültig ist. Die heimischen Sozialversicherungsträger erstatten die Kosten für Heilbehandlungen zwar nach Tarif. Kosten, die diesen Tarif übersteigen, müssen Sie aber selbst tragen.
Eine Reisekrankenversicherung darf also bei Reisen nach Übersee nicht fehlen. Besonders die USA sind für hohe Behandlungskosten in Spitälern berüchtigt. Außerdem gibt es Länder, in denen eine Reisekrankenversicherung verpflichtend ist (z.B. Kuba, Ukraine).

LAMIE-TIPPNehmen Sie die Rechnung der medizinischen Behandlung gleich mit und heben Sie diese gut auf – verlassen Sie sich nicht auf eine Nachsendung per Post oder E-Mail!

Reisehaftpflichtversicherung vs. übliche Privathaftpflichtversicherung

Prüfen Sie, ob für die in Ihrer Haushaltsversicherung enthaltene Haftpflichtversicherung weltweite Deckung besteht – was meist der Fall ist. Das heißt, es besteht auch Versicherungsschutz, wenn Sie jemandem im Urlaub einen Schaden zufügen. Eine eigene Reisehaftpflichtversicherung ist dann nicht nötig, zumal auch die Versicherungssummen in der üblichen Privathaftpflichtversicherung meist viel höher sind.

Achtung: Schäden aus der Verwendung von Kraft- und Luftfahrzeugen sind weder in der üblichen Haftpflichtversicherung noch in der Reisehaftpflichtversicherung gedeckt, gilt auch für motorische Wasserfahrzeuge.

Reisestorno- & Reiseabbruchversicherung vs. Abbruchkosten ohne Versicherung

Die Reisestorno- & Abbruchversicherung übernimmt die Kosten für die Stornierung einer gebuchten Reise vor Reiseantritt oder für nicht genutzte Reiseleistungen, wenn man eine bereits angetretene Reise plötzlich abbrechen muss. Die Zusatzkosten für die Rückreise werden meist nicht übernommen.

Voraussetzung ist, dass die Reise aus bestimmten, unvorhersehbaren Gründen storniert oder abgebrochen werden muss, unter anderem:

  • eine plötzliche schwere Erkrankung, erhebliche Verschlechterung eines Leidens oder der Tod des Versicherten oder nahestehender Familienangehöriger.
  • schwere Schäden am Eigentum, wodurch die Anwesenheit des Versicherten zu Hause unerlässlich ist.
  • Unerwartete Ereignisse, wie etwa Schwangerschaft, Scheidung etc.
  • Ereignisse am Urlaubsort, die die körperliche Sicherheit gefährden (Reiseabbruchversicherung).

Man sollte sich dazu zwei Fragen stellen:

Wie wahrscheinlich ist es, dass bei Ihnen einer der Stornogründe eintritt? Bei welchen Reisen tut ein Abbruch oder eine Stornierung besonders weh? Bei kostspieligen und längeren Reisen natürlich. Da sollte der Baustein Reisestorno- und Reiseabbruchversicherung jedenfalls nicht fehlen.

(Reise-)Unfallversicherung

Die gesetzliche Unfallversicherung bietet Schutz bei Eintritt und den Folgen von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten. Zwei Drittel aller Unfälle passieren allerdings bei Freizeitaktivitäten, für die man ohne private Unfallversicherung selbst aufkommen muss.

Die private Unfallversicherung deckt unter anderem zahlreiche Behandlungskosten infolge eines Unfalls, Bergungskosten (inkl. Hubschrauber), Nottransport ins Heimatland sowie Folgekosten bei dauernder Invalidität und Tod. Wenn Sie bereits eine private Unfallversicherung mit weltweiter Deckung abgeschlossen haben, ist keine Reiseunfallversicherung mehr nötig. Ansonsten ist dieser Baustein in der Reiseversicherung absolut zu empfehlen – besonders wenn Sie eine Reise mit vielen (sportlichen) Aktivitäten planen.

Was im Urlaub (und auch generell) für Sportfreaks vielleicht relevant ist – Risiko- und Extremsportarten, Kampf- und Kraftsportarten oder andere Aktivitäten mit „außergewöhnlichem Risiko“ sind in der Regel nicht versichert. Wir denken da an Free Climbing, Tauchexpeditionen, Wettbewerbe und Rennen jeglicher Art, Bungee Jumping oder Fallschirmspringen und Ähnliches. Selbiges gilt auch für die Reisekrankenversicherung.

Reisekomfortversicherung – was heißt das eigentlich?

Bei einigen Versicherungen (v.a. Kreditkartenangeboten) werden bestimmte Leistungen unter dem Begriff Reisekomfortversicherung zusammengefasst. Wie das Wort „Komfort“ schon so schön sagt, deckt dieser Bausteine alle Kosten und Schäden, die die Reise sehr schnell unbequem machen können. Dazu gehören unter anderem die Kosten für verschwundenes oder beschädigtes Reisegepäck, verspätete Gepäckausgabe, Dokumentenersatz (Reisegepäckversicherung), Flugverspätung bzw. –versäumnis (Verspätungsschutz) etc.

Reiseversicherung

 

Hier sind die Angebote der einzelnen Reiseversicherungen sehr unterschiedlich gestaltet was die Inhalte und Versicherungssummen betrifft. Die Situation ist wieder nach Art und Länge der Reise selbst abzuschätzen.

 In der LAMIE Premium Haushaltsversicherung und LAMIE Premium Eigenheimversicherung ist Ihr Reisegepäck im Ausland ebenfalls versichert.

 

Expertentipps zur Reiseversicherung

In welchen Fällen ist eine Reiseversicherung empfehlenswert und wann nicht?

Fabian Sigl von ThreeSteps.xyz, einem neuen Reisebuchungs-Tool mit dem man bei Onlinebuchungen zusätzlich sparen kann, ist überzeugt, dass eine Reiseversicherung durchaus Sinn machen kann: „Wichtig ist, dass Sie bereits vorhandene Versicherungen auf eventuelle Deckung überprüfen und mit den Anforderungen der Reiseziele abgleichen. In vielen Europäischen Ländern sind zusätzliche Reiseversicherungen wie etwa eine Reisekrankenversicherung gar nicht notwendig.“

Tipp: Aufpassen bei Buchungen über Onlineplattformen!

