5 Versicherungstipps für die Weihnachts- und Winterzeit

Die Weihnachtszeit ist eine besinnliche, aber auch chaotische Zeit. Lange Einkaufslisten und etliche Termine bei Familie und Freunden sorgen für sogenannten „Freizeitstress“. Dabei vergisst man oft, dass diese turbulente Zeit auch einige Risiken mit sich bringen kann. Zum Start in die Weihnachtsferien möchte Ihnen das LAMIE Team daher ein paar nützliche Sicherheitstipps mitgeben, die im Falle des Falles auch die Haushalts- und Eigenheimversicherung betreffen.

1. Advent, Advent ein Lichtlein brennt….die Brandgefahr „Kerze“!

Die Brandschäden erhöhen sich in der Winter- bzw. Weihnachtszeit um 30 – 40 Prozent. Daher müssen wir Ihnen an dieser Stelle gleich den Rat geben, den Sie von der eigenen Großmutter vermutlich schon viel zu oft gehört haben: Lassen Sie keine Kerzen unbeaufsichtigt – auch nicht für kurze Zeit. Natürlich sagt einem das schon der Hausverstand und gilt eigentlich für das ganze Jahr. Doch gerade im Weihnachtsstress kann man schon mal auf das ein oder andere Lichtlein vergessen.

Häufig unterschätzt wird auch die Brandgefahr, die von elektronischen Lichterketten ausgeht. Brände können zum Beispiel durch fehlerhafte Netzteile ausgelöst werden. Daher sollte man auch diesen Baumschmuck genau unter die Lupe nehmen und ihn bei sichtbaren Schäden lieber nicht mehr verwenden.

Brandschäden sind in üblichen Haushalts- bzw. Eigenheimversicherungen zwar gedeckt – ausgenommen sind aber oft Schäden aufgrund von grober Fahrlässigkeit. Ob bei einem Brandschaden grobe Fahrlässigkeit vorliegt, ist im Einzelfall häufig schwer zu entscheiden. Grundsätzlich gilt: offenes Feuer in der Wohnung ist eine Gefahrenquelle und muss ständig beaufsichtigt werden. Brandschäden durch Kerzen werden daher von der Versicherung häufig als grob fahrlässig eingestuft und der Schadenfall voraussichtlich abgelehnt.

 Achten Sie darauf, dass in Ihrer Haushaltsversicherung grobe Fahrlässigkeit versichert ist.

2. Feuerwerk an Silvester: Schön, bunt und …gefährlich!

So lustig die Silvesternacht auch ist, vor Feuerwerkskörpern sollte man sich in Achten nehmen, wenn man das neue Jahr nicht mit einem Unfall oder einem Brandschaden beginnen will. Damit sich in der Partynacht keine Raketen in Ihre Wohnräume verirren, schließen Sie alle Fenster, Balkontüren, Jalousien oder Rollläden. Räumen Sie zusätzlich alle leicht brennbaren Gegenstände von Balkon, Terrasse und Garten. Kommt es trotz aller Vorsicht doch zu einem Schaden, gibt es 3 mögliche Szenarien:

  • Jemand ANDERER verursacht einen Schaden an Ihrer Wohnung:
    Sollte sich zum Beispiel eine fremde Rakete in Ihre Wohnung „verirren“ und einen Brand auslösen, zahlt grundsätzlich die Haushaltsversicherung bzw. bei Schäden am Gebäude die Gebäudeversicherung. Falls der Verursacher bekannt ist, haftet dieser natürlich selbst für den Schaden und Sie haben Anspruch den verursachten Schaden aus seiner Haftpflichtversicherung ersetzt zu bekommen.
  • SIE  SELBST verursachen einen Schaden an Ihrer Wohnung:
    Passiert Ihnen beim Abfeuern von Feuerwerkskörpern ein Malheur und Sie schießen versehentlich in Ihr eigenes Küchenfenster, kommt grundsätzlich auch die Haushaltsversicherung für die Schäden auf. Bei grober Fahrlässigkeit kann diese aber die Auszahlung verweigern. Umfassende Haushaltsversicherungspakete schließen grobe Fahrlässigkeit allerdings mit ein.
  • SIE verursachen einen Schaden am Eigentum eines ANDEREN:
    Beim Abschießen von Raketen beschädigen Sie versehentlich die Sachen von jemandem anderen. Grundsätzlich wäre dies ein Fall für Ihre Haftpflichtversicherung. Aber Achtung: Auch hier besteht in der Regel bei grober Fahrlässigkeit kein Versicherungsschutz! Mehr Infos zum Thema Haftpflichtversicherung finden Sie auch in unserem Blog-Beitrag„Haushaltsversicherung vs. Haftpflichtversicherung“.

Hinweis: in Österreich beinhaltet die Haushaltsversicherung üblicherweise auch eine Privathaftpflichtversicherung.

3. Schneeräumpflicht nicht vergessen!

Sollten Sie zu den wenigen Glücklichen gehören, die mit einer schneereichen Weihnachtszeit gesegnet sind, gibt es in Punkto Schneeräumen einiges zu beachten – besonders für Hausbesitzer. Denn laut § 93 StVO sind Gebäudeeigentümer dazu verpflichtet, an die eigene Liegenschaft angrenzende, öffentliche Gehwege, Gehsteige und Stiegen zu räumen und zu streuen. Diese Verpflichtung gilt in der Zeit von 6 bis 22 Uhr, auch an Sonn- und Feiertagen. Alle Wohnungsmieter, die jetzt vermutlich denken, dass dies sowieso Sache des Vermieters ist, sollten noch einmal gründlich ihren Mietvertrag prüfen. Denn der Vermieter kann die Räum- und Streupflicht auch vertraglich auf den Mieter übertragen.

