35 unterschätzte Gefahren im Haushalt

Wie kommt es eigentlich, dass wir Terroranschläge, Flugzeugabstürze oder andere „spektakuläre“ Risiken so überbewerten und dabei die alltäglichen und viel realistischeren Gefahren im unmittelbaren Umfeld unterschätzen? Besonders in unseren eigenen vier Wänden lauern viele Risiken, die gerade, wenn man abgelenkt ist oder unter Stress steht, zu Unfällen führen können. Wir haben eine Liste aller möglichen Alltagsgefahren im eigenen Zuhause erstellt und waren selbst erstaunt darüber, wie lange sie wurde.

In vertrauter Umgebung, wie der eigenen Wohnung, verhalten sich die Menschen oft besonders unvorsichtig und unterschätzen scheinbar banale Alltagsrisiken. Die Statistik beweist es, denn laut KFV passiert jeder zweite spitalsbehandelte Heim- bzw. Freizeitunfall in der Wohnung. Mit dieser Liste möchten wir Ihnen die vielen Risiken aufzeigen.

Ausrutschen, Stolpern, Herunterfallen

  1. Tückische Stolperfallen wie herumliegende Kabel, hochstehende Teppichkanten, rutschende Läufer, ein vollgestellter Hausflur (Schuhe, Einkaufstaschen etc.) und unbeleuchtete Treppen ohne Geländer: Achten Sie auf diese Dinge und vermeiden Sie unnötige Unfälle.
  2. Dutzende Rutschgefahren wie Hausschuhe ohne Profilsohle, rutschige Treppenstufen, Dusch- oder Badewannenböden: Verwenden Sie Anti-Rutsch-Beläge, Gummimatten und Haltegriffe.
  3. Offene Schranktüren und Schubladen: Immer wieder alle Schränke schließen! Gedankenloses Durch-die-Wohnung-gehen ist dann nicht mehr ganz so gefährlich.
  4. Stühle, Tische oder andere „Hilfsmittel“ als Aufstiegshilfen: Verwenden Sie beim Fensterputzen, Dekorieren etc. lieber eine solide Leiter.
  5. Ein überfüllter Kühlschrank: Man kann gar nicht schnell genug schauen und schon fällt einem das große Gurkenglas auf den Fuß und zersplittert auf dem Boden.
  6. Nasser Boden (oder noch feuchte Füße): Wenn das Handy läutet während Sie duschen, dann lassen Sie es klingeln und stürmen Sie nicht hastig aus der Dusche.
  7. Dunkelheit und Orientierungslosigkeit: Nachttischlampen mit Berührungsschalter oder Bewegungsmelder sorgen für Sicherheit, wenn es frühmorgens noch dunkel ist.
  8. Überschätzung der eigenen Kräfte: Man sollte nichts hochheben oder Arbeiten verrichten, wofür man körperlich nicht fit genug ist. Achten Sie beim Tragen und Heben von schweren Gegenständen auf einen geraden Rücken, sichere Transportwege und legen Sie Pausen ein.
  9. Große und nicht gekennzeichnete Glasflächen: Ein Besucher, Ihre Kinder oder gar Sie selbst laufen Gefahr gegen das Glas zu laufen. Geht das Glas dabei zu Bruch, sorgen Sie für eine gründliche Reinigung des Bodens.

LAMIE-TIPP Bei modernen Wohnungen mit viel Verglasung ist in der Haushaltsversicherung die Zusatzdeckung „Glasbruch“ empfehlenswert.

Feuer und Elektrizität

  1. Offene Kamine, Kachelöfen, Heizlüfter, Bügeleisen etc.: Achten Sie auf genügend Abstand zu brennbaren Gegenständen.
  2. Nicht regelmäßig gewartete Heizanlagen: Da sollte man kein Risiko eingehen.
  3. Brennende Kerzen: Offenes Feuer in der Wohnung ist eine Gefahrenquelle und muss ständig beaufsichtigt werden.

LAMIE-TIPP Feuerlöscher und Rauchmelder sollten in keinem Haushalt fehlen, denn sie können bei einem Feuer lebensrettend sein. Ein Rauchmelder reduziert meist auch die Prämie der Haushaltsversicherung. Achten Sie außerdem darauf, dass in Ihrer Haushaltsversicherung grobe Fahrlässigkeit versichert ist –  das Thema spielt gerade bei Feuerschäden oft eine große Rolle.

  1. Unsachgemäßes Aufbewahren oder Benutzen von Spraydosen oder anderen Chemikalien: Studieren Sie die Gefahrensymbole auf der Verpackung aufmerksam und meiden Sie Wärmequellen.
  2. Schadhafte Elektrogeräte oder kaputte Kabel: Sollten besser nicht mehr benutzt werden.
  3. Reinigung von elektronischen Geräten: Nehmen Sie das Gerät vorher von der Steckdose und beachten Sie die Reinigungshinweise in der Gebrauchsanweisung.
  4. Elektrische Geräte im Badezimmer: Leuchten, Steckdosen, Badezimmerradios sollten, vor aus beliebiger Richtung kommendem Wasserstrahl, geschützt sein. Naja und das mit dem Fön und der Badewanne kennen wir ja schon.
  5. Selbstinstallation komplexer elektronischer Geräte: Lassen Sie lieber eine Fachkraft ran bevor Sie sich verletzten oder Ihre Garantieansprüche aufs Spiel setzen.