Fabian Sigl dazu: „Es gibt Onlineplattformen, welche eine Reiseversicherung oder eine bestimmte Zahlungsmethode förmlich aufdrängen. Wenn man aber auf einer solchen Plattform buchen will, dann unbedingt darauf achten und lieber doppelt kontrollieren, dass man nichts mitbucht, was man gar nicht haben möchte. ThreeSteps hat solche aggressiven Plattformen nicht im Partnerprogramm. Wer also auf Nummer sicher gehen will, bucht über ThreeSteps.xyz seine Urlaubsreisen. Informationen und Rat zur Reiseversicherung holt man sich als Selbstbucher am besten beim Versicherer des Vertrauens.“

Was sind die häufigsten Unglücksfälle im oder vor dem Urlaub? Worauf muss man bei der Reiseversicherung achten?

Erkrankungen und Todesfälle im näheren Umfeld sind häufige Gründe für eine Urlaubsstornierung. Sabrina Weinzinger von Reisewelt empfiehlt deshalb die Reise- und Stornoversicherung der Hanse Merkur: „So haben Sie die Garantie, dass Sie und Ihre Mitreisenden nicht nur vor, sondern auch während dem Urlaub versichert sind.“ Unterschätzt werden laut Reisewelt auch oft die Krankenhauskosten im Ausland, deshalb sollte eine Reiseversicherung ohne Selbstbehalt abgeschlossen werden.

Zusammengefasst kann man sagen, und das bestätigen auch unsere Reiseexperten, dass es auf das Urlaubsziel und die geschätzten Kosten der Reise ankommt, ob eine Reiseversicherung Sinn macht oder nicht. Es kann auch sein, dass Sie manche umfassende Reiseversicherungspakete gar nicht benötigen, weil Sie dadurch doppelt versichert (Unfallversicherung, Krankenversicherung) wären. Empfehlenswert sind auf jeden Fall die Reisestorno- und Reiseabbruchversicherung sowie die Reisekrankenversicherung bei Reisen nach Übersee. Die Entscheidung können wir Ihnen leider nicht abnehmen.

Wir freuen uns auf Ihre Erfahrungen und Fragen zum Thema Reiseversicherung!

 

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Umfrage: Warum die Österreicher eine Reiseversicherung abschließen

Urlaubsschnäppchen gefällig?

Vergleich: Lohnt sich eine Brillenversicherung?

Während man früher eine Brille eher zwangsweise trug und in der Jugend als Brillenträger oft sogar gehänselt wurde, sind die Gläser heutzutage eher ein modisches Accessoire, das mit Stolz getragen wird. Doch eine gute Brille mit hochwertigen Gläsern und einer Designer-Fassung kostet schnell mal über 500 €. Das kann ganz schön ins Geld gehen, vor allem wenn mehrere Familienmitglieder Brillenträger sind oder man Mehrstärkenbrillen benötigt. Aus diesem Grund haben etwas mehr als 25% aller Brillenträger eine Brillenversicherung. Doch was ist dadurch genau versichert und wann ist sie sinnvoll? Wir zeigen auf, was Sie darüber wissen sollten und haben die verschiedenen Brillenversicherungen in Österreich miteinander verglichen.

Neue Brille nötig: Wann zahlt die Krankenversicherung?

Die gesetzliche Krankenkasse zahlt hier leider nur niedrige Pauschalbeträge und auch dies nur unter bestimmten Voraussetzungen.  Dazu gehören Fälle wie eine Sehbehinderung, wenn die Sehschärfe auf dem besseren Auge nur noch 30 % erreicht, oder als Therapiebrille (z.B. bei Schielen von Erwachsenen). Nur für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren werden die Festbeträge nicht nur bei Sehbehinderungen, sondern auch bei geringer Fehlsichtigkeit gezahlt. Wenn eine Brille für den Schulsport benötigt wird, werden auch Kunststoffgläser übernommen.

Wenn Sie eine private Krankenversicherung haben, sollten Sie vorher prüfen, ob und wie Heilbehelfe wie Brillen und Kontaktlinsen dort versichert sind. Hier werden neue Brillen meist nur alle zwei Jahre und nach ärztlicher Verordnung übernommen.

Brillenversicherungen – verschiedene Versicherungsmodelle

Es ist nachvollziehbar, dass sich viele Brillenträger eine Brillenversicherung überlegen, besonders weil so ein fragiles Objekt wie eine Brille schnell einmal beschädigt wird. Brillenversicherungen kann man meist direkt beim Optiker mit einjähriger Laufzeit abschließen. Bitte beachten Sie aber, dass meist eine automatische Vertragsverlängerung vereinbart wird.

Brillenversicherung Vergleich, Brillenversicherung Fielmann, Brillenversicherung Hartlauer, Brillenversicherung i4you

Die am Markt üblichen Brillenversicherungen regeln den Versicherungsschutz recht unterschiedlich. So gut wie alle Anbieter versichern die Brille zunächst davor, dass sie durch eigene Ungeschicklichkeit zu Bruch geht. Zu beachten ist hier jedoch, dass dies nur für kleinere Missgeschicke gilt, da Schäden aufgrund grober Fahrlässigkeit oder gar Vorsatz bei allen Anbietern ausgeschlossen sind. Weitere Deckungsbausteine, die jedoch teilweise erhöhte Prämien oder satte Selbstbehalte nach sich ziehen, können sein:

  • Die Sehstärke ändert sich um mindestens 0,5 Dioptrien(dpt)
  • Neue Brille nach Ablauf von zwei Jahren – unabhängig von einem Schaden
  • Fall-, Sturz- und Bruchschäden
  • Elementare Gefahren
  • Versicherung gegen einfachen Verlust
  • Diebstahl, Raub oder Einbruchdiebstahl

Grundlage der Prämie ist generell meistens ein Prozentsatz des ungestützten Verkaufspreises der Brille. Die Selbstbehalte variieren stark. Ein Blick in die Bedingungen bei Abschluss ist daher unbedingt geboten.

Vertragslaufzeit und neue Brille

Speziell bei variierender Sehstärke ist Vorsicht geboten. Die meisten Verträge haben eine Mindestvertragslaufzeit von 1-2 Jahren. Ändert sich die Sehstärke um mindestens +/- 0,5 Dioptrien ist jedoch nur bei manchen Anbietern ein Umstieg auf eine neue Brille sofort mit der Änderung mitversichert!

Brillenversicherung Vergleich, Brillenversicherung Fielmann, Brillenversicherung Hartlauer, Brillenversicherung i4you

Brillenversicherung-Vergleich: Kosten und Nutzen

Wir haben anhand eines Tarifvergleichs versucht Beispiele zu ermitteln, in denen sich eine Brillenversicherung grundsätzlich finanziell auszahlt.

Beispiel: Gleitsichtbrille um 500 €

  • Schadenfall im zweiten Versicherungsjahr;
  • die Gleitsichtbrille wird durch eine leichte Ungeschicklichkeit zerstört;
  • Der Kunde möchte dieselbe Gleitsichtbrille noch einmal: Kosten wieder 500 €.