Vergessen Sie auch nicht private Gehwege auf Ihrem Grundstück zu räumen. Als Wegehalter haften Sie dafür, dass Gehwege gefahrlos (das heißt geräumt und gestreut) von berechtigten Personen benutzt werden können. Die Haftpflichtversicherung ersetzt Schadenersatzansprüche Dritter in der Regel nur dann, wenn Sie Ihre Räumpflicht nicht im besonderen Maße außer Acht gelassen haben (grobe Fahrlässigkeit ist meist ausgeschlossen). Kontrollieren Sie regelmäßig bei winterlicher Witterung!

4. Einbruch & Diebstahl: Dämmerungszeit ist Einbruchszeit!

Das freudige und vermutlich nicht ganz stressfreie Familienfest ist vorbei, die Geschenke sind ausgepackt und in das eigene Zuhause kehrt langsam wieder Ordnung ein – da steht der Skipiste eigentlich nichts mehr im Wege, oder? Nicht ganz. Bevor man sich Hals-über-Kopf in den alljährlichen Winterurlaub stürzt, sollte man das traute Heim noch einigermaßen „einbruchsicher“ machen. Denn in der dunklen Winterzeit locken besonders „unbewohnt-aussehende“ Häuser bzw. Wohnungen viele Einbrecher an. Im Vergleich zu den Sommermonaten steigt die Zahl der Einbrüche in Wohnungen und Wohnhäuser im Dezember um rund 50 Prozent. Packen Sie also Ihre liebsten Dinge in den Safe, versperren Sie alle Türen und bitten Sie Ihren Lieblingsnachbarn Ihre Post mitzunehmen.

Alle Dinge, die Sie dazu – auch in Bezug auf Ihre Haushaltsversicherung – wissen sollten, können Sie in unserem Blogbeitrag zum Thema Einbruchdiebstahl nachlesen.

5. Skifahren – gut geschützt in den Winterurlaub!

So sehr Sie sich auch auf den Winterurlaub freuen, Sie sollten die Warnungen von Großmutti nicht ignorieren – nämlich dass Skifahren ein sehr gefährlicher Sport ist. Laut Konsument verunglücken jedes Jahr etwa 60.000 Skifahrer und Snowboarder. Eine gute Skiausrüstung schützt dabei nicht immer. Bei gröberen Stürzen oder Zusammenstößen benötigt man zur Abfederung möglicher finanzieller Folgen einen ausreichenden Versicherungsschutz. Grundsätzlich sind zwei Versicherungen relevant:

  • Haftpflichtversicherung: Wie bereits erwähnt, schützt die Privathaftpflichtversicherung bei Schadenersatzansprüchen von Dritten und ist gerade in Hinblick auf Skiunfälle ein absolutes MUSS. Denn sollten Sie oder eines Ihrer Familienmitglieder einen Unfall verursachen, bei dem ein anderer verletzt wird, können Kosten in existenzbedrohender Höhe auf Sie zukommen – zum Beispiel wenn ein Familienvater mit unterhaltsberechtigten Kindern so schwere Verletzungen erleidet, dass er seinen Beruf nicht mehr ausüben kann. Einen ähnlichen Fall, bei dem ein sechsjähriges Kind nach einem Skiunfall auf Schadensersatz verklagt wurde, finden Sie hier.
  • Private Unfallversicherung: Wer auch Verletzungen am eigenen Körper absichern möchte, sollte über eine private Unfallversicherung nachdenken, die auch teure Bergungs- und Hubschrauberkosten (oft sind das mehrere Tausend Euro) abdeckt. Zu den Behandlungskosten, die durch die gesetzliche Krankenversicherung gedeckt sind, können nach dem Krankenhausaufenthalt auch Folgekosten hinzukommen: etwa Pflegekosten, Verdienstentgang, Kosten für den Wohnungsumbau aufgrund einer Behinderung.

Hinweis: Zum Schutz Ihrer Skiausrüstung hat das Bundeskriminalamt einen „sicheren Skipass“ kreiert. Darin können Sie Marke, Modell, Seriennummer und Farbe der Ski eintragen, damit sie später im Fall eines Diebstahls identifiziert werden können.
Wenn Sie sich diese Tipps zu Herzen nehmen, können Sie die Zeit mit der Familie ohne Bedenken genießen. Das LAMIE direkt Team wünscht Ihnen eine frohes und besinnliches Weihnachtsfest und einen sicheren Start ins neue Jahr!

Alexandra
Alexandra bloggt für den LAMIE Versicherungsblog über allgemeine Versicherungsthemen und Tipps. Außerdem erstellt sie leidenschaftlich gerne Checklisten. Wie alle Mitglieder des LAMIE Teams, möchte sie schwierige Versicherungsfragen auf einfache Weise darstellen. Für Anregungen, Wünsche oder detaillierte Fragen erreichen Sie Alexandra unter blog@lamie-direkt.at