Gefahrenherd: Küche

  1. Brennendes Fett am Herd: Darf niemals mit Wasser gelöscht werden, sondern durch Abdecken des brennenden Topfes.
  2. Chemikalien in Getränkeflaschen oder Lebensmittelbehälter: Ein absolutes No-Go, denn sie könnten versehentlich verzehrt werden.
  3. Offen herumliegende Messer oder Scheren: Diese können schnell einmal auf die Zehen fallen.
  4. Stumpfe Messer, nasse Schneidebretter: Diese Kombination kann schon mal dafür sorgen, dass man beim Gemüseschnipseln abrutscht und sich böse in die Hand schneidet.
  5. Lose oder falsch positionierte scharfe Gegenstände im Geschirrspüler: Stellen Sie Messer und Gabeln mit der Spitze nach unten in den Besteckkorb.
  6. Schlecht positionierte Küchengeräte: Diese könnte man versehentlich herunterziehen oder umstoßen.
  7. Achtung Wasserdampf: Töpfe oder Wasserkocher nur mit entsprechenden Sicherheitsabstand öffnen.
  8. Getränkedosen im Sommer: Insekten könnten dort hineinklettern. Schauen Sie vor dem Trinken auch immer in Ihr Glas.

Besondere Gefahren für Kinder

  1. Herumliegende Feuerzeuge, Streichhölzer, Putzmittel, Alkohol, Medikamente, spitze Gegenstände: Sicher und am besten versperrt aufbewahren.
  2. Plastiktüten oder Kleinteile, die verschluckt werden können: Hier herrscht hohe Erstickungsgefahr.
  3. Ungesicherte Steckdosen: Lassen Sie sogenannte Kindersteckdosen installieren.
  4. Spielzeug, Leuchten oder elektrische Geräte mit hoher Netzspannung: Sind im Kinderzimmer tabu! Bereits normale Schreibtischlampen erreichen einen sehr hohen Wert (230 Volt). Nachttischleuchten für Kinder dürfen z.B. nur im Niedrigvoltbereich (max. 24 Volt) betrieben werden.
  5. Angesteckte Küchen- oder Badezimmergeräte: Besonders gefährlich sind z.B. Mixer, Brotschneidemaschine, Wasserkocher oder Glätteisen.
  6. Am Herd stehende Töpfe und Pfannen: Ihr Kind oder Sie selbst könnten den Topf versehentlich hinunterwerfen oder den Herd versehentlich einschalten. Bringen Sie am besten Herdschutzgitter und Herdtürstopps an.
  7. Offene Waschmaschine, Wäschetrockner oder Tiefkühltruhen: Neugierige Kleinkinder klettern gerne hinein und können sich dann nicht mehr selbst befreien.
  8. Ungesicherte Treppe, Fenster, Balkon oder der sonstiges, von dem Kinder hinunter- oder hinausfallen können: Schutzgitter und die Vermeidung von Kletterhilfen in Fenster- oder Balkonnähe verringern die Unfallgefahr.
  9. Kanten, herausstehende Schrauben oder lose schwere Gegenstände (z.B. Fernseher): Sorgen bei aufregenden Kinderspielen schon mal für Verletzungen. Sorgen Sie für entsprechende Sicherungen.

LAMIE-TIPP Freizeitunfälle sind schnell passiert, in der gesetzlichen Unfallversicherung aber nicht versichert. Erkundigen Sie sich am besten nach einer privaten Familienunfallversicherung. Damit können z.B. eine durch den Unfall notwendige spezielle Ausbildung oder der behindertengerechte Umbau der Wohnung bezahlt werden. Eine Checklist für die optimale Unfallversicherung finden Sie hier.

Sonstige Gefahren

  1. Einstiegshilfen für Einbrecher: Unbeaufsichtigte, geöffnete Türen oder Fenster, unversperrte Türen, Schlüssel unter Fußmatten oder in Blumentöpfen: Damit senden Sie dem Einbrecher eine persönliche Einladung.

LAMIE-TIPP Wenn Sie sich in anderen Räumlichkeiten befinden z.B. im zweiten Stock und ein Einbrecher gelangt ungehindert ins Haus, handelt es sich um einen „Einschleichdiebstahl“ oder auch einfachen Diebstahl. Der Schaden ist von der Versicherung in der Regel nicht gedeckt. Mehr dazu finden Sie in unserem Blogbeitrag zum Thema Einbruch.

Mit dieser Liste konnten wir Sie hoffentlich auf die ein oder andere Unachtsamkeit in Ihrem täglichen Verhalten aufmerksam machen. Denn auch, wenn die eigene Wohnung ein Ort der Entspannung ist, sollte man sich ein gesundes Maß an Vorsicht immer wieder in Erinnerung rufen.

Kennen Sie noch eine versteckte Gefahr, die wir hier nicht erwähnt haben, oder ein Risiko, dass so alltäglich ist, dass man es ständig eingeht? Gerne erweitern wir unsere Liste. Wir freuen uns auf Ihren Kommentar.

 

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Gefahrenquellen – das sichere Haus

 

Alexandra
Alexandra bloggt für den LAMIE Versicherungsblog über allgemeine Versicherungsthemen und Tipps. Außerdem erstellt sie leidenschaftlich gerne Checklisten. Wie alle Mitglieder des LAMIE Teams, möchte sie schwierige Versicherungsfragen auf einfache Weise darstellen. Für Anregungen, Wünsche oder detaillierte Fragen erreichen Sie Alexandra unter blog@lamie-direkt.at