Bei der Hanse Merkur Versicherung (Fielmann-Angebot) zahlt man 100 € Prämie für zwei Jahre, erhält im Schadenfall aber eine Zuzahlung von 70 € und außerdem 70 % der Anschaffungskosten der neuen Brille vom Händler (Achtung: Nur wenn man eine Brille aus dem „Zuzahlungsbereich“ und nicht aus der „Nulltarif-Collection“ nimmt). Im Endeffekt ergibt sich für den Versicherungsnehmer eine Ersparnis von 320 € (statt 1.000 € müssen insgesamt nur 680 € für die zwei Brillen bezahlt werden).

Die I4you Brillenversicherung kann ebenfalls auf 2 Jahre abgeschlossen werden. Die Prämie für eine 500 € teure Brille ist in diesem Fall ebenfalls 100 € (10% vom Kaufpreis, für zwei Jahre). Im oben beschriebenen Schadenfall muss man aber einen Selbstbehalt von 75 € tragen. Insgesamt hat der Versicherte nun einen finanziellen Aufwand von 175 €, bekommt dafür aber eine neue Brille im Wert von 500 €. Die Ersparnis liegt hier bei 325 €.

Beim Hartlauer Brillensorglospaket zahlt man über 2 Jahre, 477,60 € Prämie (monatlich 19,90 €) für eine 500 € teure Brille. Der Unterschied im Versicherungsmodell liegt hier darin, dass man für die Brille beim Hersteller im Geschäft nichts zahlt! Man „zahlt“ hier die Brille quasi über 2 Jahre ab.
Geht die Brille dann innerhalb von 2 Jahren zu Bruch, wird auch kein Selbstbehalt verrechnet. Hier kommt es im Endeffekt zu einer Ersparnis von 522,40 € im Schadenfall.

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Beispiel: Fern- oder Nahbrille um 150 €

Nun dasselbe Beispiel wie zuvor, hier mit einer normalen Fern- oder Nahbrille um 150 €:

  • Fielmann: 15 € Zuzahlung + 70% des Kaufpreises, Prämie: 20 €
  • I4you: 22,5 € Selbstbehalt (15%), Prämie: 80 € (jährliche Mindestprämie: 40€)
  • Hartlauer: kein Selbstbehalt; Prämie: 9,90€/Monat

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Wichtiges zur Fielmann Brillenversicherung

Ein Fall, der uns bei der Recherche untergekommen ist:
Eine ältere Dame kauft 2013 bei Fielmann eine Gleitsichtbrille um 500 € aus dem Zuzahlungsbereich und schließt dafür eine Brillenversicherung von Hanse Merkur ab. Zu den 70 € von der Versicherung, verspricht Fielmann bei Neukauf einer Brille im Schadenfall 70% vom Kaufpreis zu übernehmen. Ab dem 25. Monat zahlt auch Fielmann nur noch 70 € dazu.
Die Dame zahlt in der Folge für ihre Gleitsichtbrille jährlich 50 € Versicherungsprämie. In den kommenden 5 Jahren verschlechtert sich Ihre Sehkraft um mehr als +/- 0,5 Dioptrien und meldet 2018 schließlich einen berechtigten Schadenfall. Sie möchte eine neue Gleitsichtbrille, auch um etwa 500 €:

  • Nach 5 Jahren Versicherungslaufzeit hat die Dame nun 250 € an Prämie bezahlt; von der Brillenversicherung bekommt sie nun lediglich eine Zuzahlung von 70 € zur neuen Brille. Das Versprechen von Fielmann, 70% von der Neubrille zu übernehmen, ist nach 5 Jahren obsolet, daher werden auch von Fielmann nur 70 € übernommen.
  • Die neue Brille kostet der Dame nun insgesamt 610 € (Kaufpreis + Versicherungsprämie – 2x Zuzahlung). Ohne Versicherung hätte die Kundin ganz normal die 500 € bezahlt. Sie zahlt also in diesem Fall drauf.
  • Bei einem Schadenfall im 2. Jahr hätte Fielmann die 70 % vom Kaufpreis noch übernommen.
Fazit zur Fielmann Brillenversicherung

Ohne ein aufrechtes Fielmann-Versprechen mit der Kostenbeteiligung in Höhe von 70% der Neubrille rechnet sich die Fielmann Brillenversicherung im geschilderten Fall gar nicht. Zudem verlängert sich die Fielmann Brillenversicherung automatisch um ein weiteres Jahr, sofern der Kunde nicht kündigt.

Wenn Sie sich eine teure Brille bei Fielmann kaufen und die Fielmann Brillenversicherung dafür abschließen möchten, denken Sie daran die Brille rechtzeitig zum Ende des zweiten Jahres zu kündigen. Sie können in Ihrem Versicherungsantrag beim Brillenkauf auch gleich die Kündigung zum Ablauf von 2 Jahren handschriftlich anmerken.

Wann ist also eine Brillenversicherung empfehlenswert?

Ob sich eine Versicherung für die Brille lohnt oder nicht kann zwar pauschal nicht gesagt werden, aber als Tendenz lässt sich erkennen, dass man bei teureren Brillenmodellen über einen Schutz nachdenken sollte.

Das wichtigste Augenmerk bei den am Markt gängigen Brillenversicherungen ist die genaue Beachtung der vereinbarten Vertragslaufzeit und der in der Versicherung enthaltenen Leistungsversprechen! Die markführenden Versicherungen von Hartlauer und Fielmann sind darauf ausgelegt, dass nach zwei Jahren eine neue Brille bezogen bzw. gekündigt wird. Danach kann man die Versicherung neu abschließen. Wichtig ist, hier nicht in die Falle zu tappen und den Versicherungsvertrag weiter laufen zu lassen (da sich diese ja sonst automatisch verlängern).

Achtung: Ein Brillenversicherung soll kein Grund für einen sorglosen Umgang mit der Brille sein, denn auch hier gibt es den Ausschluss für grobe Fahrlässigkeit und Vorsatz.

Relevant ist der Schutz jedenfalls bei Brillen mit hochwertigen Kunststoffgläsern, die oft getragen werden oder wenn die Gläser bei der Arbeit oder etwa beim Sport sehr beansprucht werden. Auf der anderen Seite erhöht sich dann die Prämie natürlich.

Wenn sich die Sehschärfe bei Ihnen noch oft ändert, prüfen sie besonders, ob der entsprechende Deckungsbaustein mitversichert ist.

Top 12 Fehler beim Abschluss einer Versicherung

Die „ideale“ Versicherung gibt es nicht, denn die würde keine Ausschlüsse haben und nach kurzer Zeit bankrottgehen, weil die Kosten nicht gedeckt werden können. Für jeden Versicherungsnehmer ist die eine oder andere Deckung mehr relevant, denn die Bedürfnisse sind nun einmal individuell. Pauschalaussagen von guten oder schlechten Versicherungen können daher schwer getroffen werden. Wir können Ihnen jedoch jene Dinge nennen, die Sie unbedingt beachten sollten, um ein für Sie optimales Produkt abzuschließen. Das sind die häufigsten Fehler beim Abschluss einer Versicherung:

1. Fehlende Eigenverantwortung

Schließen Sie niemals eine Versicherung ab, nur um das Gewissen zu beruhigen oder weil jemand anderes gesagt hat, dass man diese haben sollte. Es ist keine gute Idee, dies einfach nur zu tun um ein To Do von der Liste zu streichen und sich gar nicht richtig mit dem Thema zu befassen. Selbst wenn Sie das vom Makler erledigen lassen, ist doch etwas Eigenverantwortung gefragt, um zu wissen, was genau eigentlich versichert wird. Nur wer sich selbst ein Bild macht, ist vor bösen Überraschungen gefeit.
Achtung: Versicherungsvertreter empfehlen unter Umständen andere Produkte als Versicherungsmakler.

2. Ausschlüsse nicht beachtet

Sie sollten sich in kurzen Stichworten notieren, was Ihnen besonders wichtig ist und unbedingt in der Versicherung enthalten sein soll – sozusagen Ihr Knock-out-Kriterien. Lesen Sie diese Dinge in der Versicherungsbedingungen nach und checken Sie die Ausschlüsse. Prüfen Sie nach Abschluss auch unbedingt noch einmal die Polizze.

3. Scheu vor Fragen

Oft gehen Versicherer und Makler davon aus, dass gewisse Begriffe aus dem Fachjargon bekannt sind. Gehen Sie auf Nummer sicher. Fragen ist keine Schande. Wenn Sie sich beispielsweise sicher sein möchten, ob etwas Bestimmtes versichert ist, dann lassen Sie sich die Antwort auch schriftlich geben.

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Bei Unklarheiten oder nicht identifizierbarem Versicherungschinesisch hilft Ihnen gerne auch das LAMIE Team.

4. Preis vor Leistung beim Versicherungsvergleich

Auch wenn Sie das höchstwahrscheinlich schon oft gehört oder gelesen haben, müssen wir es an dieser Stelle auch noch einmal erwähnen. Nicht nur der Preis alleine macht die Musik! Ein Versicherungsvergleich ist das Um und Auf, darum schauen Sie sich bitte auch die Deckung und vor allem die einzelnen Versicherungssummen genauer an und vergleichen Sie diese. Sie geben Aufschluss darüber, was Sie bei einem konkreten Schaden von der Versicherung maximal ausbezahlt bekommen. Des Weiteren sollten Sie sich vor dem Abschluss noch Bewertungen und Erfahrungsberichte über das entsprechende Versicherungsprodukt durchlesen, sofern diese vorhanden sind.

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5. Selbstbehalte nicht beachtet

Selbstbehalte senken die Prämie. Hier gilt es zu überlegen, welche Höhe abhängig von der Versicherung und der eigenen Lebenssituation sinnvoll ist. Bei Produkten, die existenzgefährdende Risiken absichern, ist man zum Beispiel bei einem Schadenfall eher gewillt, einen kleinen Beitrag selbst zu bezahlen.

6. Neuwert oder Zeitwert?

Bei Sachversicherungen sollten Sie zusätzlich auch prüfen, ob der Schaden als Neuwert ersetzt wird. Nur wenn Neuwertersatz vereinbart wurde, werden die aktuellen Wiederbeschaffungskosten im Neuzustand bezahlt. Voraussetzung dafür ist aber, dass Sie die Sache auch tatsächlich wiederbeschaffen. Tun Sie das nicht, bekommen Sie jedenfalls nur den Zeitwert ersetzt.

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7. Unvollständige oder falsche Angaben

Sind Ihre Angaben beim Versicherungsabschluss nicht ganz korrekt oder unvollständig, scheint das banal. Wenn dies aber bei einem Schadenfall herauskommt, hat der Versicherer einen berechtigten Grund, die Leistung abzulehnen oder zu kürzen.

Das gilt übrigens auch während der Laufzeit, für den Fall, dass sich an Ihrer Lebenssituation oder den versicherten Werten etwas ändert. Mehr Informationen dazu können Sie im Beitrag über Obliegenheiten bei Versicherungen nachlesen.

8. Mitversicherte Personen

Möchten Sie eine Versicherung für die gesamte Familie, den Partner oder den Haushalt abschließen, sollten Sie auch unbedingt genau nachlesen, wer mitversichert ist und ob für andere Personen ein eingeschränkter Schutz besteht. Oft müssen auch bestimmte formale Erfordernisse erfüllt sein, damit jemand mitversichert ist, zB eine aktuelle behördliche Meldung (Meldezettel) am selben Wohnsitz. Auch wenn man mit der Lebensgefährtin oder dem Lebensgefährten tatsächlich in der selben Wohnung wohnt, ist das in diesem Fall nicht ausreichend.

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9. Grobe Fahrlässigkeit

Bei manchen Versicherungsarten ist es möglich auch grobe Fahrlässigkeit einzuschließen. Das ist vor allem deshalb sinnvoll, weil etwaige Fehleinschätzungen oder unterlassene Handlungen von Versicherungen sehr schnell mit dem Vorwand der groben Fahrlässigkeit abgelehnt werden können. Ein katastrophales Beispiel hierfür wäre, wenn man eine Kerze im Wohnzimmer nur für kurze Zeit unbeaufsichtigt lässt und das ganze Haus am Ende abbrennt.

10. Doppelversicherung meiden

Häufig werden Versicherungen abgeschlossen, wo ein Teil der Leistungen bereits durch eine bestehende Versicherung (z.B. Vereinsversicherung, Kreditkarte) gedeckt ist.

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11. Laufzeit nicht bedacht

Schließen Sie nicht unwissend einen Vertrag mit längerer Laufzeit ab. Um flexibel zu bleiben, sollten Sie wenn möglich ein Versicherung wählen, die jährlich kündbar ist.

12. Abschließen mit Hast

In fünf Minuten geht’s ab in den Urlaub, nur noch schnell eine Reiseversicherung abschließen, oder? Naja JEIN. Hastige Abschlüsse enden häufiger als Griff ins Klo, ganz einfach, weil man dann keine Zeit hat sich die wichtigsten Deckungen anzusehen. Die Digitalisierung ist nun endlich auch in der Versicherungswelt auf dem Vormarsch und Informationen werden immer übersichtlicher und transparenter zur Verfügung gestellt. Deshalb sollte man sich zumindest die Zeit nehmen, die obigen Punkte durchzugehen.

Hier können Sie sich unsere kurze Checklist für den Versicherungsabschluss downloaden und vor dem nächsten Versicherungsabschluss anwenden:

Checklist Versicherungsabschluss downloaden

Neben diesen Aspekten beim Versicherungsabschluss gibt es noch weitere häufige allgemeine Versicherungsirrtümer, die Sie kennen sollten um einen eventuellen Verlust des Versicherungsschutzes zu vermeiden.

Auto privat kaufen: Was gibt es zu beachten?

Um einen möglichst hohen Erlös zu erwirtschaften, verkaufen und kaufen viele ihre Autos am privaten Automarkt via Willhaben & Co. Der Verkauf an einen Händler ist zwar mit weniger Aufwand verbunden, logischerweise fällt natürlich auch der Erlös geringer aus. Umgekehrt hat man beim Kauf eines Gebrauchtwagens vom Händler oft mehr zu blechen. Hier sollte man jedoch auch nicht außer Acht lassen, dass es dafür gewisse Sicherheiten hinsichtlich Abwicklung und Gewährleistung gibt. Die Ansprüche an den Verkäufer bei einem Privatkauf sind weitaus geringer. Wir beleuchten näher, was der private Autokäufer am Markt beachten sollte, um sich vor Fehlern zu schützen.

Tipps für den Privatkauf von Gebrauchtwagen

1. Sorgfältige Autobesichtigung

Bei der Besichtigung sollten Sie neben einer reibungslosen Probefahrt auf folgende Dinge besonders achten:

  • sind Roststellen erkennbar
  • Beschädigung der Felgen
  • Ungleichmäßig abgefahrene Reifen
  • Spaltmaße von Türen und Haube sind ungleichmäßig
  • übermäßige Lackschäden
  • Bremsscheiben (soweit sichtbar): Rillen und Rost
  • merkwürdige Geräusche bei laufendem Motor
  • Kein gutes Gefühl bei der Probefahrt
  • Lückenhaftes bzw. nicht vorhandenes Serviceheft (Achten Sie besonders auf einen allfälligen Zahnriemenwechsel. Ist dieser bald fällig, verteuert diese das Fahrzeug ungemein)
  • Aktuelles Pickerlgutachten

Mehr dazu in der ÖAMTC Gebrauchtwagen-Checklist.

2. Die Absicherung beim Gebrauchtwagenkauf: Der Ankaufstest

Ist am Fahrzeug eine gültige Begutachtungsplakette („Pickerl“) angebracht, so heißt das noch lange nicht, dass das Fahrzeug auch wirklich in Ordnung ist! Egal, ob man einen Gebrauchtwagen privat oder beim Händler kauft, ein Ankaufstest deckt mögliche Mängel am Fahrzeug auf. Beispielsweise der ÖAMTC bietet dieses Service an.

Findet man beispielsweise im Internet einen sehr günstigen Gebrauchtwagen, so kann dies durchaus ein Fahrzeug mit versteckten Schäden sein. Ohne eine Gewährleistung schaut man hierbei nach dem Kauf durch die Finger.
Achtung: Der Gewährleistungsausschluss muss vertraglich vereinbart sein und gilt ausschließlich beim Kauf von Privaten – hat der Verkäufer einen Mangel listig verschwiegen, können Sie den Vertrag gerichtlich anfechten. Stimmt der Käufer einer Kaufüberprüfung nicht zu, sollten Sie vom Angebot Abstand nehmen

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3. Das Herzstück des Gebrauchtwagen Kaufs: Der korrekte Kaufvertrag

Im Internet finden sich dutzende Vorlagen von KFZ-Kaufverträgen. Wichtig ist auf jeden Fall, dass alle relevanten Daten des Käufers, des Verkäufers und des Fahrzeuges eingetragen werden. Das Wichtigste bei der Erkennung des Fahrzeuges ist die sogenannte Fahrzeugidentifikationsnummer. Halten Sie auch die Kilometeranzahl sowie die Kaufüberprüfung im Vertrag fest. Generell sollten sämtliche Zusicherungen des Verkäufers auch schriftlich festgehalten werden (z.B. mündliche Abreden, die Reparatur offensichtlicher Schäden, sonst sind sie mitgekauft!) Es empfiehlt sich auch, eine Übersicht aller erkennbarer Schäden dem Vertrag anzuschließen, damit klar ersichtlich ist, von welchem Ist-Zustand die Vertragsparteien ausgegangen sind.

4. Rechtliche Ansprüche beim Privatkauf

  • Zwischen Privatpersonen gilt kein Konsumentenschutzrecht.
  • Nach Vertragsabschluss besteht für beide Seiten kein gesetzliches Rücktrittsrecht.
  • Der Kaufvertrag für einen Privatkauf enthält in der Regel eine Passage für den Ausschluss der Gewährleistungspflicht. Das heißt, dass der Käufer für auftretende, nicht ins Auge fallende, Mängel selbst aufkommen muss (z.B. Der Lack löst sich oder generelle Verschleißerscheinungen, die nach der Kilometer-Anzahl des Wagens unüblich sind, wie etwa bei Brems- und Kupplungsscheiben und Keilriemen). Allerdings haftet der Verkäufer sehr wohl, wenn er bewusst einen Schaden verschwiegen hat. Für diesen Fall bestehen die Möglichkeiten der Vertragsanfechtung oder wahlweise der nachträglichen Anpassung des Vertrages (sprich man kann den Teil des Kaufpreises verlangen, den man aufgrund von Unkenntnis des Mangels zu viel gezahlt hat).

5. Die KFZ- Versicherung ummelden

Wird das Fahrzeug verkauft, so muss das umgehend der Versicherung gemeldet werden. Im Normalfall gehen sämtliche Versicherungen (Haftpflicht-, Kasko-, Insassenunfallvers.) auf den Käufer über, wobei sowohl Verkäufer als auch Käufer für offene Prämien haften. Der Käufer kann aber entscheiden, ob er die Versicherung behält oder ob er eine neue Versicherung abschließen möchte. Als neuer Besitzer ist man jedenfalls berechtigt, alle alten Versicherungen mit sofortiger Wirkung zu kündigen („Erwerberkündigung“). Das Kündigungsrecht erlischt allerdings innerhalb eines Monats nach Übergabe.

Achtung: Klären Sie auch, ob der Verkäufer für den Fall eines Unfalles eine entsprechende Versicherung abgeschlossen hat, die Probefahrten abdeckt.

 Weil gerade für junge Menschen nur Gebrauchtwagen eine Option sind, gibt es an dieser Stelle in Sachen KFZ-Versicherung noch ein paar Spartipps für junge Autofahrer.

 

Versicherung zahlt nicht? 9 Populäre Irrtümer und Mythen

Versicherungen sind nicht sexy, aber trotzdem notwendig um sich gegen gewisse Risiken im Leben abzusichern. So muss man sich wohl oder übel hin und wieder mit dieser eher trockenen Materie auseinandersetzen. Die meisten tun nur das Nötigste, schauen nach dem besten Preis oder lassen sich vom Makler des Vertrauens ein hübsches Paket zusammenschnüren. Doch das ist auch der Grund, weshalb es immer wieder zu Falschannahmen rund um diese dunkle Materie kommt. Zum Ärgernis vieler Kunden, wenn am Ende die Versicherung einmal nicht zahlt. Weil uns Transparenz wichtig ist, räumen wir mit den häufigsten Irrtümern auf und hoffen somit zumindest das ein oder andere Aha-Erlebnis bei Ihnen hervorzurufen.

Irrtum Nr. 1: Je mehr Versicherungen, desto höher ist der Schutz.

Nicht mehr Schutz, aber dafür auf jeden Fall mehr Kosten. Damit man auch nur für den Schutz zahlt, den man auch wirklich benötigt, ist es unerlässlich sich die Leistungen der verschiedenen Versicherungspolizzen anzusehen, die man Zuhause herumliegen hat. Nicht selten kommt es vor, dass man ein und dieselbe Leistung bei verschiedenen Versicherungen doppelt- und dreifach versichert hat. Das ist komplett sinnlos, denn bei einem Schadenfall bekommt man die Entschädigung auch bei mehreren Versicherungen nur einmalig.
Sie sollten sich beispielsweise einmal die Zeit nehmen und etwaige Kreditkarten mit Reiseversicherungen, Mitversicherungen bei Vereinen oder Ähnlichem durchsehen.

Irrtum Nr. 2: Etwas kaputt gegangen? Die Haftpflichtversicherung zahlt eh.

Grundsätzlich deckt die Haftpflichtversicherung Schäden ab, die man einem Dritten versehentlich verursacht. Sie ist jedoch keine Allround-Versicherung, die bei jeder Ungeschicklichkeit einspringt. Vorsätzliche oder grob fahrlässige Schäden an geliehenen Sachen, bei Gefälligkeiten (z.B. private Umzugshilfe), im Hotelzimmer oder wenn man eine Sache gerade aktiv in Gebrauch hat (Tätigkeitsschäden), sind davon ausgeschlossen. Was heißt das genau? Hier gibt es mehr Informationen zu den Irrtümern bei der Haftpflichtversicherung.

Außerdem wird immer wieder vergessen, dass einen Haftpflichtversicherung nur dann zahlt, wenn der Versicherte auch Schuld hat und wie der Name schon sagt, für den Schaden haftet. Bei absichtlicher Schadenszufügung hilft auch keine Versicherung.

Irrtum Nr. 3: Kinder und die Sache mit der Haftung.

In Österreich haften Eltern für ihre Kinder unter 14 Jahren, bei schuldhafter Verletzung der Aufsichtspflicht (z.B. wenn Kinder ohne Ermahnung zur Vorsicht mit Pfeil und Bogen spielen). Ausnahmsweise können jedoch auch unter-14-jährige selbst herangezogen werden, wenn sie sich ihre Schuld bereits eingestehen können und das Kind den Schaden leichter tragen kann, als der Geschädigte, etwa weil es selbst Vermögen hat. Zum Vermögen gehört auch eine Haftpflichtversicherung der Eltern, welche meist die im selben Haushalt lebenden minderjährigen Kinder mitumfasst. Was jedoch viele nicht wissen, ist, dass Schadensersatzansprüche gegenüber nahen Angehörigen, die nicht im selben Haushalt wohnen, oft nicht versichert sind. Dazu zählen Großeltern, Schwieger- oder Stiefeltern.

Versicherungen Irrtümer Ausnahmen

Irrtum Nr. 4: Die Unfallversicherung deckt alle Unfälle ab.

Schön wär‘s. Die Unfallversicherung zahlt nur, wenn die Definition eines Unfalls erfüllt ist. Das heißt, wenn man durch ein plötzliches und von außen einwirkendes Ereignis eine dauerhafte Verletzung erleidet. Sie zahlt nicht bei bloßer Ungeschicktheit oder bei leichtsinnigen Aktivitäten, wo schon der Hausverstand ein übles Ende erahnen lässt. Außerdem sollte man wissen, dass die gesetzliche Unfallversicherung (UV) nur Unfälle umfasst, die sich im Zuge der Arbeit oder auf dem Weg dorthin ergeben. Für Unfälle in der Freizeit, welche nebenbei bemerkt ¾ aller Unfälle ausmachen, muss man durch eine private Unfallversicherung selbst vorsorgen. Außerdem ersetzt bei einem Arbeitsausfall der gesetzliche Schutz nur einen Teil des Einkommens, die private UV beinhaltet meistens auch die Zahlung von Taggeldern und einer zusätzlichen Unfallrente.

Irrtum Nr. 5: Durch die E-Card ist man auch im Ausland versichert.

Nein, die E-Card ist nicht überall gültig, sondern nur in EU-Mitgliedsstaaten, EWR- Staaten sowie in der Schweiz, Mazedonien, Montenegro, Serbien und Bosnien-Herzegowina. Zudem ist die E-Card dort nur bei Vertragsärzten bzw. in öffentlichen Spitälern gültig. Um sich vor hohen Kosten im Krankheitsfall zu schützen, braucht man eine eigene Auslandkrankenversicherung. Diese gibt es auch oft in Kombination mit einer Kreditkarte (hier ein Kreditkarten-Versicherungsvergleich).

Irrtum Nr. 6: Die Versicherung gilt unmittelbar nach Vertragsabschluss.

Versicherungen haben oft eine Vorlaufzeit, bevor Leistungen in Anspruch genommen werden können. Dies ist oftmals bei Rechtsschutzversicherungen oder Zusatzkrankenversicherungen der Fall. Der Grund ist der, dass die Versicherung nicht für Schäden aufkommen will, die vor Vertragsabschluss schon bestanden haben. Das ist nur logisch. Als Konsument hat man aber nur die Möglichkeit die Vorlaufzeit abzuwarten oder eine Versicherung ohne Vorlaufzeit zu finden.

Irrtum Nr. 7: Die KFZ-Vollkasko zahlt jeden Schaden am eigenen Auto.

Nope, leider nicht. So wie bei jeder anderen Versicherung, kann auch hier die Zahlung bei grober Fahrlässigkeit verweigert werden. Bei Vorsatz sowieso. Wer ein Stoppschild übersieht oder während der Fahrt das Handy in der Hand hält, bekommt also unter Umständen Probleme mit der Versicherung. Echte Straßenrowdys sollten sich überlegen, grobe Fahrlässigkeit gegen eine höhere Prämie mitzuversichern.

Versicherungen Irrtümer Ausnahmen

Irrtum Nr. 8: Bei einem Schaden bekomme ich den Neupreis.

Das gilt nur, wenn mit der Versicherung Neuwertersatz vereinbart wurde. Und auch in diesem Fall heißt es nicht, dass man sich nach einem Brand coole neue Sachen aussuchen darf und die Haushaltsversicherung das bezahlt. Ersetzt werden die aktuellen Wiederbeschaffungskosten der versicherten Sachen im Neuzustand oder eben einer gleichwertigen Sache. Voraussetzung dafür ist aber, dass Sie die Sache auch tatsächlich wiederbeschaffen. Tun Sie das nicht, bekommen Sie jedenfalls nur den Zeitwert ersetzt.

Außerdem ist nicht bei allen Versicherungen Neuwertersatz möglich. Bei der Haftpflichtversicherung beispielsweise wird nur der Zeitwert ersetzt.

Irrtum Nr. 9: Die Haushaltsversicherung zahlt bei Diebstahl.

Falsch. Die Haushaltsversicherung zahlt üblicherweise nur bei Einbruchdiebstahl und Raub. Einbruchdiebstahl bedeutet, dass der Dieb in versperrte oder verschlossene Räumlichkeiten unerlaubt eindringt. Beraubung liegt wiederum vor, wenn Sie zu Hause unter Anwendung oder Androhung von Gewalt dazu gezwungen werden, Ihr Eigentum herauszurücken. Trickdiebstahl oder einfacher Diebstahl ist in den meisten Haushaltsversicherungen nicht gedeckt.
Selbiges gilt übrigens auch für Handyversicherung, Sportgeräte oder sonstige Sachversicherungen mit Diebstahlschutz. Es gibt zwar Versicherungen, die einfachen Diebstahl versichern, allerdings kann hier unter dem Verweis auf grobe Fahrlässigkeit die Deckung abgelehnt werden, wenn man die Sache nicht sorgfältig im Auge behält.

Uns ist bewusst, dass wir mit diesem Beitrag nur einen kleinen Blick in die Versicherungswelt und Ihre Irrtümer schaffen. Gibt es weitere Ausnahmen, die Ihrer Meinung nach unbedingt in diesen Beitrag gehören, dann freuen wir uns über jegliche Beiträge und Erfahrungen im Kommentar. Bei Fragen stehen wir gerne zur Verfügung.

Ansonsten versuchen wir auch in den anderen Beiträgen auf Ausnahmen und Irrtümer zum jeweiligen Thema hinzuweisen.

Smartphone: Garantie und Gewährleistung VS. Handyversicherung

Kaum eine Sache hat in den letzten Jahren im Alltag mehr an Bedeutung gewonnen als das Smartphone. Aus diesem Grund werden die smarten Geräte ständig weiterentwickelt und leider auch immer teurer. Echt ärgerlich, wenn es dann plötzlich kaputt geht. Das erste woran man dabei denkt, sind Garantie und Gewährleistung. Doch wann kann man was in Anspruch nehmen und wozu braucht man dann noch eine Handyversicherung? Wir erklären Ihnen die Unterschiede.

Gewährleistung: fehlerfrei beim Kauf

Aus der gesetzlichen Gewährleistung haftet der Händler dafür, dass das Handy zum Übergabezeitpunkt (erstmaliges in Händen halten) fehlerfrei ist. Zeigt man als Käufer einen Fehler innerhalb der ersten 6 Monate nach dem Kauf an, dann wird man gesetzlich von der Vermutung unterstützt, dass dieser bei Übergabe bereits bestanden hat. Erst ab dem 7. bis zum 24. Monat muss man beweisen, dass der Mangel bei Übergabe bereits vorgelegen ist – was unter Umständen schwierig sein kann. Die Gewährleistungsfrist für Handys beträgt zwei Jahre.

Achtung: Wird das Handy getauscht, dann beginnt die zweijährige Gewährleistungsfrist völlig von Neuem zu laufen; bei einer Handyreparatur hingegen nur für die reparierten bzw. getauschten Teile.

Herstellergarantie: fehlerfrei ab Kauf

Bei der Herstellergarantie verspricht der Hersteller, dass das Handy in einem gewissen Zeitraum (ab Kaufdatum) fehlerfrei funktioniert. Je nach Handyhersteller variiert die Garantiezeit für Material- und Herstellungsfehler zwischen 12 und 24 Monaten.

Achtung: Anders als bei der Gewährleistung beginnt die Herstellergarantie nach Reparatur oder Tausch nicht neu zu laufen.

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Wann nehme ich was in Anspruch?

Gewährleistungspflicht des Händlers und Herstellergarantie bestehen nebeneinander. Verbraucher haben immer die Wahlmöglichkeit, ob Sie den Händler oder den Hersteller in Anspruch nehmen.
Bitte beachten Sie, dass Sie nach einem Gerätetausch über die Herstellergarantie keine Gewährleistungsansprüche gegen den Händler mehr haben! Der Händler ist nicht Übergeber des Tauschgerätes und daher nicht für die Fehlerfreiheit haftbar.

Muss ein Handy innerhalb der ersten sechs Monate ab Kauf getauscht werden, ist immer die Gewährleistung vorteilhafter. Danach besteht, wie oben erwähnt, leider die unangenehme Beweisfrage. Angenommen Ihr Handy muss im fünften Monat getauscht werden; bei Gewährleistung verlängert sich die Gewährleistungsfrist um weitere fünf Monate – das heißt auf insgesamt 29 Monate ab Kauf. Bei Gerätetausch über die Herstellergarantie bleibt die Garantiezeitraum bei insgesamt 12 Monaten.

Wofür brauche ich eine Handyversicherung?

Recht irreführend ist das häufige Argument, dass man nicht unbedingt eine Handyversicherung benötigt, weil ohnehin der Händler bzw. Hersteller für die Mangelfreiheit einstehen muss. Die häufig auftretenden Sturz-/Bruch-Schäden bzw. Displaybrüche entstehen durch ungeschicktes Hantieren und sind somit leider kein Gegenstand von Herstellergarantie oder Gewährleistung. Ebenso bei Feuchtigkeitsschäden – hier kann man nur dann Ansprüche aus Herstellergarantie und Gewährleistung geltend machen, wenn das Smartphone eigentlich wasserdicht sein müsste und dennoch ein Feuchteschaden auftritt. Nach Ablauf der Garantie- und Gewährleistungsfrist kann man auftretende Produktmängel nur über die Garantieverlängerung der Handyversicherung abwickeln.

Klarerweise gibt es auch bei der Handyversicherung einige Ausnahmen, über die man vorher Bescheid wissen sollte. Trotzdem sprechen schon die steigenden Smartphone-Preise und das geänderte Nutzungsverhalten für einen passenden Versicherungsschutz.

Spar- und Versicherungstipps für Elektroautos

Futuristisch, dynamisch, zukunftsweisend. Das Elektroauto wird von Experten oft als die Revolution am Automarkt gesehen. Allerdings sind E-Autos noch nicht für jedermann die optimale Wahl, da sie sehr hoch in den Anschaffungskosten und zusätzlich nicht alltagsfreundlich sind. Geringe Reichweiten und hohe Ladezeiten mit der hauseigenen Steckdose schränken die Stromer etwas ein. Doch die Mobilität ist derzeit im Umbruch und wir sind überzeugt, dass es in wenigen Jahren schon eine beträchtliche Anzahl an alltagstauglichen Elektrofahrzeugen und ein gutes Netz an Ladestationen gibt. Wir klären deshalb auf, wo man einsparen kann und was es zum Thema Versicherung rund um das E-Auto zu beachten gibt.

Gibt es für E-Autos eine eigene KFZ-Versicherung?

Grundsätzlich gibt es keine eigenen Versicherungen für Elektroautos. Der Gesetzgeber sieht wie bei normalen Kraftfahrzeugen vor, dass das Fahrzeug mit mindestens einer KFZ- Haftpflichtversicherung ausgestattet wird. In Österreich hat man den Vorteil, dass bei E-Autos die motorbezogene Steuer entfällt. Zudem belohnt nicht nur der Staat die Nutzung von klimafreundlichen Autos (bis zu 4.000 € Förderung), sondern es bieten auch einige Versicherer Spartarife bei der KFZ-Haftpflicht an (bis zu -30% Umweltbonus).
Berechnungsgröße für Versicherungssteuer und Haftpflichtprämie ist bei PKW in Österreich immer die Leistung, die im Typenschein bzw. Zulassungsschein im Feld „P2“ eingetragen ist. Das ist bei einem E-Auto derzeit nicht die Spitzenleistung, sondern die wesentlich geringere Dauerleistung. Aufgrund der derzeit geführten Diskussionen könnte sich das zukünftig aber ändern. Beispiel: Tesla Model s 85D – Spitzenleistung 386kW, Dauerleistung 67 kW.

Durch die verhältnismäßig geringe Dauerleistung reduzieren sich Haftpflichtprämie und Versicherungssteuer – mit der Befreiung von der motorbezogenen Versicherungssteuer sowie dem Sachbezug ist das ein deutlicher Akzent bei der E-Mobilitätsförderung.

Kaskoversicherung für Elektroautos – Akkus, Kurzschlüsse und Abschleppen mitversichern

Möglich ist für E-Autos auch der Abschluss einer Teilkasko- oder einer Vollkaskoversicherung. Insgesamt fallen die Polizzen für E-Autos nicht unbedingt billig aus, da die Anschaffungskosten der Fahrzeuge höher als bei normalen Kraftfahrzeugen sind, zudem setzen Versicherungen aufgrund der teuren Bauteile hohe Polizzen an. Ein Vergleich lohnt sich auch hier, bei der Recherche kam uns zumindest ein Versicherer unter, der einen 30% Umweltbonus auch auf die Prämie der Kaskoversicherung für das Elektroauto gewährte.

Außerdem sind Elektroautos leistungsstark wie Verbrennerfahrzeuge, deshalb gibt es auch hier keine von vornherein niedrigere Prämie. Gerade Bauteile wie der Akku machen die E-Autos teuer.

Der Akku ist übrigens das Bauteil, welches auch versicherungstechnisch gesondert zu betrachten ist. Dadurch, dass dieses Bauteil extrem teuer ist, schließen es viele Polizzen gar nicht ein bzw. werden hier Abzüge gemacht. Achten Sie bei Ihrer KFZ-Versicherung auf alle Fälle, dass der Akku mitversichert ist!

Außerdem sollten in einem guten Versicherungsvertrag unbedingt das Abschleppen des Fahrzeuges sowie Kurzschlüsse versichert sein. Die Technik der Elektroautos machen den Abschleppvorgang sehr heikel, weshalb hier leicht Schäden entstehen können. Brände, verursacht beispielsweise durch einen Kurzschluss müssen bei den Elektroautos durch spezielles Equipment gelöscht werden. Ohne Versicherung kann auch das teuer werden.

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Sparen bei den laufenden Kosten

Zwar sind die Anschaffungskosten derzeit noch hoch, einige der laufenden Kosten sind beim E-Auto aber deutlich geringer als beim normalen KFZ. Beispielsweise fallen die Servicegebühren vergleichsweise billig aus, da kein Motorölwechsel durchgeführt werden muss. Zudem besitzen E-Autos viele Verschleißteile wie Auspuff, Kupplung erst gar nicht.

Auch bei den „Spritkosten“ kommen Elektroautos günstiger weg. So kommt beispielsweise der Nissans Leaf auf 100 Kilometer beispielsweise auf 4,44 € an Stromkosten. Der vergleichbare Benziner Nissan Pulsar kommt umgerechnet auf 6,50 € an Treibstoffkosten pro 100 Kilometer.

Rechnet sich ein Elektroauto für mich?

Wünschen Sie sich ein energieeffizientes Stadtauto, legen Sie eher kurze Alltagswege mit Ihrem Auto zurück und sind ausreichend Lademöglichkeiten in Ihrer Umgebung vorhanden? Wenn ja, dann passt ein Stromer jedenfalls zu Ihnen. Je nach Autotyp schaffen Sie mit einer Akkuladung ca. 150 bis 400 Kilometer, wobei Fahrweise und Außentemperaturen auch eine wesentliche Rolle spielen.

Um herauszufinden, ob sich ein Elektroauto für Sie finanziell lohnt, gilt es einen Kostenvergleich zwischen einem E-Auto und einem vergleichbaren Benzin- beziehungsweise Dieselmodell herzustellen. Dieser Vergleich kann entweder händisch am Papier gemacht werden oder online. Zum Beispiel hat das deutsche Institut für angewandte Ökologie hierfür einen Onlinerechner zur Verfügung gestellt. Je nach Wagenklasse amortisieren sich die Kosten eines Elektroautos gegenüber eines Benziners schon nach wenigen Jahren. Je mehr man fährt, desto kürzer wird die Amortisationszeit.

Weitere Infos: